Tennis- und Paddelhalle: Gemeinde entscheidet über 3,4-Millionen-Projekt
Stand: 28.08.2026, 18:40 Uhr
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Die Gemeindevertretung stimmt heute (Freitag) über den Bau einer Dreifeldtennishalle mit zwei Padel-Courts ab. Der Tennisclub will 750.000 Euro Eigenkapital einbringen und das Grundstück per Erbbaurecht nutzen.
Altenstadt – Es geht um die Erweiterung des Sportangebots: Am heutigen Freitag findet die nächste Gemeindevertretersitzung in Altenstadt statt (19 Uhr, Altenstadthalle). Und ein Tagesordnungspunkt ist der Antrag der SPD-Fraktion auf Errichtung einer Dreifeldtennishalle mit zwei zusätzlichen Padel-Courts auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Industriegebiet Waldsiedlung. Das Gremium soll über den Bau dieser Halle entscheiden.
Der Tennisclub Altenstadt (TCA) wirbt für das Vorhaben und appellierte vor der Sitzung noch einmal an die Öffentlichkeit. Gleichzeitig gibt es Fragen zu Standort und Wirtschaftlichkeit. Der TCA begründet das Projekt mit fehlenden Hallenkapazitäten.
Da die Freiluftsaison im Tennis nur wenige Monate umfasst und der Verein nach eigenen Angaben auf mehr als 240 Mitglieder gewachsen ist, sieht man hier besonders für Kinder und Jugendliche Trainingsbedarf.
Standort nicht unumstritten
Der geplante Platz soll neben Tennis und Padel auch für Tischtennis, Yoga oder Fitness genutzt werden können. Der TCA sieht die Halle als Ergänzung zu den bestehenden Sportstätten. Mit der Sporthalle möchte der Tennisverein einen Ort schaffen, an dem unterschiedliche Generationen und Sportinteressen zusammenkommen.
Beim Standort liegt ein wesentlicher Streitpunkt. Vorgesehen ist ein Grundstück im Gewerbegebiet „An den Lochäckern“, das der Gemeinde gehört. Kritiker fragen, ob eine solche Fläche nicht für klassische Gewerbeansiedlungen vorgehalten werden sollte und ob der Tennisclub gegenüber anderen Unternehmen bevorzugt behandelt wird.
Der TCA verweist darauf, dass das Grundstück seit Jahren zum Verkauf angeboten werde, bislang aber kein Käufer gefunden worden sei.
Der TCA möchte das Grundstück im Erbbaurecht nutzen. Dadurch bliebe es im Gemeindeeigentum, während eine noch zu gründende Betreibergesellschaft einen laufenden Erbbauzins zahlen würde. Bei einem angenommenen Grundstückswert von einer Million Euro und drei Prozent Erbbauzins wären das 30.000 Euro im Jahr.
Für Befürworter ist dies ein konkreter Ertrag. Dem steht die Möglichkeit eines höheren einmaligen Verkaufserlöses gegenüber, sofern sich ein Käufer findet. Die Gemeindevertreter müssen damit zwischen langfristiger Nutzung mit laufenden Einnahmen und der Option eines späteren Verkaufs abwägen.
Auch die Finanzierung des rund 3,4 Millionen Euro teuren Projekts ist Thema. Der TCA erklärt, einen konservativ gerechneten Businessplan erstellt zu haben. Vereinsmitglieder wollen 750.000 Euro Eigenkapital einbringen.
Für den übrigen Finanzierungsbedarf liege nach Vereinsangaben eine Finanzierungszusage vor. Öffentliche Fördermittel seien nicht eingeplant. Die Gemeinde solle weder Betreiberin noch Finanziererin der Halle werden.
Dafür ist eine eigene GmbH vorgesehen. Der TCA kalkuliert mit einer niedrigen Auslastung und einem Jahresüberschuss von weniger als 10.000 Euro. Für die Gemeinde stellt sich damit die Frage nach der Belastbarkeit der Annahmen und dem verbleibenden Risiko.
Der Verein hält dagegen, dass die vorsichtige Kalkulation die Tragfähigkeit zeigen solle. Für wirtschaftliche Schwierigkeiten brauche es klare und rechtssichere Vertragsregelungen.
Befürworter sollen Präsenz zeigen
Der Aufruf des TCA für die Sitzung macht deutlich, wie wichtig dem Verein die Entscheidung ist. Er fordert Mitglieder, Sportler und Unterstützer auf, am heutigen Freitag um 18.45 Uhr vor der Altenstadthalle Präsenz zu zeigen und für das Projekt zu werben.
In der anschließenden Social-Media-Diskussion stellten sich zahlreiche Bürger hinter den Hallenbau. Diese sichtbare Unterstützung kann allerdings nicht als repräsentative Stimmung verstanden werden.
Befürworter sehen in der Halle eine zusätzliche Sportmöglichkeit und eine Chance, die vorhandenen Anlagen zu einem zusammenhängenden Sportstandort weiterzuentwickeln. Skeptische Blicke richten sich stärker auf das Gewerbegrundstück, die Wirtschaftlichkeit und die Absicherung der Gemeinde.
Der TCA sieht in dem Projekt eine privat finanzierte Investition in zusätzliche Sportinfrastruktur, verbunden mit Erbbauzinseinnahmen und möglichen Gewerbesteuereffekten. Die Gemeindevertretung muss beurteilen, ob Standort und Vertragsbedingungen langfristig im Interesse der Gemeinde liegen. Der Verein signalisiert Gesprächsbereitschaft.
Sven Schöning