Tasche weg, Hoffnung fast aufgegeben: 80-Jähriger sucht jetzt den anonymen Finder


Stand: 15.08.2026, 17:06 Uhr

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Franjo Senge-Kolb aus Heli verlor seine Tasche mit allen wichtigen Dingen bei Obermelsungen, jetzt möchte er dem Finder danken

Dank an den Finder: Franjo Senge-Kolb aus Hessisch Lichtenau verlor seine Tasche mit allen wichtigen Dingen bei Obermelsungen. Jetzt möchte er dem Finder danken, der sie anonym im Melsunger Rathaus abgab. © Dewert, Damai D.

Franjo Senge-Kolb aus Hessisch Lichtenau verliert auf seiner Liegerad-Tour seine Gürteltasche mit Geld und Ausweisen. Zwei Tage später meldet sich das Fundbüro Melsungen – doch der Finder bleibt anonym.

Melsungen – Franjo Senge-Kolb ist regelmäßig mit seinem Liegerad in der Region unterwegs. Eine Tour entlang der Fulda endete für den 80-Jährigen jetzt mit einer bösen Überraschung – und schließlich doch mit einem glücklichen Ausgang.

„Der Fulda-Radweg zwischen Melsungen und Rotenburg ist eine meiner Lieblingsstrecken – meistens mache ich einen Abstecher das Beisetal entlang auf den Knüll“, sagt der Hessisch Lichtenauer. In der vergangenen Woche wurde die Radtour allerdings unfreiwillig zur Suchfahrt.

80-Jähriger verliert Tasche und sucht jetzt den anonymen Finder

Als der 80-Jährige in Obermelsungen sein Liegerad wieder in seinen Kombi hob, bemerkte er, dass eine seiner Gepäcktaschen nicht verschlossen war. Zunächst dachte er sich nichts dabei. Dann stellte er fest, dass seine Gürteltasche fehlte. Darin befanden sich neben Geld, Ausweisen, Scheckkarten und Fahrausweisen auch sein Hausschlüssel sowie eine Speicherkarte mit allen wichtigen persönlichen Lebensdaten.

Senge-Kolb zögerte nicht lange. Er lud sein Liegerad wieder aus und fuhr die 20 Kilometer bis nach Heinebach zurück – dieses Mal langsam und mit ständigem Blick auf den Grasstreifen neben dem Radweg. Auch entgegenkommende Radfahrer sprach er an und fragte, ob jemand eine Tasche gefunden habe. Die Antwort war stets ein bedauerndes Nein.

Zwei Tage später hatte er die Hoffnung fast aufgegeben. „Wenn jemand die Tasche gefunden hätte, wäre ein Anruf doch die schnellste Reaktion gewesen“, sagt er. Doch ein solcher Anruf blieb aus. Auch eine Nachfrage bei der Polizei brachte zunächst keinen Erfolg. In seiner Ratlosigkeit dachte er bereits über eine Suchanzeige in der HNA nach: „Das wäre mein letzter Strohhalm gewesen.“

Doch dann kam der entscheidende Hinweis von einem Freund: „Wofür gibt es denn das Fundbüro? Möglich, dass dort jemand die Tasche abgegeben hat.“

Anonymer Finder gibt Tasche in Fundbüro ab

Am nächsten Morgen rief Senge-Kolb beim Fundbüro in Melsungen an. Dort wusste eine Mitarbeiterin offenbar sofort, worum es ging. „Ihre Tasche liegt hier bei uns, wir haben bereits einen Brief an Sie losgeschickt, der müsste morgen bei Ihnen sein!“, teilte sie ihm mit.

Senge-Kolb machte sich daraufhin umgehend auf den Weg nach Melsungen und konnte seine Tasche samt Inhalt wieder in Empfang nehmen. Besonders erleichtert war er darüber, dass auch die für ihn wichtigen persönlichen Daten wieder da waren.

Nur eine Frage blieb offen: Wer hatte die Tasche gefunden und im Fundbüro abgegeben? Der Finder oder die Finderin hatte keine Kontaktdaten hinterlassen. „Ich würde mir wünschen, den netten Menschen, der mir viel Ärger erspart hat, kennenzulernen – und ihm einen angemessenen Finderlohn zu geben“, sagt Senge-Kolb.

Sein Liegerad, mit dem er seit einem Unfall unterwegs ist, will der 80-Jährige deshalb aber natürlich nicht stehen lassen. Die nächste Tour entlang der Fulda ist bereits in Planung. „Ich fahre jährlich immer meine 5000 Kilometer“, sagt er. Denn: Wer rastet, der rostet.

Einen Wunsch äußert er außerdem: Die Lückenschlüsse der Radwege von Melsungen nach Hessisch Lichtenau und von Spangenberg nach Melsungen wären fantastisch.

Kontakt: per E-Mail an [email protected]