Über 400.000 Euro im Schnitt: Sparkassen-Manager sind die absoluten Top-Verdiener in öffentlichen Unternehmen


Stand: 21.08.2026, 04:45 Uhr

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In öffentlichen Unternehmen sind die Top-Manager von Sparkassen mit Abstand am besten bezahlt. Allerdings werden Spitzenkräfte mit siebenstelligen Jahresgehältern seltener.

Frankfurt – Ganze 439.000 Euro haben die Top-Führungskräfte der Sparkassen im Jahr 2024 als Gesamtvergütung im Schnitt erhalten. Das geht aus einer aktuellen Studie der Zeppelin-Universität Friedrichshafen hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Damit sind sie die absoluten Spitzenverdiener in öffentlichen Unternehmen und auch bei den Gehaltsentwicklungen gehören sie im öffentlichen Bereich zur Spitzengruppe. Im Median haben sie 5,3 Prozent mehr Vergütung im betrachteten Zeitraum erhalten als im Vorjahr. Insgesamt legten die Top-Gehälter bei öffentlichen Unternehmen nur um 4,1 Prozent zu.

Vorstände der Sparkassen sind die Großverdiener in öffentlichen Unternehmen. (Symbolbild) © Joko/Imago

Vergütung in den Sparkassen ist auffallend hoch, so die Autoren der Studie

Ulf Papenfuß, Professor für „Public Management & Public Policy“ an der Zeppelin-Universität, der zu den Autoren der Studie zählt, bewertet die Vergütung bei der Sparkasse so: „Im Branchenvergleich, zum Beispiel im Verhältnis zu großen Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerken, liegt die Vergütung auffällig hoch.“ Im Median verdienen Spitzenmanager im öffentlichen Sektor 186.000 Euro im Jahr, also weniger als die Hälfte der Sparkassen-Vergütungen, wie der Spiegel ermittelte.

Hohe Einkommen in öffentlichen Unternehmen werden auch im Bereich Flug- und Seehäfen (342.000 Euro) und Krankenhäusern (286.000 Euro) erzielt. Am wenigsten verdienen die Spitzenmanager im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (115.000 Euro) sowie Bildung, Wissenschaft und Forschung (110.000 Euro).

Kritik an den hohen Vergütungen bei der Sparkasse will der Verband nicht gelten lassen

Gegenüber dem Handelsblatt rechtfertigte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die hohen Vergütungen der Top-Manager. Für ihn ist ein branchenübergreifender Vergleich kein Maßstab. In seinem Statement unterstrich er, dass die Gehälter der Sparkassenvorstände dem Marktstandard entsprächen und notwendig wären, um qualifizierte Personen zu bekommen und zu halten. „Innerhalb der Kreditwirtschaft stehen Sparkassen auf allen Ebenen im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern um die fähigsten Köpfe“, so der Verband weiter.

Allerdings sinkt bei den Sparkassen die Anzahl der Vorstände, die ein siebenstelliges Jahreseinkommen erzielen. Hier gibt es in den großen Sparkassen im Jahr 2024 nur noch 55 Vergütungsmillionäre, im Jahr 2023 waren es noch 90. Das geht aus den Offenlegungsberichten der größten Sparkassen hervor. Die Vergütungen der Spitzenvorstände der großen Sparkassen wie in Köln, Köln/Bonn oder Dortmund kommen allerdings auf Jahresvergütungen zwischen 800.000 und knapp über einer Million Euro, wie die SZ berichtete. (Quellen: Handelsblatt, Spiegel, SZ) (sts)