Bitcoin fällt unter 78.000 Dollar, nachdem Fed-Chef Warsh Zinserhöhung andeutet
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Bitcoin ist unter die Marke von 78.000 Dollar gerutscht. Auslöser ist die erste Grundsatzrede von Kevin Warsh als Chef der US-Notenbank Federal Reserve beim Symposium in Jackson Hole, in der er eine Zinserhöhung in Aussicht stellte, sollte die Inflation nicht bald nachlassen.
Die Fed werde „work to do“ haben, wenn sich der Preisauftrieb nicht rasch abschwäche, sagte Warsh laut Financial Times. Den Arbeitsmarkt beschrieb er als robust, die Zahlen zur Preisstabilität dagegen als „more concerning“. Das Zwei-Prozent-Ziel habe die Notenbank inzwischen 65 Monate lang verfehlt, der bevorzugte Preisindex PCE lag zuletzt bei einer Jahresrate von 3,7 Prozent. Die zuletzt besser als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten wollte Warsh ausdrücklich nicht als Trendwende gewertet wissen, wie Cointelegraph berichtet.
An den Terminmärkten sprang die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der September-Sitzung auf 60 Prozent, nach 35 Prozent am Vortag. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,33 Prozent, der Dollar legte gegenüber einem Währungskorb um 0,4 Prozent zu. Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent.
Der Kryptomarkt im Überblick
| Asset | Kurs | 24 Stunden | 7 Tage |
|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 77.928 USD | -3,03 % | -0,48 % |
| Ethereum (ETH) | 2.493 USD | -1,64 % | -0,88 % |
| BNB | 706 USD | -0,85 % | +2,85 % |
| XRP | 1,42 USD | -1,09 % | -2,24 % |
| Solana (SOL) | 106 USD | +1,81 % | +13,45 % |
| TRON (TRX) | 0,34 USD | +0,97 % | -1,01 % |
| Hyperliquid (HYPE) | 81 USD | -3,89 % | +7,79 % |
Trotz des Rücksetzers liegt Bitcoin auf Monatssicht deutlich im Plus, laut CoinGlass ist es der stärkste August seit 2017.
Warum Zinsen den Bitcoin-Kurs bewegen
Der wichtigste Kanal sind die Opportunitätskosten. Bitcoin wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigt die risikofreie Rendite, wie aktuell bei US-Staatsanleihen in Richtung 4,3 Prozent, wird das Halten zinsloser Anlagen relativ teurer, und Kapital wandert in verzinste Produkte.
Dazu kommt der Bewertungseffekt: Höhere Zinsen erhöhen den Abzinsungssatz für Anlagen, deren Wert stark von Zukunftserwartungen abhängt. Deshalb bewegt sich Bitcoin in solchen Phasen oft im Gleichschritt mit Technologieaktien. Restriktive Geldpolitik verknappt außerdem das Kapital für gehebelte Positionen, die im Krypto-Handel eine große Rolle spielen. Und ein starker Dollar wirkt für Käufer:innen außerhalb der USA wie ein zusätzlicher Preisaufschlag.
Dem steht das Argument vieler Krypto-Befürworter:innen gegenüber, dass hartnäckig hohe Inflation genau jenes Szenario ist, für das Bitcoin als Absicherung gedacht sei. Kurzfristig dominiert an den Märkten allerdings der Zinskanal. Die nächste Bewährungsprobe folgt mit der Sitzung des Offenmarktausschusses im September.
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