„Unternehmen stehen auf dem Spiel“: Trump gegen staatliche KI‑Kontrolle – aber für „moralisch bindende“ Verfassung


Trump vereinbart mit Tech-Bossen „moralisch“ bindende „KI-Verfassung“

Stand: 30.09.2026, 20:30 Uhr

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US-Präsident Trump hält nichts von einer Kontrolle der KI‑Konzerne. Die sollen sich gegenseitig kontrollieren, sagte er bei einem Treffen mit der Branche.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump hat sich nach einem Treffen mit den Chefs führender KI-Unternehmen in Washington, D.C., gegen staatliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz ausgesprochen – und stattdessen auf die Eigenverantwortung der Branche gesetzt. „Ihre Unternehmen stehen auf dem Spiel, wenn etwas schiefgeht“, erklärte Trump. „Sie werden das nicht zulassen.“ Vielmehr müssten sich die Firmen „gegenseitig kontrollieren“.

US-Präsident Trump

US-Präsident Trump will Weltmarktführer in Sachen KI bleiben. © Alex Brandon/AP/dpa

Dies formulierte er vor dem Hintergrund der kürzlichen autonomen Hacking-Attacken durch KI-Systeme: Diese hatten die Debatte über unkontrollierbare Technologierisiken neu entfacht, wobei einige Branchenvertreter in ihrer Vermutung so weit gingen, KI könnte zukünftig die Menschheit auslöschen.

Immerhin wurde bei dem Treffen mit Trump eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, die laut dem von Trump veröffentlichten Dokument „robuste interne Kontrollen“ vorschreibt. Damit sollen unter anderem Bio- und Chemiewaffen-Risiken ausgeräumt und Hacking-Angriffe verhindert werden. In der Vergangenheit hatte Trump KI-Skeptiker als „Verschwörungstheoretiker“ und „Verräter“ beschimpft.

KI-„Verfassung“ für Trump „moralisch bindend“ – auch Musk und Zuckerberg unterschreiben

KI-Unternehmen erklärten sich zudem bereit, externe Beobachter zuzulassen – eine Idee, die Anthropic-Chef Dario Amodei vor einigen Wochen ins Spiel gebracht hatte und die auch von OpenAI-Chef Sam Altman sowie Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt wurde. Die Verwaltungsräte der KI-Firmen sollen darüber hinaus eigene unabhängige Gremien einrichten, die interne und externe Berichte prüfen. „Mit der Zeit könnte es Sinn ergeben, diese Schritte in Gesetzen oder Regeln festzuhalten“, heißt es in dem Dokument, das Trump als eine „Art Verfassung“ und „moralisch bindend“ bezeichnete.

Unterschrieben haben das Papier neben Amodei und Musk auch Meta-Gründer Mark Zuckerberg, Google-Chef Sundar Pichai und Nvidia-Chef Jensen Huang. Für OpenAI unterschrieb Top-Manager Greg Brockman; Altman selbst war verhindert, da er zeitgleich auf der jährlichen OpenAI-Entwicklerkonferenz in San Francisco auftrat. Dort stellte er unter dem Namen „Dots“ neue KI-Agenten vor, die eigenständig Aufgaben für Nutzer erledigen können. Ein Dot könne am Computer praktisch alles machen, „was man sich einfallen lassen kann“, erklärte Altman.

Amodei hingegen hatte sich vor dem Treffen dafür ausgesprochen, die Entwicklung der leistungsfähigsten KI-Modelle zu verlangsamen, um die Kontrolle über die Technologie nicht zu verlieren. Nach dem Treffen mit Trump formulierte er vorsichtig, dass KI zwar großes Potenzial habe, „aber auch sehr reale Risiken“; Maßnahmen dagegen seien „noch in der Diskussion“. Trump seinerseits betont, ein Grund gegen staatliche Eingriffe sei der Wettbewerb mit China, und die USA dürften ihren technologischen Vorsprung nicht einbüßen.

Mehrheit der US‑Amerikaner sieht KI kritisch

Derweil zeigt eine Umfrage, wie sehr die US-Amerikaner dem Thema mit Skepsis begegnen. The Independent dokumentierte eine Umfrage von CNN/SRSS, laut der bis zu 9 von zehn Amerikanern befürchten, dass künstliche Intelligenz die menschliche Kontrolle und Intelligenz übertreffen könnte. Sie stehen der Technologie mit ähnlich großer Mehrheit skeptisch und ablehnend gegenüber.

Fast die Hälfte der Befragten war überzeugt, dass KI sich in Zukunft wahrscheinlich negativ auf ihre persönliche wirtschaftliche Situation auswirken werde. Weniger als 20 Prozent waren gegenteiliger Meinung. (Quellen: dpa, ntv, The Independent) (ktho)