Tesla: FSD fährt in Brüsseler 30er-Zonen zu schnell - Golem.de


Kurz vor der Abstimmung zur EU-weiten Zulassung von FSD zeigt eine Studie, dass Teslas Fahrassistent es mit der Geschwindigkeit nicht so genau nimmt.

FSD Supervised in einem Tesla Model 3 (Bild: Friedhelm Greis/Golem)

FSD Supervised in einem Tesla Model 3 Bild: Friedhelm Greis/Golem

Teslas Fahrassistent FSD Supervised fährt einer von der belgischen NGO Johanna.be veröffentlichten Studie zufolge in 55 Prozent der Fälle in Brüsseler Tempo-30-Zonen zu schnell. Dabei wird eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 44 km/h erreicht, wie Electrek berichtete(öffnet im neuen Fenster).

In speziellen Anwohnerstraßen mit einem Tempolimit von 20 km/h fuhren die Teslas mit FSD in 42 Prozent der Fälle zu schnell. In Fahrradstraßen überholten die Fahrzeuge zudem Radfahrer, was nach belgischem Recht nicht erlaubt ist.

Grund für die Geschwindigkeitsüberschreitungen scheint zu sein, dass das Fahrassistenzsystem das erlaubte Maximaltempo oft schlicht nicht zu kennen scheint. Den Testern von Johanna.be zufolge zeigte das System eine erlaubte Geschwindigkeit von 50 km/h an, obwohl das nicht stimmte. In anderen Situationen soll FSD aber Fußgängern und Radfahrern oft den Vorrang gelassen haben.

EU-Gremium soll über EU-weite Zulassung abstimmen

Die Veröffentlichung kommt für Tesla zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Am 6. Oktober 2026 soll das Technische Komitee für Kraftfahrzeuge über eine EU-weite Zulassung von FSD Supervised abstimmen. Wenn mindestens 15 Länder, die 65 Prozent der EU-Einwohner repräsentieren, zustimmen, kann Teslas Assistenzsystem einfacher als bisher in EU-Ländern eingesetzt werden.

Bisher gibt es in einzelnen Ländern Zulassungen, aber keine EU-weite. Belgien, Dänemark, Estland, Slowenien und Tschechien haben FSD Supervised bisher zugelassen. In der Vergangenheit gab es bereits Hinweise darauf, dass Teslas Fahrassistenzsystem nicht fehlerfrei funktioniere – etwa in einem Werbevideo von Tesla zu FSD Supervised in Dänemark.

Ein auf die Ergebnisse der Studie angesprochener Sprecher der flämischen Regierung sagte, dass das System noch lerne und Fahrer "zu 100 Prozent" verantwortlich seien. Das steht so auch in Teslas Kleingedrucktem. Der Fahrzeughersteller zeigt in seiner Werbung aber immer wieder Situationen, in denen Fahrer nicht aufpassen. Auch Elon Musk teilt oft solche Videos.

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