Umfrage: Mehrheit für Handyverbot, aber gegen KI-Bann an Schulen


Österreich

Laut einer Ipsos-Umfrage sprechen sich 72 Prozent der Befragten für ein Social-Media-Verbot bis 14 aus. Die Haltung gegenüber KI im Unterricht ist gespalten

3. August 2026, 06:55

In Österreich unterstützt die Mehrheit ein Handyverbot an Schulen, 62 Prozent sind in einer aktuellen Online-Erhebung von Ipsos (1000 Befragte) dafür. Die Zustimmung für ein generelles Social-Media-Verbot bis 14 ist mit 72 Prozent noch höher. Hierzulande dürfen Handys seit Mai bis zur 8. Schulstufe im Schulhaus nicht mehr privat genutzt werden, ein Social-Media-Verbot wird gerade vorbereitet. Für einen Bann von KI-Anwendungen wie ChatGPT wäre nur jeder oder jede Dritte.

Ein Mensch gibt einen Text in ChatGPT ein.
Der Umgang mit KI im Unterricht gilt als große Herausforderung für das Bildungssystem.

"Die österreichische Bevölkerung unterscheidet damit klar zwischen Smartphones und sozialen Medien auf der einen sowie KI als Lernwerkzeug auf der anderen Seite", kommentierte Ipsos-Studienautor Alexander Zeh in einer Aussendung. Gleichzeitig erwartet nur eine Minderheit (21 Prozent), dass Künstliche Intelligenz und andere technologische Entwicklungen sich überwiegend positiv auf das Bildungssystem auswirken werden. Die meisten Befragten (39 Prozent) rechnen sowohl mit positiven als auch negativen Folgen, 30 Prozent mit überwiegend negativen. Für ein Fünftel gehört der Umgang mit KI im Unterricht derzeit auch zu den größten Herausforderungen für das Bildungssystem.

Digitaler Raum als Sorgenkind

Noch deutlich öfter genannt wurde bei dieser Frage allerdings die Integration von Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache (58 Prozent), gefolgt von einem veralteten Lehrplan (42 Prozent) und Lehrermangel (34 Prozent). Die Qualität des Bildungssystems wird insgesamt von je rund einem Drittel als gut bzw. "weder gut noch schlecht" bewertet, für 28 Prozent ist sie "eher" oder "sehr schlecht". Ebenfalls nur ein Drittel ist der Meinung, dass das heimische Schulsystem es schafft, soziale Ungleichheiten zu verringern und gut auf das Berufsleben vorzubereiten.

Einen Hochschulabschluss sehen über zwei Drittel weiterhin als wichtige Grundlage, um Karriere zu machen. Geht es generell um ein erfolgreiches Leben, halten deutlich weniger Befragte (41 Prozent) ein Studium für wichtig. Dazu passend würden 36 Prozent jungen Menschen empfehlen, direkt nach der Schule in die Arbeitswelt einzusteigen. Nur 24 Prozent raten, zuerst ein Studium abzuschließen.

Insgesamt sehen die Befragten für die hiesige Jugend viele Herausforderungen, vor allem den Umgang mit Migration, steigende Lebenshaltungskosten, Mobbing und Gruppenzwang, digitale Abhängigkeit und Auswirkungen von Social Media und KI. Gleichzeitig halten zwei Drittel Österreich weiter für ein sicheres Land für junge Menschen. Deutlich düsterer wird die Lage im digitalen Raum wahrgenommen: Nur 25 Prozent schätzen diesen als sicher für die österreichischen Jugendlichen ein, 62 Prozent nicht. (APA, 3.8.2026)