Ukraine-News: Gouverneur ruft Einwohner von Cherson zur Evakuierung auf


Menschen sammeln sich am Hafen von Cherson, um abzureisen

Ukraine-News

von MDR AKTUELL

Stand: 27.08.2026 23:56 Uhr


27.08.2026 22:21 Uhr

Gouverneur ruft Einwohner der ukrainischen Stadt Cherson zur Evakuierung auf

Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. "Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt", schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandre Prokudin im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe wird befürchtet, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte. (Quelle: AFP)


27.08.2026 21:55 Uhr

Vier EU-Staaten fordern eingefrorene russische Vermögen zur Verwendung für Ukraine

Vier Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben erneut die Verwendung der in der EU eingefrorenen russischen Vermögenswerte für die Unterstützung der Ukraine ins Spiel gebracht. Fachleute der EU-Kommission sollten in Absprache mit den Mitgliedstaaten "neue Möglichkeiten prüfen, wie die eingefrorenen Vermögenswerte zum Nutzen der Ukraine eingesetzt werden können", forderten die Außenminister Spaniens, der Niederlande, Polens und Schwedens in einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Dabei müsse dafür gesorgt werden, dass das Risiko einer solchen Maßnahme auf alle EU-Mitgliedstaaten verteilt werde und "kein Mitgliedstaat eine unverhältnismäßige Last trägt", heißt es in dem Schreiben weiter. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, eingefrorene russische Zentralbankgelder für ein Reparationsdarlehen an die Ukraine zu verwenden. Dies scheiterte aber nach langen Diskussionen unter anderem an den Bedenken Belgiens. (Quelle: AFP, Reuters)


27.08.2026 18:17 Uhr

Litauen repariert Leopard-2-Panzer

Litauen hat mehrere Leopard-2-Panzer repariert, die westliche Partner der Ukraine geliefert hatten, im Abwehrkampf gegen Russland jedoch beschädigt wurden. Die wieder instand gesetzten Kampfpanzer wurden bei einer Zeremonie in Jonava an Kiew übergeben und sollen schon bald wieder aus dem baltischen EU- und Nato-Land an die Front zurückkehren. Dies teilten das Unternehmen Lithuania Defense Services (LDS) und die deutsche Botschaft in Vilnius in sozialen Medien mit. Wie viele Leopard-2-Panzer instandgesetzt worden sind, wurde nicht mitgeteilt.

Repariert wurden die Panzer in einem Wartungszentrum von LDS, einem litauischen Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Rüstungsfirmen Rheinmetall und KNDS. Finanziert wurde die Instandsetzung den Angaben zufolge von Deutschland, das der Ukraine nach langer Debatte seit Anfang 2023 Leopard-2-Panzer liefert. Auch andere Nato-Partner haben der Ukraine Panzer aus ihren Beständen übergeben. (Quelle: dpa)

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A7V vom dem Lehrbataillon 93 der Bundeswehr fährt während einer Übung zur Gefechtsaufklärung auf dem Truppenübungsplatz.

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 der Bundeswehr. (Archivbild)


27.08.2026 16:23 Uhr

Gegenseitige Luftangriffe, Ukraine schießt sieben ballistische Raketen ab

Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftschläge auf Ziele im Hinterland des Gegners fortgesetzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf sozialen Netzwerken mit: "Die Russen haben kritische Infrastruktur in den Gebieten Poltawa, Sumy und Cherson angegriffen". Nach Angaben örtlicher Behörden brannten östlich der Hauptstadt Kiew im Landkreis Boryspil Lagerhallen nach russischen Angriffen. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden.

Die ukrainische Luftwaffe fing dabei nach eigenen Angaben erstmals seit längerem sieben ballistische Raketen ab. Zudem sei eine Antischiffsrakete des Typs Oniks abgeschossen worden, hieß es. Ukrainischen Angaben zufolge wurden rund 86 Prozent der vom russischen Militär eingesetzten Drohnen abgefangen. Fünf russische Drohnen verletzten nach Auskunft des moldauischen Verteidigungsministeriums in Chisinau auch kurzzeitig den Luftraum Moldaus.

Video: Ein Toter und mindestens vier Verletzte in der Ukraine (1 Min)

Die Ukraine wiederum setzte ihre Angriffe auf Lager von russischen Internethändlern fort. Im Uralgebiet wurde nach Unternehmensangaben ein Logistikzentrum des zweitgrößten russischen Marktplatzes Ozon in Ufa von ukrainischen Drohnen angegriffen. Demnach musste auch in Orenburg nahe der kasachischen Grenze wegen Raketengefahr ein Verteilzentrum kurzzeitig geräumt werden. Es habe aber weder Opfer noch Schäden gegeben. (Quelle: dpa)


27.08.2026 15:07 Uhr

TotalEnergies steigt aus russischem Erdgas-Projekt aus

Das französische Energieunternehmen TotalEnergies hat nach eigenen Angaben seinen Ausstieg aus einem mit US-Sanktionen belegten russischen Erdgas-Projekt vollzogen. "TotalEnergies bestätigt, dass die Übertragung seiner zehnprozentigen Beteiligung an Arctic LNG 2" an eine Tochterfirma des russischen Mehrheitseigners Nowatek "abgeschlossen wurde", erklärte der Konzern am Donnerstag. "TotalEnergies ist somit kein Anteilseigner von Arctic LNG 2 mehr."

Die meisten Unternehmen aus westlichen Ländern verkauften nach der russischen Invasion in der Ukraine schnell ihre russischen Betriebe und Beteiligungen. Die Sanktionen erschweren den Handel mit den meisten Waren. Seitdem hat Russland es für Unternehmen schwerer gemacht, das Land zu verlassen und eine präsidentielle Genehmigung zur Voraussetzung für entsprechende Geschäfte gemacht. TotalEnergies hatte im Juli angegeben, eine Autorisierung für die Übertragung der Anteile an Arctic 2 bekommen zu haben. (Quelle: AFP)


27.08.2026 13:54 Uhr

Ukraine stellt neue Friedensgespräche im September in Aussicht

Neue Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Vertretern unter Beteiligung der USA könnten nach Angaben aus Kiew womöglich im September stattfinden. Die Ukraine bemühe sich um eine Wiederbelebung der Verhandlungen, sagte der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow dem ukrainischen Nachrichtenportal "Novyny Live". Die von den USA vermittelten Friedensgespräche waren in diesem Jahr ins Stocken geraten. Die Ukraine hatte russische Forderungen nach Gebietsabtretungen abgelehnt. (Quelle: Reuters)


27.08.2026 13:43 Uhr

Russland greift Einkaufszentrum in Charkiw an

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw ist mindestens ein Mensch getötet worden. Vier Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ziel der Attacke sei ein Einkaufszentrum gewesen.

Auch zahlreiche weitere ukrainische Städte waren in der Nacht unter Beschuss geraten. Betroffen waren unter anderem die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer, Krywyj Rih in der Landesmitte und Saporischschja im Süden. Insgesamt wurden den Angaben zufolge mindestens elf Menschen verletzt. In der ukrainischen Region Sumy wurde mindestens ein Mensch getötet. (Quelle: dpa)

Video: Ein Toter und vier Verletzte nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum (1 Min)


27.08.2026 13:06 Uhr

Russischer Offizier bei Autoexplosion getötet

Bei der Explosion eines Autos in Sankt Petersburg ist einem Medienbericht zufolge ein russischer Offizier getötet worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Oberstleutnant, berichtete die russische Online-Zeitung "Fontanka". Seine Ehefrau, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befunden habe, sei verletzt worden. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor. Russland macht die Ukraine für eine Reihe von Anschlägen auf hochrangige Militärs und Personen verantwortlich, die mit dem russischen Angriffskrieg in Verbindung stehen. (Quelle: Reuters)


27.08.2026 04:37 Uhr

CIA-Direktor warnt Russland vor Angriff auf Nato-Staaten

CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und das Magazin "Politico" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht.

Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren. (Quelle: dpa)

Moskau (Symbolbild)

27.08.2026 04:18 Uhr

Russland greift mit Drohnen und Raketen Kiew und weitere Städte an

Russland hat die Ukraine erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen. In der Hauptstadt Kiew waren Explosionen zu hören, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Den Behörden zufolge fielen Trümmer in den Hof eines Wohnhauses. In Krywyj Rih wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen bei einem Angriff auf eine Industrieanlage verletzt, in Saporischschja drei weitere. (Quelle: Reuters)


27.08.2026 03:26 Uhr

Nach Leipziger Drohnenfund: Frankreich prüft Anschlagsrisiko

Frankreich prüft nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle die Gefahr von Anschlägen auf wichtige Unternehmen und die Infrastruktur des Landes. Der Fund einer Sprengstoffdrohne in Leipzig sei ein Signal, dass man die Möglichkeit "direkterer, gewalttätigerer Aktionen" auf französischem Territorium in Betracht ziehen müsse, sagte die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Celine Berthon, am Mittwoch.

Video: Weitere Drohne und Sprengstoff nahe Flughafen Leipzig/Halle entdeckt (2 Min)


26.08.2026 00:05 Uhr

Die Ereignisse gestern – 26. August 2026

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele in Russland ausgeweitet. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind in der Nacht mehr als 400 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Der Gouverneur der Region Tambow teilte mit, ein großes Lager sei getroffen worden und in Brand geraten. Im russisch kontrollierten Teil der Region Luhansk sind zudem nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs Leonid Passetschnik bei einem ukrainischen Angriff auf einen Bus neun Menschen getötet worden.

Unterdessen hat die Ukraine ihre Truppen an der stark umkämpften Front in der Region Donezk verstärkt. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, zwei neue Einheiten unter der Führung bekannter Kommandeure würden dort eingesetzt. Selenskyj besuchte außerdem Soldaten im südöstlichen Frontabschnitt Oleksandriwskyj, wo die ukrainische Armee nach eigenen Angaben zuletzt Gelände zurückgewonnen habe.

Video: Fedorow mit Video-Botschaft zu Wahlen in der Ukraine (1 Min)

Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat die Kriegsstrategie seines Landes scharf kritisiert. In einem Interview erklärte er, die Ukraine drohe "ins Hintertreffen" zu geraten. Es fehle unter anderem an einer Strategie für KI-gesteuerte Drohnen, an günstigen Abfangraketen gegen Luftangriffe und an einem eigenen ballistischen Raketenprogramm. Das ukrainische Präsidialamt wies die Kritik zurück und erklärte, Fedorow habe die Kriegsführung während seiner Amtszeit noch positiv bewertet.


27.08.2026 06:48 Uhr

Ukraine-News am Mittwoch, 27. August 2026

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Rettungskräfte beseitigen Trümmer und suchen nach Menschen in einem Wohnblock, der von einer Rakete getroffen wurde. Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler Podcast Putins Krieg