Thomas Seruga: Grazer Suchtkoordination hat ein neues Gesicht


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Die Suchtbekämpfung ist in ganz Europa ein viel diskutiertes Thema. Auch Graz hat seine Konzepte und seit kurzem mit Thomas Seruga einen neuen Suchtkoordinator.

Das Bild zeigt Thomas Seruga

© Privat

Thomas Seruga ist der neue Suchtkoordinator der Stadt Graz

Ennio Resnik

vor 25 Minuten19. Oktober 2026 um 06:00

Thomas Seruga ist der neue Suchtkoordinator der Stadt Graz. Schon früh erkennt der diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger seinen Weg. Bereits im Zivildienst bekommt Seruga einen Einblick in den sozialpsychiatrischen Bereich.

Er macht Ausbildungen und Weiterbildungen, geht in die Therapie. Nun berät er seit dem ersten Oktober neben der Gesundheitsdrehscheibe auch Politik und Verwaltung zum Thema Drogen und Sucht. „Mich interessieren die Menschen hinter den Problemen. Man muss sich die Menschen im Ganzen anschauen, anstatt gleich vorschnell zu werten“, sagt der 34-jährige Seruga. Er ist auch Ansprechpartner für die Grazer Organisationen der Suchthilfe und Prävention.

Prävention, Beratung und Schadensminimierung

„Kokain ist ein Problem. In Graz und in ganz Österreich“, so Seruga. Es ist derzeit leicht erhältlich, auch in kleinen Dosen. Oft ist die Qualität allerdings sehr schlecht oder die Droge gestreckt. „Viele konsumieren auch intravenös. Daraus ergeben sich nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Probleme“, meint der Grazer. Die Strategien der Stadt Graz sind vielseitig. Es geht nicht nur um Suchtbekämpfung, sondern auch um Prävention, Beratung, Unterstützung und Schadensminimierung. „Es gibt die Überlegung eines Konsumraums“, meint Seruga.

In einem sogenannten Konsumraum dürfen Süchtige ihre Drogen unter hygienischem und medizinisch begleitetem Umfeld konsumieren. Dies mag befremdlich klingen, ist aber mittlerweile ein bewährtes Konzept. Die Räume und das Besteck sind sauber, bei Überdosen kann sofort eingegriffen werden. Bei Bedarf können die Menschen auch an Therapien vermittelt werden. „Momentan gibt es für Konsumräume leider noch keine rechtlichen Rahmen“, so Seruga.