U20-Europameister wagt Schritt nach Hamm: Horvath-Garaba träumt vom Klassenerhalt mit dem ASV


Stand: 02.09.2026, 18:00 Uhr

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ASV Hamm-Westfalen - Adam Horvath-Garaba

ASV-Neuzugang Adam Horvath-Garaba wurde mit der U20-Nationalmannschaft Ungarns Europameister. © Günter Thomas

Vom U20-EM-Titel nach Hamm: Adam Horvath-Garaba erlebt beim ASV einen schweren Einstand, blickt aber voller Zuversicht auf seine Zukunft.

Hamm – Nach Spielschluss zog es Adam Horvath-Garaba erst einmal zu seiner Familie auf die Tribüne. Die Eltern waren eigens aus Ungarn angereist, um ihren Sohn bei seiner Premiere in der 2. Handball-Bundesliga und im Trikot des ASV Hamm-Westfalen spielen zu sehen. Was der 18-Jährige bekam, waren tröstende Worte nach der frustrierenden 23:41-Niederlage gegen den VfL Eintracht Hagen. Ein Tiefschlag, den es erst einmal zu verdauen galt.   

Erst einen Tag zuvor hatte der Abwehrspezialist die Spielberechtigung für seinen neuen Verein erhalten. Als U20-Europameister hatte er im Sommer auf sich aufmerksam gemacht und in der vergangenen Woche beim Probetraining überzeugt. Lohn war ein Zweijahresvertrag. Gegen Hagen musste er durch den Ausfall von Alexander Coßmann dann gleich von Beginn an auf die Platte. Was er an der Seite von Jann Keno Jacobs (überwiegend) zeigte, war in Ansätzen vielversprechend. In der Summe blieb aber die nicht anders zu erwartende Erkenntnis, dass noch viel Arbeit auf ihn wartet.

ASV Hamm: U20-Europameister Horvath-Garaba startet durch

Seine Vorfreude auf die Zeit beim ASV ist dennoch ungebrochen. Denn vom ersten Schritt in den Profisport hat er geträumt, „seit ich zwölf, 13 Jahre alt bin“, sagt er. „In meiner Familie sind viele Sportler. Mein Großvater Imre Garaba war ein großartiger Fußballer, war sogar 1982 in Spanien mit der Nationalmannschaft bei der WM.“

Er selbst spielte in der Schule zunächst Fußball und Handball gleichzeitig, bis sein Sportlehrer die entscheidende Richtung vorgab. „Er wollte, dass ich Handball spiele, und ich liebe Handball. Deshalb habe ich mich dafür entschieden.“

Der Weg des gebürtigen Budapesters zu Ferencváros war entsprechend kurz, die weitere Karriere sowie der Drang nach Deutschland fast logische Folge. „Die Halle war nicht weit weg von zu Hause“, sagt Garaba. „Und zuletzt habe ich da auch in der 1. Liga gespielt. Aber da kommen nur 200, 300 Zuschauer zu den Spielen – nur in der Europa League waren es vielleicht 1000.“

Entsprechend groß waren die Freude auf die Hammer Arena und die ASV-Fans. Knapp 2000 Zuschauer im ersten Spiel – so gesehen hat sich der Wechsel bereits gelohnt. „Ich mag Hamm“, sagt er. „Die Arena ist super, und die Jungs helfen mir bei allem.“

ASV Hamm-Westfalen - Adam Horvath-Garaba

Daumen hoch für den ASV Hamm-Westfalen: Adam Horvath-Garaba. © Günter Thomas

Dennoch prasselt aktuell viel auf ihn ein. Erstmals in seinem noch jungen Leben ist der 18-Jährige, der aktuell noch bei Benjamin Edward untergekommen ist, aber zeitnah eine Wohnung in Ahlen beziehen wird, weg von zu Hause. „Ich muss selbst kochen und alles machen, was meine Mutter bisher gemacht hat“, sagt er. „Aber das kriege ich hin.“

Komplexer sind die Anforderungen in der Halle: „Hier ist das Training viel härter als in Ungarn. Ich muss mich erst daran gewöhnen. Aber das Training gefällt mir sehr gut“, sagt der Abwehrspezialist, der seine Qualitäten in der Defensive hat, nach eigener Aussage aber „auch gerne im Angriff“ spielt. „Meine Stärken da sind das Eins-gegen-eins-Spiel und der Wurf aus neun Metern.“ Gefragt sind aktuell beim ASV aber nur seine Defensivqualitäten: „Sehr aggressiv in der Defensive, gutes Auge, um das Spiel zu lesen. Und ich rede viel mit den Mitspielern, damit wir wissen, was auf der Platte passiert.“

Ein paar Brocken Deutsch aus der Schule sind noch vorhanden, ansonsten läuft die Kommunikation auf Englisch für den jungen Mann.

ASV-Neuzugang mit Defensivqualitäten

So sehr er sich über den Wechsel nach Hamm gefreut hat: Den bisher größten Moment seiner Sportlerkarriere erlebte er im Sommer in Rumänien, als er mit den Ungarn U20-Europameister wurde. „Ein Traum, ein Wahnsinnsgefühl. Wir haben in der Zwischenrunde gegen Schweden noch mit 16 Toren verloren“, sagt der Nationalspieler, der im Viertelfinale mit seinem Team die Deutschen mit 27:25 ausgeschaltet hatte, mit leuchtenden Augen. „Und im Finale schlagen wir die. In der Verlängerung war es so laut, trotzdem habe ich meine Eltern noch aus den ungarischen Fans rausgehört. Das war unglaublich. Und der Moment, als bei der Siegerehrung die Nationalhymne gespielt wurde, war so bewegend, das werde ich nie vergessen.“

Dem ASV würde es fürs Erste schon reichen, wenn er am Ende der Saison mit seinem Team den Vereinssong singen würde – als Einleitung zur Klassenerhalts-Party.