„100-jährige Flut": Tim Cook erklärt Preiserhöhungen

Apple-Chef Tim Cook räumte während der gestrigen Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals 2026 ein, dass sein Unternehmen die Preise für bestimmte Produkte eigentlich lieber stabil gehalten hätte. Explodierende Kosten für Speicherbausteine hätten dem Konzern jedoch letztlich keine andere Wahl gelassen.
Eine „100-jährige Flut“ als Erklärung
Auf Nachfrage beschrieb Cook die aktuelle Situation mit einem ungewöhnlichen Bild: Man befinde sich derzeit in einer Art Jahrhundertkrise bei den Speicherpreisen, vergleichbar mit einer „100-jährigen Flut“. Die Preise für Speicherbausteine seien dabei nicht etwa moderat, sondern regelrecht exponentiell nach oben geschossen. Genau das sei letztlich der ausschlaggebende Grund für die Preisanpassungen gewesen, so der Apple-Chef sinngemäß.
Wie Apple bei Preisentscheidungen abwägt
Interessant wurde es auch bei der Frage, ob es Apple bei solchen Preisschritten in erster Linie um den Erhalt des absoluten Gewinns in Dollar oder eher um den Schutz der prozentualen Gewinnmargen gehe. Cook machte deutlich, dass eine solche Entscheidung von zahlreichen Faktoren gleichzeitig abhänge und sich nicht auf eine simple Formel reduzieren lasse. Stattdessen würden bei Apple stets drei Dimensionen parallel betrachtet: die verkaufte Stückzahl, der erzielte Umsatz sowie die Marge. Aus dem Zusammenspiel dieser drei Faktoren leite man dann eine unternehmerische Entscheidung ab – und zwar mit Blick auf die langfristige Entwicklung, nicht bloß auf ein einzelnes Quartal von rund 90 Tagen.
Offene Fragen rund ums iPhone 18 Pro

Zur spannenden Frage, ob auch die kommenden iPhone-Modelle teurer werden könnten, hielt sich Cook bedeckt und äußerte sich nicht konkret. Im September stehen schließlich sowohl das iPhone 18 Pro als auch das erste faltbare iPhone aus dem Hause Apple zur Vorstellung an. Zahlreiche Marktbeobachter und Analysten gehen inzwischen fest davon aus, dass auch bei diesen Geräten mit steigenden Preisen zu rechnen sein wird.
Ausblick auf die kommenden Monate
Für das kommende Geschäftsquartal rechnet Cook weiterhin mit spürbar höheren Ausgaben im Speicherbereich. Immerhin gebe es aber auch positive Gegeneffekte: Bei einigen Komponenten abseits des Speichers seien die Kosten zuletzt gesunken, zudem könnten vorhandene Lagerbestände einen Teil der Mehrkosten abfedern. Insgesamt zeichnet sich damit ab, dass Apple die aktuelle Speicherkrise zwar spürt, aber offenbar mit mehreren Stellschrauben gegenzusteuern versucht.