Stiftung lädt ein: Zwischen Denkmal und Damra: Fest macht das Vermächtnis von Leo Kornbrust erlebbar


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Stiftung lädt ein Zwischen Denkmal und Damra: Fest macht das Vermächtnis von Leo Kornbrust erlebbar

Die Stiftung Frischmuth/Kornbrust öffnet ihr Gelände für ein Sommerfest mit Programm und Mitmachaktionen. Obendrauf ist am 13. September der Tag des offenen Denkmals. Warum das so gut passt.

09.09.2026 , 13:44 Uhr

 Das Sommfest der Stiftung „Frischmuth/Kornbrust – Skulptur und Poesie“ lockt am 13. September an die Damra.

Das Sommfest der Stiftung „Frischmuth/Kornbrust – Skulptur und Poesie“ lockt am 13. September an die Damra.

Foto: Evelyn Schneider

Wenn es darum geht, ein Fest zu planen, richtet sich der Blick in der Regel zunächst auf den Kalender. Wann könnte ein guter Zeitpunkt sein? Bei dieser Frage mussten die Verantwortlichen der Stiftung „Frischmuth/Kornbrust – Skulptur und Poesie“ nicht lange überlegen und wählten gezielt den 13. September als Termin für ihr Sommerfest aus. Denn an diesem Datum wird der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ begangen. Was wiederum die perfekte Gelegenheit bietet, das Stiftungsfest mit Aktionen rund um die Kunstwerke am Symposion zu verbinden.

Bildhauersymposion seit drei Jahren ein Denkmal

2023 wurde das Bildhauersymposion mit seinen 14 Skulpturen sowie der später entstandene „Große Fuß“ von Yoshimi Hashimoto als Kulturdenkmal anerkannt. Das Symposion, das Anfang der 1970er-Jahre auf der Baltersweiler Höhe stattfand, geht auf die Initiative des 2021 verstorbenen Bildhauers Leo Kornbrust zurück. Er hatte Künstler aus verschiedenen Nationen eingeladen. Untergebracht waren sie am Fuß des Geländes, auf dem gearbeitet wurde, an der Damra. Wobei es dort damals lediglich ein Holzhaus ohne Strom und fließend Wasser gab. Das Wohnhaus samt Atelier, wie es die Menschen heute kennen, ließ der Bildhauer in den 80er-Jahren errichten. Inzwischen ist es Sitz der Stiftung. Es ist Kornbrusts Vermächtnis, dass die Damra ein Ort der Begegnung bleiben soll. Dazu bietet sich am Sonntag, 13. September, ab 11 Uhr, erneut Gelegenheit.

Programm, Infostände und Mitmachaktionen

Auf dem Gelände werden zwischen den Skulpturen des Künstlers Infostände aufgebaut. Neben der Stiftung und dem Verein Straße des Friedens präsentieren sich zudem das Adolf-Bender-Zentrum, das Museum St. Wendel sowie die Patenklasse der Stiftung, eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Türkismühle. „Auch ein Programm ist geplant“, sagt Cornelieke Lagerwaard, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Frischmuth/Kornbrust. Dazu gehört eine Ausstellung im Haus, die Bilder der Fotografin Monika von Boch (1915-1993) zeigt. Sie hatte 1971/72 die Symposionsarbeit mit ihrer Kamera begleitet.

Ab 15 Uhr soll es zudem im Halbstundentakt kulturelle Darbietungen geben. Vorgesehen sind Konzerte, eine Präsentation alter Fernsehbeiträge über das Symposion und die Skulpturenstraße sowie ein Vortrag. Auch Mitmachen ist während des Sommerfests angesagt. In erster Linie für Kinder. Aber die Veranstalter weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich auch Erwachsene beim Holzschnitzen mit der Naturpädagogin und Holzbildhauerin Jessica von Leliwa (ab 11 Uhr) und beim Arbeiten mit Specksteinen mit Künstlerin Isabelle Federkeil ab 13.30 Uhr beteiligen dürfen. Die Druckerwerkstatt des St. Wendeler Museums öffnet ab 12 Uhr.

Führungen an den Skulpturen

Zwei Stunden später beginnt das Programm anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“. Dann bietet Kunsthistorikerin Rena Karaoulis eine von zwei Führungen (14 und 16 Uhr) für Erwachsene über das Symposionsgelände an. Was waren die Themen, mit denen sich die Bildhauer in den 1970er-Jahren beschäftigten? Die Teilung Deutschlands, Krieg und Frieden, zählt Lagerwaard auf. Nach dem Symposion entstanden weitere Werke und damit die Straße der Skulpturen. 1979 erfuhr Kornbrust von der Vision des 1943 von den Nazis ermordeten Künstlers Otto Freundlich von begehbaren Skulpturen in der Landschaft und der Idee einer Straße des Friedens. Der Bildhauer widmete daraufhin die Skulpturenstraße in St. Wendel als eine Teilstrecke der Straße des Friedens. Weitere Initiativen folgten, sodass die Friedensstraße inzwischen beinahe 600 Arbeiten umfasst.

Forderung nach besserer Infrastruktur

Das Motto des diesjährigen Aktionstages lautet „NetzWerke: Denkmale & Infrastruktur“. Dadurch soll unter anderem jenen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu beteiligen, die sich mit dem Erhalt einer historischen Konstruktion wie einer Brücke oder der eines beweglichen Denkmals wie einem Schiff beschäftigen. Auf der Internetseite des Aktionstags heißt es zudem: „Ob als Schaustück und Museum oder sogar noch in Nutzung und Betrieb: Denkmale prägen unsere Infrastruktur und Vernetzung – und damit unsere Identität.“ Lagerwaard nimmt das Motto bewusst ganz wörtlich, um an eine Forderung der Stiftung zu erinnern. „Wir möchten eine Bushaltestelle und einen asphaltierten Weg“, sagt sie. So soll es Interessierten erleichtert werden, sowohl die Veranstaltungen an der Damra als auch das Symposion zu besuchen. Denn es gebe regelmäßig Anfragen für Führungen. (tog)