Straftäter klettert über Zaun – seit zwei Jahren auf der Flucht


Stand: 27.07.2026, 17:30 Uhr

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Maßregelvollzugszentrum Moringen, Ausbruch, Zaun, Tor. Foto; Hubert Jelinek

Über den Zaun der Toranlage des Maßregelvollzugszentrums Moringen konnte der Patient vor knapp zwei Jahren verschwinden. © Jelinek, Hubert/Hubert Jelinek

Ein 28-Jähriger ist im Juli 2024 aus dem Maßregelvollzugszentrum Moringen entkommen. Er hatte sich mit dem Ausweis eines Mitpatienten in den Lockerungsbereich geschlichen.

Moringen – Zwei Jahre nach der Entweichung eines rechtskräftig verurteilten Straftäters aus dem Maßregelvollzugszentrum in Moringen ist der heute 28 Jahre alte Mann immer noch nicht gefasst. Der Patient sei weiterhin auf der Flucht, teilte ein Sprecher des Niedersächsischen Sozialministeriums in Hannover auf Anfrage mit.

Seit August 2024 gebe es einen nationalen Haftbefehl gegen den Mann. Seit November 2024 werde zusätzlich mit einem EU-Haftbefehl nach ihm gefahndet.

Der aus der Region Hannover stammende Mann war im Juli 2024 aus der Klinik entkommen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er die Toranlage im Eingangsbereich überwunden und war anschließend in ein Auto gestiegen.

Die Polizei hatte unmittelbar nach der Flucht unter anderem mithilfe eines Polizeihubschraubers und einer Drohne nach dem Flüchtigen gesucht, allerdings ohne Erfolg.

Der 28-Jährige war wegen eines Raubüberfalls auf eine Spielhalle in Hannover zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht hatte damals außerdem angeordnet, ihn zur Therapie seiner Drogensucht in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Er wurde dann in das Fachkrankenhaus für forensische Psychiatrie und Psychotherapie in Moringen eingewiesen. Dort war er zuletzt im hoch gesicherten Bereich untergebracht.

Zuständig für die Aufsicht über den sogenannten Maßregelvollzug ist das Sozialministerium. Dieses hatte damals mitgeteilt, dass der 28-Jährige für seine Flucht den Klinikausweis eines Mitpatienten genutzt habe. Damit sei es ihm gelungen, das Personal bei der Kontrolle am Übergang in den weniger gesicherten Bereich zu täuschen.

In dem Bereich dürfen sich nur Personen aufhalten, die entsprechende Lockerungen haben und im Rahmen von Freigängen die Einrichtung verlassen dürfen. Er war dann von dort über die Toranlage ins Freie entkommen, wo offenbar schon ein Fluchthelfer in einem Auto auf ihn wartete.

Nach Angaben des Sozialministeriums hatte die Klinik in Moringen gleich nach dem Vorfall weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Unter anderem sei eine weitere Sicherung der Toranlage vorgenommen worden, deren Oberkante mit einem Übersteigschutz, einer sogenannten „Zackenleiste“, versehen worden sei. Am Zaun selbst sei außerdem ein sogenannter NATO-Stacheldraht befestigt worden.