Spieler sollen Migranten jagen und Grenze schützen: Weißes Haus sorgt mit Videospielen für Empörung


Stand: 07.09.2026, 13:27 Uhr

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Das Weiße Haus hat auf seiner Website fünf Arcade Games veröffentlicht. Darin sollen Spieler unter anderem Jagd auf Migranten machen sowie die Grenze vor einer Horde beschützen. Kritik lässt nicht lange auf sich warten – aus verschiedenen Gründen.

Auf der Internetseite des Weißen Hauses können Nutzer seit einigen Tagen die politische Agenda von US-Präsident Donald Trump nachspielen. Fünf kostenlose Arcade-Games greifen Themen der US-Regierung auf und verpacken sie in Spielmechaniken bekannter Klassiker.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit All Eyes Video.

Nutzer sollen bei „Snake“-Spiel Migranten fangen

Kritik an den Spielen ließ nicht lange auf sich warten. Besonders umstritten ist „Rio Run“. Das Game orientiert sich an „Snake“, Spieler steuern eine Cartoonfigur, die offenbar den US-Grenzschutzbeauftragten Tom Homan darstellen soll. Diese bewegt sich über ein Spielfeld und verfolgt dort Personen unterschiedlicher Hautfarbe. Werden diese erreicht, reihen sie sich in orangefarbenen Gefängnisoveralls hinter der Spielfigur ein.

Die Arcade Games erinnern an Spiele-Klassiker.

Die Arcade Games erinnern an Spiele-Klassiker. © The White House

Auch das Spiel „Build the Wall“ sorgte für Diskussionen. Ähnlich wie bei „Tetris“ müssen Spieler darin einzelne Elemente zu einer Mauer zusammensetzen. Das Weiße Haus schreibt dazu, Spieler sollten in dem Arcade Game die US-Grenze vor einer „ankommenden Horde“ schützen.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten insbesondere die spielerische Darstellung von Festnahmen und Abschiebungen. Vertreterinnen mehrerer Einrichtungen warfen der Regierung unter anderem vor, buchstäblich mit dem Leben von Menschen zu spielen und Schicksale zu verharmlosen.

Kritik kam auch aus der Demokratischen Partei. Die texanische Abgeordnete Jessica González warf der US-Regierung vor, sich stärker auf die Entwicklung von Videospielen zu konzentrieren als auf die Lösung der finanziellen Probleme vieler US-Bürger.

Das Weiße Haus verteidigte das Projekt dagegen als neuen Weg der politischen Kommunikation. Die Regierung wolle „neue Wege finden, um die Geschichte der vielen Erfolge des Präsidenten so zu erzählen, dass sie bei jedem Amerikaner ankommt“, teilte das Weiße Haus auf AP-Anfrage mit.

Weißes Haus stellt weitere Arcade Games online

Neben den beiden Spielen zur Grenzpolitik stehen auf der Seite zudem drei weitere Titel zur Verfügung. Bei „Supply Line“ werden Lebensmittel aussortiert, die nicht den Vorgaben der Initiative „Make America Healthy Again“ entsprechen. „Flappy Bill“ orientiert sich an „Flappy Bird“ und lässt einen Weißkopfseeadler mit einem Gesetzesvorhaben über Washington fliegen. In „Trump Savings Tycoon“ wiederum sammeln Spieler Geld für sogenannte Trump-Konten für Kinder.

Bei den fünf veröffentlichten Titeln soll es zudem nicht bleiben. Auf der Website werden bereits weitere Arcade-Spiele angekündigt.