Merz so unbeliebt wie nie: Nur noch zehn Prozent zufrieden – selbst in der Union überwiegt die Kritik


Umfrage-Knall: Merz so unbeliebt wie nie – Union fällt auf Fünf-Jahres-Tief

Stand: 15.09.2026, 19:51 Uhr

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Massive Unzufriedenheit mit dem Kanzler, die Regierungsparteien in der Krise. Doch zwei Parteien können in einer neuen Umfrage profitieren.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat in der aktuellen Umfrage den tiefsten Zustimmungswert seiner gesamten Kanzlerschaft erreicht. Nur noch zehn Prozent der Bundesbürger sind laut dem RTL/ntv-„Trendbarometer“ mit seiner Arbeit zufrieden – drei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. 88 Prozent der Befragten bewerten die Leistungen des CDU-Politikers als nicht ausreichend.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sich mit schwachen Umfragewerten konfrontiert.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sich mit schwachen Umfragewerten konfrontiert. © Christoph Soeder/dpa

Gleichzeitig fällt seine Partei auf den niedrigsten Wert seit fast fünf Jahren. Die Zahlen erscheinen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Am kommenden Wochenende stehen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an. Sollte es dort zu zwei Wahlpleiten kommen, könnte Merz eine „indirekte Vertrauensfrage“ stellen.

Umfrage vor Landtagswahlen: Union verliert weiter – AfD bleibt stärkste Kraft

CDU und CSU kommen in der Sonntagsfrage nur noch auf 20 Prozent – ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche und der schlechteste Wert seit Oktober 2021. Die AfD bleibt trotz eines leichten Rückgangs um einen Punkt mit 27 Prozent klar stärkste Kraft. Die bestehende Koalition aus Union und SPD kommt damit zusammen auf lediglich 32 Prozent und hätte derzeit keine Mehrheit im Bundestag.

Zu den Gewinnern der aktuellen Erhebung zählen die Grünen. Sie legen um zwei Prozentpunkte zu und erreichen mit 18 Prozent ihren besten Wert seit April 2023. Die Linke verbessert sich ebenfalls um einen Punkt auf zwölf Prozent und zieht damit mit der SPD gleich, die unverändert bei zwölf Prozent verharrt. FDP und BSW liegen mit vier beziehungsweise drei Prozent weiterhin unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde.

ParteiProzentpunkte
AfD27 (-1)
CDU/CSU20 (-1)
Die Grünen18 (+2)
SPD12
Die Linke12 (+1)
FDP4
BSW3
Sonstige4

Das Institut Forsa befragte für das „Trendbarometer“ vom 8. bis 14. September insgesamt 2502 Wahlberechtigte. Die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus 2,5 Prozent angegeben.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen zu etwaigen Wahlausgängen.

Massive Unzufriedenheit mit dem Kanzler: Merz verliert auch in den eigenen Reihen

Die Unzufriedenheit mit dem Kanzler zieht sich durch nahezu alle Wählerschichten. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU überwiegt die Kritik: 57 Prozent von ihnen sind mit der Arbeit von Merz unzufrieden, nur 42 Prozent bewerten sie positiv. Bei den Unterstützern des Koalitionspartners SPD fällt das Urteil noch deutlicher aus – 87 Prozent geben dem Kanzler ein schlechtes Zeugnis. Bei Grünen, Linken und AfD liegt die Ablehnung zwischen 90 und 99 Prozent.

Auch bei der Frage nach der politischen Kompetenz schneiden alle Parteien im RTL/ntv-„Trendbarometer“ schlecht ab. 55 Prozent der Befragten trauen keiner Partei zu, die Probleme im Land zu lösen. Die AfD erhält mit gerade einmal 13 Prozent die höchste Zuschreibung, gefolgt von der Union mit elf Prozent – ein weiterer Rückgang um einen Prozentpunkt. Den Grünen vertrauen acht Prozent, SPD und Linke kommen jeweils auf fünf Prozent.

Angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland spricht sich eine Mehrheit der Bundesbürger dafür aus, dass die CDU künftig auch Absprachen mit der Linkspartei treffen sollte. 54 Prozent befürworten eine solche Zusammenarbeit, wenn sie die Bildung einer Landesregierung ohne Beteiligung der AfD ermöglicht. 38 Prozent lehnen dies ab. Auch unter den Anhängern von CDU und CSU gibt es dafür eine klare Mehrheit. 63 Prozent befürworten Absprachen mit der Linken in Ostdeutschland, 34 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Umfrage zeigt Wirtschaftspessimismus trotz prognostiziertem Aufschwung

Obwohl mehrere deutsche Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr einen überraschend starken Konjunkturaufschwung erwarten, schaut ein Großteil pessimistisch in die Zukunft. 63 Prozent der Deutschen blicken weiterhin negativ auf die wirtschaftlichen Perspektiven, nur 16 Prozent erwarten eine Verbesserung der Lage. Ein knappes Fünftel – 21 Prozent – sieht keine Veränderung.

Das meistgenannte Thema im aktuellen Trendbarometer sind die bevorstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, die fast zwei Drittel der Befragten beschäftigen. 22 Prozent heben die Lage von Koalition und Regierung hervor, 21 Prozent nennen die wirtschaftliche Situation. Der Krieg in der Ukraine folgt mit 15 Prozent, das Thema Rechtsradikalismus – nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vermehrt genannt – mit elf Prozent. (Quellen: RTL/ntv, dpa, AFP) (nak)