Trotz Sperrung zum Mont Blanc: Bürgermeister verweigert Rettungsaktion


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Sie hatten die Warnungen ignoriert und waren trotz Sperrung zur Goûter-Hütte aufgestiegen: Als 32 Bergsteiger am nächsten Morgen auf rund 3800 Metern festsaßen, baten sie um einen kostenlosen Hubschrauberflug ins Tal. Doch der Bürgermeister der Gemeinde Saint-Gervais, Jean-Marc Peillex, lehnte ab – für ihn war die Gruppe selbst für ihre Lage verantwortlich. Hintergrund ist ein wenige Tage zuvor abgegangener Steinschlag im sogenannten Goûter-Korridor, einer steilen und besonders gefährlichen Felsrinne am Mont Blanc.

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Wegen anhaltender Trockenheit und mehrerer Hitzewellen war die Steinschlaggefahr zuletzt deutlich gestiegen. Peillex hatte deshalb die Hütten Tête Rousse und Goûter aus Sicherheitsgründen schließen lassen. Auch Bergführer aus Saint-Gervais, Chamonix und Courmayeur sowie das französische Hochgebirgsbüro hatten eindringlich von einer Besteigung abgeraten. Die 32 Alpinisten ließen sich davon offenbar nicht abhalten. Sie stiegen zur Goûter-Hütte auf und verbrachten dort die Nacht.

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Mont Blanc: Bürgermeister verweigert kostenlosen Rettungseinsatz

Am Mittwochmorgen baten sie Hüttenbetreiber Antoine Ratin, die Behörden zu verständigen und einen kostenlosen Hubschraubertransport ins Tal zu organisieren. Ratin leitete die Anfrage an den Bürgermeister weiter. Peillex lehnte umgehend ab. Nach Rücksprache mit dem französischen Bergrettungsdienst PGHM seien die Bedingungen am Morgen wieder ruhig gewesen, heißt es. Ein Rettungseinsatz sei deshalb nicht erforderlich gewesen.

Die Bergsteiger hätten den Abstieg zu Fuß antreten können, argumentierte der Bürgermeister. Ein Teil der Gruppe tat dies auch. Für die übrigen Alpinisten wurde schließlich ein privater Hubschrauber des Unternehmens CMBH organisiert – auf eigene Kosten. Der Hubschrauber flog zur Hütte und brachte die Bergsteiger ins Tal. Peillex verteidigte seine Entscheidung und sprach von einem möglichen Wendepunkt für die französische Rettungspraxis.

Vorschlag: Bergsteiger sollen teure Kaution hinterlegen

Rettungseinsätze sollten seiner Ansicht nach ausschließlich tatsächlichen Notfällen vorbehalten bleiben. Wer sich trotz ausdrücklicher Warnungen leichtfertig in Gefahr bringe, müsse auch für die Folgen selbst aufkommen. Der Bürgermeister, der schlecht vorbereitete Alpinisten seit Längerem scharf kritisiert, fordert darüber hinaus eine finanzielle Absicherung für besonders riskante Besteigungen.

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Für einen „Aufstieg mit dem Tod im Gepäck“ sollten seiner Vorstellung nach 15.000 Euro Kaution hinterlegt werden, um mögliche Kosten für Rettung, Bergung oder Bestattung abzudecken. Es sei nicht hinnehmbar, dass im Ernstfall die französischen Steuerzahler dafür aufkommen müssten, hatte Peillex zuvor erklärt. Zugleich räumte er ein, dass eine solche Regelung rechtlich nur schwer durchzusetzen sein dürfte.

Der Mont Blanc ist der höchste Berg der Alpen, und unter den „Gipfelsammlern“ heiß begehrt. Auch in Norditalien wächst der Unmut wegen Bergsteigern, die Rettungshubschrauber als Taxis betrachten. Jeder zehnte Einsatz von Rettungshubschraubern sei auf schlechte Ausrüstung der Bergsteiger zurückzuführen, warnen Experten.