Wer ist Natalie Harp, Trumps persönliche Assistentin und "menschlicher Drucker"?
USA
Wer ist Natalie Harp, Trumps persönliche Assistentin und "menschlicher Drucker"?
Die Ex-Moderatorin soll kontroverse Posts von Donald Trump formuliert haben und druckt ihm wohlwollende Mails aus. Beim Flugzeugwechsel in Ankara blieb sie an der Seite des US-Präsidenten
Emily Eggner
Seit 2025 ist Natalie Harp die persönliche Assistentin des US-Präsidenten. An Donald Trumps Seite steht die 34-jährige ehemalige Fernsehmoderatorin allerdings schon länger. 2020 war sie an seiner Wahlkampagne beteiligt und verbreitete in den Jahren darauf als Moderatorin im rechtsextremen Sender One America News Network (OAN) Trumps widerlegten Vorwurf der gestohlenen Präsidentschaft 2020.
In Trumps Kreisen soll Harp "der menschliche Drucker" genannt werden. Ihre Aufgabe sei es nämlich unter anderem, dem US-Präsidenten gezielt wohlwollende Tweets, Artikel oder E-Mails über ihn auszudrucken und ihm vorzulegen. Damit liegt es zu gewissen Teilen auch in ihrer Hand zu entscheiden, welche Informationen der US-Präsident zu Gesicht bekommt.
Dem Wall Street Journal zufolge ist es auch Harp, die hinter einigen von Trumps kontroversen, nächtlichen Postings, unter anderem auf seiner Plattform Truth Social, steckt. Dabei orientiert sie sich offenbar an Beiträgen aus der Maga-Bewegung, die Trumps Erfolge bejubeln oder seine Kritiker angreifen. Auch das umstrittene – mittlerweile gelöschte – KI-generierte Bild, das Trump als Jesus-Figur zeigte, sowie die rassistische Darstellung der Obamas als Affen, sollen von Harp gekommen sein.
Wie alles begann
Natalie Harp kommt aus einer christlich-konservativen Familie in Kalifornien. 2015 erkrankte sie an einer seltenen Form von Knochenkrebs und behauptete 2019, dass sie es Trumps Right-to-Try-Gesetz zu verdanken habe, dass sie noch am Leben sei. Dieses Gesetz erleichtert unheilbar kranken Patienten den Zugang zu ungetesteten Medikamenten, die sich in der ersten Phase klinischer Studien befinden und noch nicht final genehmigt wurden.
Laut Washington Post bezweifeln Gesundheitsexperten jedoch Harps Darstellung. Aufgrund ihrer Schilderung der Behandlung und des Zeitplans ebendieser, sei es ziemlich unwahrscheinlich, dass Trumps Maßnahmen einen Einfluss auf ihren Fall hatten. Doch Harp wischte all diese Zweifel stets beiseite, hielt weiterhin eisern an ihrer Behauptung fest und machte die Demokraten für ihre Gesundheitsprobleme verantwortlich.
Ihre Nähe zu Trump sorgte nach einer Enthüllung der New York Times-Autoren Maggie Habermann und Jonathan Swanals abermals für Aufsehen. Im Buch Regime Change beschreiben die beiden die ersten 14 Monate der zweiten Präsidentschaft Donald Trumps. Demnach soll Harp dem US-Präsidenten kleine Zettel mit liebevollen Botschaften in seinen privaten Räumen hinterlassen haben, eine davon lautete wohl: "Du bist alles, was für mich zählt."
Vom Secret Service werde Harps Fixierung auf Trump daher als mögliches Sicherheitsproblem betrachtet. Auch Harps entfremdeter Bruder Preston Harp meldete sich zu Wort und bezeichnete die Beziehung zwischen seiner Schwester und dem Präsidenten als "sehr ungesund". Sie verhalte sich wie in einem "Fanclub".
Die Frauen in Trumps Nähe
Harps Auftreten ähnelt jenen Frauen in der Trump-Entourage, denen man mittlerweile auch das "Mar-a-Lago-Face" zuschreibt: vor allem gekennzeichnet durch hohe Wangenknochen, eine kantige Kinnpartie und üppige Lippen. Ein weiteres besonderes Merkmal: ihre bedingungslose Loyalität dem US-Präsidenten gegenüber.
Neben Natalie Harp gab es lange Zeit ein absolutes Vorzeigebeispiel: Karoline Leavitt – Trumps 28-jährige Pressesprecherin. Seit Jänner 2025 bekleidete sie das Amt – im August 2026 kündigte sie ihren Abgang an. Grund dafür sei laut Leavitt, dass sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen möchte.
Flugzeugtausch
In sozialen Medien kursierten Gerüchte, wonach Harp etwas mit Leavitts Abgang zu tun haben könnte, vor allem auch weil sie beim heimlichen Flugzeugwechsel in Ankara im Zuge des Nato-Gipfels mit Trump umstieg, Leavitt aber angeblich an Bord der anderen Maschine hätte bleiben müssen. Dies kann aber insofern nicht stimmen, als Leavitt laut Informationen des Weißen Hauses gar nicht erst beim Trip dabei war.
Das Täuschungsmanöver in der Türkei wurde offenbar vom Secret Service eingeleitet, nachdem Israel den USA Geheimdienstinformationen übermittelt hatte, wonach vom Iran eine konkrete Bedrohung für Trumps Leben ausgehe. Medienberichten zufolge habe der US-Auslandsgeheimdienst CIA die Gefahr jedoch nicht als so überzeugend eingestuft, dass sie die Maschine komplett am Boden ließen.
Dies könnte erklären, weshalb US-Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent sowie weitere hochrangige Regierungsvertreter und zahlreiche Journalistinnen und Journalisten an Bord der Air Force One blieben und aus Ankara wegflogen. (Emily Eggner, 15.8.2026)
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