Spektakulärer Fund vor Kroatien: Taucher entdeckt vom Aussterben bedrohte Tierart in der Adria


Stand: 21.07.2026, 07:24 Uhr

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Vom Aussterben bedroht, aber plötzlich wieder da: Eine seltene Rochen-Art tauchte jetzt vor Pula auf. Im Golf von Triest schwammen gleichzeitig über 50 Tiere auf einmal.

Pula – Er gleitet lautlos durch das blaue Wasser, seine „Flügel“ spannen sich auf 1,5 Meter – und eigentlich sollte er hier gar nicht mehr sein. Ein Adlerrochen der Art Aetomylaeus bovinus, auch Bullenrochen oder Entenschnabeladlerrochen genannt, tauchte Anfang Juli in der Valkane-Bucht vor Pula auf, wie das Aquarium Pula berichtet.

Gefleckter Adlerrochen (Aetobatus narinari) unter Wasser.

Ein gefleckter Adlerrochen. (Symbolbild) © Sunbird Images/imageBROKER/IMAGO

Die Sichtung gleicht einer Sensation – denn die IUCN stuft die Art als vom Aussterben bedroht ein. Ihr weltweiter Bestand ist in den vergangenen 51 Jahren um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Aufgrund „des allgemein festgestellten Rückgangs der Adlerrochenbestände in mehreren Teilen ihres Verbreitungsgebiets“ werde „vermutet, dass der Entenschnabel-Adlerrochen in den letzten drei Generationen (51 Jahren) aufgrund tatsächlicher oder potenzieller Ausbeutung einen Populationsrückgang von >80% erlitten hat und als vom Aussterben bedroht eingestuft wird“, heißt es auf der offiziellen Seite. Auch eine seltene Hai-Art tauchte wieder an der Adria auf.

Taucher begegnet vor Pula Tier, das vom Aussterben bedroht ist

Der Taucher Klaudio Rajković entdeckte das Tier am 6. Juli bei einem Tauchgang in Tiefen zwischen vier und zehn Metern – leider ohne Kamera, wie das Aquarium Pula auf Facebook berichtet. Rajković habe den Rochen rund zehn Minuten lang beobachtet, während er sich in einer Tiefe von vier bis zehn Metern aufgehalten habe. „Er beschrieb die Größe der Einheit mit einem Brustflossenbereich von etwa 150 cm und einem charakteristischen langen Schwanz, der etwa zwei Drittel der Gesamtlänge des Körpers ausmacht“, so das Aquarium Pula. Dem Rochen seien rund 40 kleinere Fische gefolgt, die die aufgewirbelten Organismen gefressen hätten. Während es bei dieser Tierart willkommen wäre, dass sie wieder an Exemplaren zulegen, kämpft man bei einer anderen dagegen gegen eine regelrechte Plage.

Rochen kommt zurück: „Das erste Jahr, in dem wir viele Tiere sehen“

Die Sichtung vor Pula ist kein Einzelfall. Anfang Juli dokumentierten Forscher des Meeresschutzgebiets Miramare im Golf von Triest eine Gruppe von mehr als 50 Bullenrochen – die größte je in diesem Gebiet erfasste Ansammlung der Art, so die Wissenschaftler des Aquarium Pula auf Facebook. Die Tiere hätten dort an Aquakulturanlagen Muscheln gefressen. Saul Ciriaco, Leiter der WWF-Monitoring-Aktivitäten im Meeresschutzgebiet Miramare, sagte gegenüber Euronews: „Das ist das erste Jahr, in dem wir viele Tiere sehen, die sich zu Gruppen zusammenschließen, die bis zu 50 Individuen umfassen.“

Ob der Rochen vor Pula mit den Tieren aus dem Golf von Triest in Verbindung steht, ist unklar. Fest steht: Die nördliche Adria gewinnt als Lebensraum für Haie und Rochen an Bedeutung. Seit 2023 gilt die Region offiziell als „Important Shark and Ray Area“ (ISRA) – ein Schutzstatus, der ihre Rolle als Brut- und Aufzuchtgebiet anerkennt, so das Aquarium Pula. Saul Ciriaco erklärte auf Euronews dazu auch: „Die strengeren, selektiveren Fangregeln haben zudem ihre Fortpflanzung begünstigt.“ Diese Kombination zähle zu den Gründen, die den Anstieg der Sichtungen vor der adriatischen Küste erklären könnten. Aber auch die Wassertemperatur könnte eine Rolle spielen, da sie im Winter nicht mehr so stark sinke.

Im Golf von Triest laufe laut Euronews bereits ein Projekt mit magnetischen Abschreckern, das die Rochen von den Muschelzuchten fernhalten soll, ohne die Tiere zu gefährden. Vor Mallorca filmte ein Urlauber derweil einen Rochen mit „Teufelshörnern“. (Verwendete Quellen: Facebook/Aquarium Pula, iucnredlist.org, Euronews) (jh)