Bas-Angriffe von Union „unmenschlich“? Brisante SMS von JU-Chef sickert durch
„Unanständige“ Angriffe gegen Bas? SMS von JU-Chef sickert durch – und wirft neues Licht auf die Lage
Stand: 15.10.2026, 19:52 Uhr
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Hat die Union Bärbel Bas trotz eines Trauerfalls angegriffen? So der Vorwurf der SPD. Die Union weist dies zurück. Eine SMS des JU-Chefs gibt nun neue Einblicke.
Berlin – Bärbel Bas ist als Arbeitsministerin zurückgetreten. Sie begründete dies mit einem privaten Schicksalsschlag – und andauernden Angriffen gegen ihre Person trotz dieser Situation. SPD-Chef Lars Klingbeil sprach anschließend von „unanständigen“ Attacken gegen seine Partei-Co-Chefin. Es sind harte Angriffe gegen den Koalitionspartner von der CDU/CSU. Doch war die Union tatsächlich „unanständig“?

Eine SMS von JU-Chef Johannes Winkel mag nun zumindest in die entgegengesetzte Richtung weisen. Winkel hatte dem Tagesspiegel Anfang Oktober ein Interview gegeben. Darin hatte er gefordert, dass es schnellstmöglich einen Entwurf aus dem damals von Bas geführten Arbeitsministerium geben müsse, um die Empfehlungen der Rentenkommission umzusetzen.
SMS taucht auf: JU-Chef wollte „Rücksicht auf persönliche Situation“ von Bas nehmen
Den Namen von Bärbel Bas nannte Winkel in diesem Zusammenhang allerdings nicht und ergänzte laut Tagesspiegel sogar in einer SMS: „Ich will Frau Bas gerade nicht gerne persönlich erwähnen, weil sie einen Trauerfall hat, soweit ich weiß“. Diese SMS vom 3. Oktober macht der Tagesspiegel nun öffentlich und schlussfolgert: Es war Winkel „nachweislich ein Anliegen, Rücksicht auf die persönliche Situation“ von Bärbel Bas zu nehmen.
Das passt nun aber so gar nicht in die Erzählung der SPD. Bas selbst hatte bei ihrem Rücktritt kritisiert, dass in dieser für sie schwierigen Zeit, „die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“, forciert worden seien. Deutlich wurde auch SPD-Chef Lars Klingbeil: Er hatte von „unanständigen“ Angriffen gesprochen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sah „unmenschliche“ Attacken aus der Union.
Bas hart angegriffen? Union weist SPD-Vorwurf scharf zurück
Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte Vorwürfe aus der SPD direkt zurückgewiesen. Er habe in den vergangenen drei Wochen von seiner eigenen Partei „jede persönliche, auch christliche Rücksichtnahme auf sie eingefordert“, sagte er bereits am Montag. Er könne nicht feststellen, dass die Union dagegen verstoßen habe. Unionsfraktionschef Thorsten Frei wies die Vorwürfe der SPD am Mittwoch ebenfalls als haltlos zurück. Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte er: „Mir ist gar keine einzige Äußerung bewusst aus den letzten drei, vier Wochen, die in irgendeiner Weise verletzend gewesen wäre“.
Tatsächlich hat die SPD bislang keinen einzelnen Angriff benannt. Auch in Interviews finden sich keine Attacken der Union gegen Bas in der betreffenden Zeit.
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte allerdings: Es gehe nicht um eine besonders aggressive Sprache der Angriffe, sondern mehr um täglich konfrontative Nachfragen. Und weiter: Man müsse vor allem vom Koalitionspartner erwarten können, dass in einer solchen Lage Rücksicht genommen werde. (Verwendete Quellen: Tagesspiegel, dpa, frühere Berichterstattung) (rjs)