Umfrage in Saarbrücken: Aktivrente im Saarland – „Das werde ich mit Sicherheit machen


Umfrage in Saarbrücken Aktivrente im Saarland – „Das werde ich mit Sicherheit machen"

Saarbrücken · Nach Renteneintritt weiterarbeiten? Das soll mit der Aktivrente nun attraktiver werden. Was halten die Saarländer davon? Die SZ war in Saarbrücken unterwegs, um darüber mit Passanten zu reden.

21.07.2026 , 07:00 Uhr

 Mit der Aktivrente soll ein Anreiz zur Weiterarbeit nach Renteneintritt geschaffen werden.

Mit der Aktivrente soll ein Anreiz zur Weiterarbeit nach Renteneintritt geschaffen werden.

Foto: Markus Lenhardt

56 Prozent der Saarländer ab 50 wollen früher in Rente gehen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport hervor (wir berichteten). Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel laut Industrie- und Handelskammer eine Herausforderung für die saarländische Wirtschaft. Wenn nun auch noch mehr Menschen früher in Rente gehen, könnte sich das Problem weiter verschärfen. Die Aktivrente soll an dieses Problem anknüpfen: Mit dem Modell können Menschen, die das Rentenalter bereits erreicht haben, freiwillig weiterarbeiten und hierfür bis zu 2000 Euro steuerfrei dazuverdienen. So will die Bundesregierung einen Anreiz zur Weiterarbeit schaffen. Doch wie viele Leute wissen über das Konzept Bescheid? Und gibt es im Saarland genügend Leute, die das Angebot nutzen würden?

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Foto: Stefan Puchner/dpa/Stefan Puchner

„Das werde ich mit Sicherheit machen“

Die SZ war in der Landeshauptstadt unterwegs und hat Passantinnen und Passanten gefragt, ob sie die Aktivrente kennen und nutzen würden. Einige der Befragten stehen dem Modell positiv gegenüber. Eine davon ist Antonia Kirsten. Sie ist Physiotherapeutin und kennt das Konzept der Aktivrente bereits. Die 59-Jährige gibt auf die Frage, ob sie sich die Aktivrente vorstellen könnte, eine klare Antwort: „Ja sicher, das werde ich mit Sicherheit auch machen.“

Denise Rixecker, Gesangslehrerin in Saarbrücken, kannte die Aktivrente hingegen bisher nicht. Die 47-Jährige, die noch einige Jahre arbeiten muss, hält es für möglich, dieses Konzept später zu nutzen. Auch einige Passanten, die bereits im Ruhestand sind, schließen das Angebot nicht aus. Dieter Wolf ist 69 Jahre alt und schon länger in Rente, findet das Konzept aber gut: „Also wir sind beide verrentet, meine Frau und ich, und sind jetzt nicht auf das Weiterarbeiten angewiesen, würden aber – wenn ein interessantes Angebot kommen würde – egal in welche Richtung, das gerne machen und dabei ein paar Groschen dazuverdienen.“

Dieter Wolf ist bereits im Ruhestand, kann sich die Aktivrente aber vorstellen.

Foto: Claire Buri

Die individuelle Situation der Menschen spiele eine Rolle

Doch nicht alle Befragten sind überzeugt von der Aktivrente. Ein ehemaliger Krankenpfleger, der seinen Namen in der SZ nicht lesen möchte, sieht das Konzept differenzierter: „Es sind ja sehr viele Leute auf das Geld angewiesen. An und für sich ist die Sache nicht schlecht. Man muss auch abwägen, welche Berufsgruppe. Natürlich sagt jemand, der immer am Bau gearbeitet hat: ‚Ich soll jetzt noch weiterarbeiten?‘“

Für andere hingegen kommt die Aktivrente nicht infrage. Klaus und Maria Weiland sind bereits über 70 und schon länger in Rente. Das Konzept kennen sie zwar bereits durch die Familie, schließen aber ein Weiterarbeiten im Ruhestand aus: „Mein Bruder möchte das jetzt machen, in Aktivrente gehen und 2000 Euro dazuzuverdienen. Für uns beide kommt das aber jetzt nicht mehr infrage“, sagt Klaus Weiland. (lck)