Österreich-Urlaubsregion erhöht Parkgebühren deutlich – „Preishammer“ trifft auch Einheimische hart
Stand: 15.08.2026, 06:17 Uhr
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Parken in Tirol könnte 2027 teurer werden: Das österreichische Bundesland möchte die höchstzulässige Parkabgabe anheben. Kritiker warnen davor.
München – Für viele Menschen ist der jährliche Urlaub in Tirol nicht wegzudenken – umso ärgerlicher, wenn das Parken vor Ort teurer wird. Die Tiroler Landesregierung plant eine Anhebung der maximalen Parkabgaben, die die Gemeinden verlangen können. Die Arbeiterkammer Tirol kritisiert Begründung und Folgen der Preissteigerungen.

Nach Angaben von meinbezirk.at soll erstmals seit der Verabschiedung des Tiroler Parkabgabegesetzes im Jahr 2006 der gesetzliche Höchstrahmen für Parkgebühren angehoben werden. Die genaue Summe legen anschließend die einzelnen Gemeinden fest. Laut den erläuternden Bemerkungen zu dem Gesetzesentwurf der Tiroler Landesregierung ist der Grund für die Gesetzesänderung die aktuelle Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) in Österreich. Aktuell ist der Gesetzesentwurf in Begutachtung.
Anregung für Gesetzesentwurf durch Tiroler Gemeinden
Mit dem Gesetzesentwurf habe die Regierung „eine Anregung der Tiroler Gemeinden aus der Praxis aufgegriffen“. Ein Zweck des Gesetzesentwurfes: Den jeweiligen Gemeinden könnten daraus „geringfügige, mittelbare Mehreinnahmen“ resultieren. Eine der wichtigsten Änderungen: Durch das Gesetz würde die Parkgebühr pro angefangener halber Stunde auf 1,60 Euro steigen. Aktuell liegt diese Summe laut Tiroler Tageszeitung bei 1,10 Euro, also eine Steigerung von etwa 45,5 Prozent.
Nach den erläuternden Bemerkungen zum Gesetzesentwurf könnte der Preis künftig immer dann steigen, wenn sich der Verbraucherpreisindex um 20 Prozent verändert hat. Die Landesregierung würde diese Änderungen dann per Verordnung durchsetzen können. Das genaue Ausmaß der Preissteigerungen würde sich an der Erhöhung des VPI orientieren. Weitere Änderungen betreffen Fahrzeuge über neun Meter, meist Reisebusse: Bei diesen soll es den Gemeinden erlaubt sein, den Höchstbetrag um bis zu 200 Prozent zu überschreiten. Grund sei die Flächeninanspruchnahme durch diese Fahrzeuge.
Arbeiterkammer mit Begründung des Gesetzes unzufrieden
Die geplanten Änderungen kritisiert die Arbeiterkammer Tirol (AK) scharf: AK-Präsident Erwin Zangerl kritisiert gegenüber meinbezirk.at die Begründung des Gesetzesentwurfs. „So wie es aussieht, wird jetzt jede Preiserhöhung mit dem Anstieg des Verbraucherpreisindex begründet, selbst wenn dieser sachlich überhaupt nicht greift.“
Nach Angaben der Tiroler Tageszeitung ist es die Rechtsmeinung der AK, dass nicht nur der Anstieg des VPI als Begründung für die Preiserhöhungen dienen darf. Man benötige „transparente Daten“ darüber, wie sich die Kosten für die Parkplätze in den vergangenen Jahren verändert haben. Vor diesem Hintergrund spricht AK-Präsident Zangerl von einem „Preishammer“, der auch die Tiroler betreffe. Ein Sprecher ergänzt, dass, wenn weniger Autos in die Innenstädte fahren sollen, das Land das auch so argumentieren muss. Derweil wurden Österreich-Urlauber auch Opfer von systematischer Abkassiererei – die Politik möchte nun gegensteuern.
Bei Verabschiedung des Gesetzes: Gemeinden können über Gebühren entscheiden
Düster sieht Zangerl laut meinbezirk.at die Auswirkungen für Handel und Gastronomie in Tirol. „Gerade in Zeiten stark schwankender Inflation werden alle Kostensteigerungen besonders aufmerksam wahrgenommen. Eine nicht ausreichend begründete Gebührenerhöhung wird auf wenig Verständnis treffen.“ Für den stationären Handel und die Gastronomie sei das geplante Gesetz ein Kundenvertreibungsprogramm, für die Bürger ein Ärgernis.
Falls das Gesetz zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt, müssen Urlauber und Einheimische die Entscheidung der einzelnen Gemeinde abwarten, um zu erfahren, wie viel mehr sie für das Parken bezahlen müssen. Wer bald in Tirol Skiurlaub machen möchte, der sollte sich übrigens auf hohe Preise einstellen: Schon in der vergangenen Saison erreichten diese teilweise ungekannte Höhen. (Quellen: meinbezirk.at, tt.com, lte.tirol.gv.at) (jws)