Formel 1: Russell feiert Start-Ziel-Sieg in Baku


Formel 1

Der Grand Prix auf dem Stadtkurs in Baku, der wegen eines nationalen Gedenktages in Aserbaidschan bereits einen Tag früher als üblich gefahren wurde, hat am Samstag einen Start-Ziel-Sieg von George Russell gebracht. Der Mercedes-Pilot gewann vor dem Red-Bull-Duo Max Verstappen und Isack Hadjar und reduzierte damit den Rückstand auf seinen in der WM führenden Teamkollegen Kimi Antonelli. Der italienische Youngster musste sich hinter Ferrari-Fahrer Charles Leclerc mit Rang fünf begnügen.

Online seit heute, 13.06 Uhr

(Update: 15.39 Uhr)

In der WM verkürzte Verfolger Russell den Rückstand auf Antonelli von 81 auf 66 Punkte. Rekordchampion Lewis Hamilton, der mit seinem Ferrari Sechster wurde, liegt als Dritter bereits 103 Zähler zurück. Der diesmal unverschuldet ausgeschiedene McLaren-Titelverteidiger Lando Norris folgt als Vierter weitere 13 Zähler dahinter.

Der 20-jährige Antonelli, der nach einem verpatzten Qualifying nur von Position 16 aus ins Rennen gegangen war, betrieb als Fünfter Schadensbegrenzung und hat weiter ausgezeichnete Chancen, jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu werden.

Keine furiose Aufholjagd von Antonelli

Beim Start verteidigte Pole-Setter Russell die Führung souverän, dahinter verdrängte Oscar Piastri im McLaren Leclerc von Rang zwei. Der Ferrari-Pilot wurde auch bald von Hadjar und Verstappen überholt. Die Red-Bull-Fahrer tauschten dann auf Teamanweisung die Plätze drei und vier.

Antonelli konnte im Gegensatz zu seinem Heim-Grand-Prix in Monza, als er vom 19. Startplatz aus nach einer furiosen Aufholjagd noch triumphierte, diesmal nur langsam Plätze gut machen. Erst in der 17. Runde fuhr er auf Platz zehn und damit in die Punkteränge vor.

Albon-Unfall löst Safety-Car-Phase aus

In Runde 30 verbremste sich Norris auf Rang sechs liegend und fiel auf Rang neun zurück – unmittelbar hinter Antonelli. Gleich danach raste Williams-Pilot Alexander Albon in die Streckenbegrenzung und löste damit eine Safety-Car-Phase aus. Fast das gesamte Feld, darunter alle Spitzenpiloten, nutzte diese zum Reifenwechselboxenstopp.

Die Reihenfolge der Top Ten änderte sich dadurch nicht, Russell führte unverändert vor Piastri, Verstappen, Hadjar, Leclerc, Hamilton, Pierre Gasly (Alpine), Antonelli, Norris und Franco Colapinto (Alpine).

Colapinto-Crash und Piastri-Verbremser

In der 36. Runde kam es mit Ende der Safety-Car-Phase zu einer Karambolage, bei der Colapinto seinen Teamkollegen Gasly und in weiterer Folge auch Norris von der Strecke beförderte. Das Rennen war für das Trio beendet – und das Safety-Car erneut auf der Strecke.

Crash der Alpine-Fahrer Pierre Gasly und Franco Colapinto
Für Colapinto, Galsy und Norris war der Grand Prix nach einem Crash in der 36. Runde zu Ende

Nach Wiederaufnahme des Rennens verlor Piastri, der schon vier Runden davor beim ersten Restart von Verstappen überholt worden war, durch einen Verbremser den Podestplatz und fiel ans Ende des Feldes zurück. Damit führte Russell nun vor dem Red-Bull-Gespann Verstappen und Hadjar. Der zu diesem Zeitpunkt sechstplatzierte Antonelli schob sich noch an Hamilton vorbei.

In der letzten Runde crashte auch Valtteri Bottas, der Cadillac stand im letzten Streckensektor an gefährlicher Position. Die Rennleitung entschied sich aber gegen ein Safety-Car, weshalb Verstappen noch einmal näher an Russell herankam. Der Mercedes-Pilot hielt den heuer noch sieglosen Niederländer aber knapp auf Distanz und bejubelte seinen achten GP-Triumph, seinen ersten Start-Ziel-Sieg überhaupt und den dritten in dieser Saison nach Australien und Österreich.

Verstappen wurde zum vierten Mal in dieser Saison Zweiter, Hadjar meldete sich bei seinem Comeback nach einer vier Rennen dauernden Zwangspause wegen einer Handgelenksverletzung eindrucksvoll zurück. Am kommenden Wochenende wird der wegen des Iran-Krieges abgesagte Grand Prix von Bahrain in Sepang in Malaysia nachgeholt.

Grand Prix von Aserbaidschan in Baku

Endstand nach 51 Runden (306,031 km):
1. George Russell GBR Mercedes 1:38:02,143
2. Max Verstappen NED Red Bull + 0,196
3. Isack Hadjar FRA Red Bull 10,704
4. Charles Leclerc MON Ferrari 14,136
5. Kimi Antonelli ITA Mercedes 14,512
6. Lewis Hamilton GBR Ferrari 22,382
7. Arvid Lindblad GBR Racing Bulls 31,159
8. Esteban Ocon FRA Haas 31,189
9. Oliver Bearman GBR Haas 31,929
10. Carlos Sainz ESP Williams 32,416
11. Nico Hülkenberg GER Audi 33,231
12. Liam Lawson NZL Racing Bulls 34,013
13. Gabriel Bortoleto BRA Audi 34,230
14. Oscar Piastri AUS McLaren 36,401
15. Sergio Perez MEX Cadillac 41,400