Trump will Iran zermürben statt zerstören
Trump spielt auf Zeit und redet Iran-Konflikt klein
«Es ist wie ein Schachspiel»
Nach militärischem Druck will Donald Trump auf Wirtschaftsdruck gegen den Iran setzen. Der US-Präsident ist überzeugt, dass Zermürbung auf Dauer funktioniere. Derweil versucht Teheran, die Bedingungen zu diktieren.
Publiziert: 05:19 Uhr
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Aktualisiert: vor 25 Minuten
Darum gehts
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- Donald Trump zeigt Gelassenheit im Iran-Konflikt und setzt auf Deeskalation
- Teheran fordert drastische Bedingungen für Öffnung der Strasse von Hormus
- 8 Mio. Barrel Öl pro Nacht passieren trotz Blockade die Meerenge
Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst
US-Präsident Donald Trump (80) gibt sich im Iran-Krieg betont gelassen. Am Sonntag sagte er, Washington halte den Konflikt bewusst auf kleiner Flamme und verhandle nur halbherzig mit dem Iran, der mit seiner enormen Inflation und fehlendem Geld kämpfe.
Es werde sich schon fügen, sagte Trump im Telefongespräch mit dem Newsportal Axios. «Es funktioniert immer», es sei «wie ein Schachspiel». Das iranische Regime, so Trump, stecke finanziell in «sehr schlechter Verfassung» und könne nicht einmal seine Soldaten bezahlen.
Anders als bei früheren Drohungen mit massiven Militärschlägen wetterte Trump neuerdings nicht gegen Teheran. Erst vor einer Woche stand er kurz davor, wieder grössere Kampfhandlungen anzuordnen. Indem er den Krieg zu deeskalieren versuche, heisst es aus Washington, werde das Regime mit der düsteren wirtschaftlichen Realität konfrontiert, für die es keine wirkliche Lösung gebe.
Iran will die Regeln bestimmen
Dabei versucht ausgerechnet Teheran, die Regeln vorzugeben: Das Regime stellte am Samstag drastische, neue Bedingungen für die Aufhebung der Blockade der Strasse von Hormus. Die USA dürften demnach den Iran künftig weder bedrohen noch beleidigen, müssten den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete im Libanon, in Gaza, im Jemen und im Irak dauerhaft beenden, die Seeblockade aufheben und ihre Truppen aus der Region abziehen. Hinzu kommen volle Entschädigungen für Kriegsschäden, die Aufhebung sämtlicher Sanktionen und die Freigabe aller eingefrorenen iranischen Gelder.
Bemerkenswert: Bis vor wenigen Wochen waren genau diese Forderungen an ein Atomabkommen geknüpft – jetzt verlangt Teheran sie bereits als Vorbedingung für die blosse Öffnung der Strasse von Hormus. Die Forderungen würden dem Iran eine bislang beispiellose Kontrolle über den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge verschaffen – jener Route, über die vor Kriegsbeginn rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen lief.
Öl fliesst trotz Blockade weiter
Aus US-Regierungskreisen verlautet derweil, dass trotz der Blockade weiterhin rund acht Millionen Barrel Öl pro Nacht über den südlichen Korridor der Strasse von Hormus ausgeführt würden – in Abstimmung mit dem US-Militär. Und solange kein Deal zustande komme, wolle Washington versuchen, noch mehr Öl durch die Meerenge zu bringen.
Trump verwies darauf, dass die Amerikaner beim aktuellen Ölpreis von rund 75 Dollar pro Barrel deutlich weniger unter dem Krieg leiden als in den ersten Konfliktwochen.
Derweil erklärte das US-Zentralkommando (Centcom) in der Nacht auf Montag, bislang 55 Schiffe umgeleitet, zwei manövrierunfähig gemacht und weitere zwei geentert zu haben.