Nach verheerendem Feuer in Schweinestall: Anklage wegen Brandstiftung


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Verheerendes Feuer in Riedstadt Über 700 tote Schweine im Stall: Anklage wegen Brandstiftung

Hunderte verendete Schweine und ein stundenlanger Feuerwehreinsatz: Nach dem fatalen Brand in Riedstadt gehen die Ermittler jetzt von Brandstiftung aus. Zahlreiche Tiere sollen bereits vor dem Feuer gestorben sein.

Rauch steigt aus einem Gebäude auf, am linken Bildrand ist eine Hebebühne der Feuerwehr

Bei der Ankunft der Feuerwehr am Mastbetrieb haben schon die Flammen aus dem Dach geschlagen. Bild © 5vision.news

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00:40 Min.|Anna Vogel

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Bei einem verheerenden Feuer in einem Schweinemastbetrieb in Riedstadt-Wolfskehlen (Groß-Gerau) Ende Januar starben 715 Tiere. Die Ermittler sind sich bei der Ursache inzwischen sicher: Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat Anklage wegen Brandstiftung und dem Verdacht der Tierwohlgefährdung vor dem Amtsgericht Groß-Gerau erhoben.

Angeklagt ist eine Person aus Riedstadt, die ständigen Zugang zum Schweinestall hatte, wie Oberstaatsanwalt Robert Hartmann auf hessenschau-Nachfrage sagte.

Über 100 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. Schon wenige Tage später vermuteten Staatsanwaltschaft und Polizei Brandstiftung als Ursache. Die Kriminalpolizei fand am Brandort Spuren und Hinweise, die auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeuteten.

Dutzende Tiere bereits vor dem Brand tot

Als das Feuer ausbrach, befanden sich mehr als 700 Tiere in dem Stall. Keines der Schweine überlebte. Zunächst waren 390 Tiere beim Brand tot aufgefunden worden, 325 weitere Schweine mussten kurz darauf "aus tierschutzrechtlichen Gründen erlöst werden, da alle an Symptomen durch die Rauchgasvergiftung litten", wie das Veterinäramt des Kreises Groß-Gerau damals mitteilte.

Brisant ist außerdem: Laut Staatsanwaltschaft ergaben nun die Ermittlungen, dass rund 60 Schweine schon tot waren, und zwar vermutlich mehrere Wochen bevor der Brand ausgebrochen war.

Die Schweine waren nicht mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert, wie die Obduktion der Tiere ergab. Die konnte somit als Ursache ausgeschlossen werden.

Kontrolle des Mastbetriebs war angekündigt

Bereits kurz nach dem Brand bestand der Verdacht, dass einige Tiere vor dem Feuer verendet waren. Der Verwesungszustand einiger Schweine deutete darauf hin, wie die Ermittler damals mitteilten.

Als Grund vermutet die Staatsanwaltschaft, dass die Tiere nicht ausreichend versorgt waren. Wie eine Sprecherin des Kreises Groß-Gerau bestätigte, hatte das Veterinäramt für den Tag nach dem Brand eine routinemäßige Kontrolle angekündigt.

Nach Angaben der Kreis-Sprecherin war es der letzte große Schweinestall im Kreis Groß-Gerau. Aktuell gebe es nur noch rund 50 Hausschweine im Kreis. Vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Jahr 2024 waren es insgesamt mehr als 1.000 Schweine.