Streit um Grüne Umweltachse: „Alle Mittel einsetzen", um Baumfällung zu verhindern


Stand: 19.10.2026, 08:00 Uhr

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Wie krank sind die Bäume? Anfang Juli machte sich die Bürgergruppe Natur für Hamm selbst ein Bild vom Zustand der Linden und Ahorne an der Ostwennemarstraße und erfasste Daten. Nach bisheriger Planung sollen sie alle einem Fuß- und Radweg weichen.

Die geschützte Allee: Die Bürgergruppe Natur für Hamm machte sich Anfang Juli ein Bild vom Zustand der Linden und Ahorne an der Ostwennemarstraße. © Torsten Haarmann

Ein Ratsbeschluss zum Lückenschluss des Fuß- und Radwegs an der Ostwennemarstraße ist aufgehoben. Die betroffenen Bäume stehen unter Schutz. Über ihren Zustand gehen die Einschätzungen deutlich auseinander.

Hamm – Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung wie erwartet den Beschluss zur weiteren Umsetzung der Grünen Umweltachse aufgehoben. Vorausgegangen war die Kritik der Bürgergruppe Natur für Hamm an der beabsichtigten Fällung von Bäumen.

Sie sollten dem Lückenschluss des Fuß- und Radweges an der Ostwennemarstraße bis zur Kanalbrücke weichen. Oberbürgermeister Marc Herter ließ den Beschluss noch einmal prüfen und stellte fest, dass er „rechtswidrig“ ist. Wie sich herausgestellt hat, sind die Bäume Teil einer geschützten Allee. Eine naturschutzrechtliche Befreiung zur Fällung liegt aber nicht vor. Das wussten die Ratsmitglieder beim ersten Beschluss nicht – deshalb ist ein erneuter Beschluss erforderlich. Ob die Bäume nun stehen bleiben, ist damit nicht entschieden.

Die Bürgergruppe Natur für Hamm habe die Rücknahme der Beschlussvorlage zur Kenntnis genommen, sagt ihr Sprecher Peter Müller. „Wir werden das nun beobachten.“ Sie hält den Weg weiterhin für unnötig und die Baumfällungen im Sinne des Stadtklimas und Klimaschutzes für falsch. „Falls die Stadt Hamm am Bau des Radweges und der Fällung der Bäume auf der östlichen Seite der Ostwennemarstraße festhalten sollte, werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, insbesondere unsere tiefe Verwurzelung in der Werrieser Bevölkerung, um das zu verhindern“, sagt der Sprecher der Gruppe.

Sie kritisiert insbesondere die vorzeitige Beseitigung von 18 Linden und zwei Ahornen. Laut Stadtverwaltung und Begutachtung weisen sie „überwiegend deutliche Schädigungen“ auf und seien langfristig nicht zu erhalten. Damit es bei einem späteren Austausch nicht zum „Eingriff mit erhöhtem Kostenaufwand in eine funktionierende und in Betrieb befindliche Anlage“ kommt, sollen sie bereits mit dem Bau des Radwegs entfernt werden, heißt es in der ersten, nun aufgehobenen Beschlussvorlage.

Die Bürgergruppe bewertet die Lage anders, hat sich bei einem Ortstermin ein eigenes Bild verschafft. Zwar hat sie offensichtliche Schädigungen festgestellt. Aber mit Verweis auf einen Auszug aus dem städtischen Baumkataster, der der Bürgergruppe vorliegt, könnte ein großer Teil der Bäume sicher stehen bleiben. Von den insgesamt 24 Bäumen sind gemäß einer Sichtung für das Kataster vor einem Jahr nur drei absterbend und fünf stark geschwächt. Acht sind demnach gesund.