Strategie-Kritik in Monza: Brundle rät George Russell zur Mercedes-Aussprache


(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Youngster Kimi Antonelli rast beim Großen Preis von Italien in Monza von Startplatz 19 zum Sieg - und demütigt mit dieser Aufholjagd vor allem Teamkollege George Russell. Der Brite war von Startplatz zwei ins Rennen gegangen, kam am Ende aber trotzdem hinter dem Italiener über die Ziellinie.

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© Sutton Images

Russell muss sich in Monza seinem Teamkollegen geschlagen geben Zoom

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"Für George Russell war es ein sehr schwieriger Tag", meint auch Ex-Formel-1-Pilot und Sky-Experte Martin Brundle. Der Hauptgrund für die Niederlage des Briten war eine andere Strategie: Während Russell nach der Unterbrechung mit harten Reifen durchfahren wollte, entschied man sich bei Antonelli zunächst für die Medium-Mischung.

Während des virtuellen Safety-Cars nach dem Ausfall von Lance Stroll (Aston Martin) kam der WM-Spitzenreiter zum Boxenstopp. Der 20-Jährige nutzte den Reifenvorteil anschließend konsequent, um sich im Feld wieder nach vorne zu arbeiten und wenige Runden vor Schluss an seinem Teamkollegen vorbeizugehen.

Brundle sieht deshalb Diskussionsbedarf bei den Silberpfeilen. "[Russell] wird sich sicherlich mit dem Team zusammensetzen und fragen müssen: 'Wie konnte das passieren? Ich habe das Rennen angeführt. Warum wurde mir dort nicht der bevorzugte günstige Boxenstopp ermöglicht?'"

Ein frischer Reifen hätte Russell den Sieg sichern können

Denn war Russell eigentlich mit großen Hoffnungen in das Monza-Rennen gestartet. "Für die Weltmeisterschaft war das Georges Chance, etwas gegen den Rückstand zu unternehmen - und der Rückstand ist größer geworden", erinnert Brundle mit Blick auf die Fahrer-WM.

Die ehemalige W-Serie-Fahrerin und Sky-Expertin Naomi Schiff stimmte der Einschätzung ihres Kollegen zu. "Ich denke, vielleicht ist der Grund dafür, dass wir ihn im Moment so ruhig sehen, dass er sich wahrscheinlich auch selbst ein wenig hinterfragt und sich fragt, warum er keinen größeren Vorteil daraus ziehen konnte."

"Aber ich denke, im Nachhinein wird er Fragen stellen, etwa: 'Warum konnte ich während der VSC-Phase nicht an die Box kommen?'", ergänzt die Rennfahrerin. "Ja, er war auf einer anderen Strategie und sie wollten, dass er lange draußen bleibt. Aber letztendlich hätte ein frischerer Reifensatz ihm heute den Sieg sichern können."

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Nun ist die Situation noch eindeutiger: Kimi Antonelli, der beim Heimspiel in Monza bereits den siebten Sieg der Saison feierte, konnte seinen Vorsprung weiter ausbauen und führt die WM-Wertung nun mit 66 Punkten Vorsprung auf Teamkollege George Russell an.