Mit 85 Jahren so kämpferisch wie nie: Ein linker Demokrat hat einen geheimen Millionen-Plan geschmiedet


Bernie Sanders als Speerspitze: Linke Demokraten wollen Trumps Mehrheit bei den Midterms brechen

Stand: 30.09.2026, 20:31 Uhr

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Bernie Sanders unterstützt vor den Midterms gezielt progressive Kandidatinnen und Kandidaten. Dabei setzt er gezielt auf eine Graswurzelbewegung.

Washington, D.C. – Bernie Sanders ist inzwischen 85 Jahre alt. Doch der Senator aus Vermont gibt sich derzeit so kämpferisch wie eh und je. Denn die Midterms am 3. November bieten ihm noch einmal die ideale Gelegenheit, seine linke Agenda massiv voranzutreiben. So nutzt er im Vorfeld der Zwischenwahlen die Mittel aus seiner Wahlkampfkasse, um mehrere progressive Kandidatinnen und Kandidaten finanziell zu unterstützen.

Bernie Sanders im US-Wahlkampf

Bernie Sanders im US-Wahlkampf bei einer Kundgebung für Peggy Flanagan in Minneapolis. © IMAGO / Holden Smith

Laut einem Bericht des US-Portals Politico hat Sanders im aktuellen Wahlzyklus mehr als 2,8 Millionen Dollar allein durch E-Mail-Fundraising gesammelt. Den größten Einzelbetrag von rund 574.000 Dollar erhielt Abdul El-Sayed im Bundesstaat Michigan. Zudem greift der Senator nun auch auf sein eigenes Kampagnenkonto zu, das zum 1. Juli ein Volumen von fast 23 Millionen Dollar auswies. Bedeutende Summen fließen dabei an Peggy Flanagan für das Senatsrennen in Minnesota sowie an Angie Nixon in Florida und Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison.

Schlüsseltest für Donald Trump und den US-Kongress

Die anstehenden Midterms gelten als der ultimative Test für die Machtbasis von Präsident Donald Trump im US‑Kongress. Sollten die Demokraten mindestens eine Kammer zurückerobern, könnten sie künftige Gesetzesvorhaben der Regierung blockieren. Trump selbst hat die Midterms zu einem Referendum über seine Person gemacht. Bei einem ungewöhnlichen Midterm-Parteitag bat er die Menschen, „so abzustimmen, als stünde mein Name auf dem Wahlzettel“.

Doch Sanders richtet sein Augenmerk eher auf bestimmte Einzelrennen. „Ich bin sehr stolz, dass viele starke Progressive die demokratischen Vorwahlen gewonnen haben. Wir müssen sie jetzt verteidigen“, erklärte Sanders gegenüber Politico. Man habe drei zentrale Senatsrennen im Blick, bei denen die Progressiven mit massiven Finanzmitteln der Gegenseite konfrontiert seien. Die entsprechenden Umfragen vor den Midterms zeigen ein geteiltes Bild:

Graswurzel-Organisierung statt teurer TV-Spots

Sanders setzt dabei bewusst auf Basisarbeit statt auf klassische Wahlwerbung. Sein Sprecher Jeremy Slevin unterstrich diese Haltung: „Wir leisten mit sehr wenigen Ausnahmen keine Beiträge an staatliche Parteistrukturen, die Beraterklasse oder klassische 30-Sekunden-TV-Spots. Wir halten es für viel wichtiger, stark in den Aufbau einer Graswurzelbewegung zu investieren.“

Sanders selbst bekräftigte: „TV-Werbung ist in den meisten Fällen weniger wichtig als der Aufbau der Graswurzelbewegung.“ Über zwei Jahre hinweg hat seine Kampagne „Fighting Oligarchy“ 14 Millionen Dollar für Kundgebungen und Basisorganisierung ausgegeben.

Beliebt in der Arbeiterklasse – Auftritte bis zum Wahltag

Während die Republikaner allein in Michigan von August bis November einen Werbevorteil von rund 30 Millionen Dollar im TV halten, setzt Sanders auf Vor-Ort-Organisatoren und SMS-Kampagnen. Seine Zugkraft bei Wählerinnen und Wählern abseits des Partei-Establishments ist dabei ungebrochen: So lehnte Rebecca Cooke, die demokratische Kandidatin in einem umkämpften Wahlkreis in Wisconsin, Wahlkampfauftritte mit der früheren Vizepräsidentin Kamala Harris ab. Sanders hingegen ist willkommen. „Seine Aufrichtigkeit beim Eintreten für Menschen, die übers Ohr gehauen werden, trifft bei Familien wie meiner einen Nerv“, so Cooke gegenüber Politico. In den verbleibenden Wochen bis zum 3. November will er persönlich für alle von ihm unterstützten Senatskandidaten auftreten – „und vielleicht noch für einige andere“. (Quellen: Politico, FiftyPlusOne) (cs)