Stinkwanzen erobern deutsche Wohnungen – so wird man sie wieder los
Stand: 08.10.2026, 13:58 Uhr
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Braune Marmorierte Stinkwanzen fallen im Herbst massenhaft ein – woher sie kommen, warum es immer mehr werden und was wirklich gegen sie hilft.
Hamm – Im Herbst tauchen sie plötzlich überall auf: an Fensterscheiben, hinter Vorhängen, in Ritzen. Die Braune Marmorierte Stinkwanze, wissenschaftlich Halyomorpha halys, ist keine einheimische Art. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien – aus China, Japan und Korea – und gelangte vermutlich in den 1990er-Jahren mit Warentransporten zunächst in die USA, bevor sie Europa erreichte. In Deutschland breitete sie sich ab etwa 2011 spürbar aus.

Seither nimmt die Population stetig zu. Klimatisch milde Winter begünstigen das Überleben der Tiere, und da natürliche Fressfeinde in Europa weitgehend fehlen, kann sich die Art nahezu ungebremst vermehren. Das erklärt, warum immer mehr Menschen die Tiere in ihren Wohnungen entdecken – und warum sich Experten zunehmend mit ihr beschäftigen.
Warum suchen Stinkwanzen im Herbst Wohnungen auf?
Das Verhalten der Stinkwanze folgt einem klaren biologischen Muster. Sobald die Temperaturen im Herbst sinken, suchen die Tiere einen geschützten Ort zur Überwinterung – sogenannte Diapause. Wohnhäuser bieten dafür ideale Bedingungen: Sie sind warm, trocken und bieten zahlreiche Verstecke. Über kleinste Ritzen in Fensterrahmen, defekte Dichtungen oder offene Rollladenkästen dringen die Insekten ein. Im Frühjahr verlassen sie die Quartiere wieder, um draußen Pflanzen und Früchte zu befallen – was sie auch für die Landwirtschaft zu einem ernsten Schädling macht.
Unangenehm macht die Wanze vor allem ihr Abwehrmechanismus: Bei Bedrohung verströmt sie eine intensiv riechende Flüssigkeit, die an Koriander oder ranzige Nüsse erinnert. Wer die Tiere zerquetscht oder aufschreckt, bereut es meist sofort. Der Geruch kann sich hartnäckig auf Händen und Oberflächen halten.
Stinkwanzen bekämpfen: Was hilft wirklich gegen die Plage?
Chemische Insektizide sind in Wohnräumen wenig empfehlenswert und bei der Stinkwanze ohnehin nur bedingt wirksam. Bewährter ist die mechanische Methode: Die Tiere lassen sich vorsichtig mit einem Glas oder einem Blatt Papier einfangen und anschließend im Freien freisetzen. Wichtig dabei ist, sie nicht zu quetschen. Wer ein Aufbewahrungsgefäß mit etwas Küchenpapier auskleidet, kann den Geruchsreiz reduzieren. Alternativ funktioniert ein Staubsauger – allerdings sollte der Beutel danach rasch gewechselt werden.
Langfristig hilft nur konsequente Prävention. Fenster- und Türdichtungen sollten regelmäßig auf Schäden geprüft und erneuert werden. Fliegengitter mit engem Geflecht halten die Tiere zuverlässig draußen. Rollladenkästen lassen sich mit Dichtungsschaum abdichten. Wer diese Maßnahmen konsequent umsetzt, kann den Einfall der Stinkwanzen im nächsten Herbst deutlich reduzieren – auch wenn eine vollständige Verdrängung der invasiven Art kaum noch möglich scheint.