Uniklinikum Homburg bündelt Hilfe gegen Volkskrankheiten: Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck – neue Hilfe für Risikopatienten


Uniklinikum Homburg bündelt Hilfe gegen Volkskrankheiten Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck – neue Hilfe für Risikopatienten

Homburg · Das Zusammenspiel mehrere Risikofaktoren kann für Patienten dramatische Folgen haben. Am Uniklinikum in Homburg arbeiten unterschiedliche Kliniken nun noch enger zusammen. Wie die Strategie aussieht.

16.07.2026 , 18:00 Uhr

Gesunde Fettsäuren, viel Gemüse, komplexe Kohlenhydrate: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um gesund zu leben.  Manchmal müssen aber zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.

Gesunde Fettsäuren, viel Gemüse, komplexe Kohlenhydrate: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um gesund zu leben. Manchmal müssen aber zusätzlich Medikamente eingesetzt werden.

Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Christin Klose

Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselerkrankungen oder Bluthochdruck stellen ein großes Risiko für die Gesundheit dar. Vor allem dann, wenn die verschiedenen Faktoren gleichzeitig und in Kombination auftreten. Wenn Patientinnen und Patienten von solch einem Cluster betroffen sind, spricht man in der Medizin von einem metabolischen Syndrom.

Laut Schätzungen liegt dies bei jedem dritten Menschen in Deutschland vor und treibt das Risiko für Fettleber-Erkrankungen (in der Medizin als MASLD bezeichnet, metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung), aber auch Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach oben.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig und bespricht sich interdisziplinär

Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg wird die Expertise bei der Behandlung von Fettstoffwechsel-bedingten Folgeerkrankungen organisatorisch weiter bündeln. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, Hepatologie und Ernährungsmedizin haben nun ein „Metabolisches Board“ gegründet. Die Gruppe trifft sich regelmäßig und bespricht sich interdisziplinär, um so für alle Fälle die individuell passende Behandlungsstrategie auf den Weg bringen zu können.

Ein gefährliches Zusammenspiel im menschlichen Körper

„Es ist ein gefährliches Zusammenspiel, wenn das Körpergewicht zu hoch ist und dann auch Blutzuckerwerte, Blutdruck und Blutfettwerte stark erhöht sind“, warnt Privatdozent Dr. Maurice Michel, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II – Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin am UKS. Besonders das viszerale Fettgewebe, das sich in der Bauchhöhle und um die inneren Organe bildet, sei sehr gefährlich. „Dieses Fett kann Entzündungen fördern und treibt damit das metabolische Syndrom weiter an.“ Die Risiken für Fettleber-Erkrankungen und für das Herz-Kreislauf-System steigen dadurch deutlich an. „Somit sind diese Stoffwechselstörungen ebenfalls ein wichtiges Thema für uns in der Kardiologie“, erläutert Privatdozentin Dr. Insa Emrich, Oberärztin in der Inneren Medizin III für Kardiologie, Angiologie und kardiovaskuläre Intensivmedizin.

Ansätze, wie man Risikofaktoren senken kann

Kurzum: Die Auswirkungen des metabolischen Syndroms auf die Gesundheit sind gravierend. Doch es gibt Lösungen, Vorgehensweisen, mit denen man betroffenen Menschen helfen kann. Hier setzt das neue metabolische Board am UKS an. „Wir arbeiten ab sofort noch stärker vernetzt zusammen und bündeln die interdisziplinäre Expertise weiter“, sagt Dr. Michel, und Dr. Emrich ergänzt: „Mit der Behandlung des metabolischen Syndroms haben wir eine gemeinsame Aufgabe. Einige Ansätze sind allgemeingültig, andere fachspezifisch. Die logische Konsequenz ist, dass wir das alles noch stärker zusammenbringen.“

Wie sehen die Ansätze aus, um die Risikofaktoren bei den Betroffenen senken und die Erfolgsaussichten steigern zu können? Grundlage für eine Gewichtsabnahme ist ein gesundes, bewusstes Essverhalten. Der Gewichtsverlust kann außerdem mit mehr Bewegung, weniger Stress und ausreichend Schlaf angekurbelt werden. Aber auch die medikamentöse Versorgung ist ein wichtiger Ansatz – gerade, was die Themen Bluthochdruck und Blutfettwerte betrifft.

 Privatdozent Dr. Maurice Michel, Professor Jörn Schattenberg, Stephanie Jürgen, Privatdozentin Dr. Insa Emrich, Dr. Silva Yusefpur, Professor Thorsten Keßler und Ann-Kathrin Berger (von links) haben das metabolische Board ins Leben gerufen.

Privatdozent Dr. Maurice Michel, Professor Jörn Schattenberg, Stephanie Jürgen, Privatdozentin Dr. Insa Emrich, Dr. Silva Yusefpur, Professor Thorsten Keßler und Ann-Kathrin Berger (von links) haben das metabolische Board ins Leben gerufen.

Foto: Laura Glücklich/UKS

Die beiden Privatdozenten dazu: „Was in der Theorie vielleicht recht simpel klingt, kann in der Praxis sehr herausfordernd sein. Wir möchten unsere Patientinnen und Patienten daher mit dem Board individuell und noch besser unterstützen.“ Bei dem einen helfe ein spezielles Konzept für die richtige Ernährung, bei Menschen mit Bluthochdruck müssten die Kardiologen hinzugezogen werden – alles gemeinsam für die besten Behandlungsstrategien.

Das Angebot ist ambulant ausgerichtet, Patienten können vorab durch externes Fachpersonal zugewiesen werden. Diese Zuweisung erfolgt je nach Erkrankungsschwerpunkt entweder an die Lipidambulanz der Klinik für Innere Medizin III, Telefon (0 68 41) 1 61 53 84, oder an die hepatologische Ambulanz der Klinik für Innere Medizin II, Telefon (0 68 41) 1 61 59 77. (ust)