WM als Olympia-Testlauf: Heessener Stefan Hengst testet die Strecke von L.A. 2028 – und träumt von Edelmetall


Stand: 16.07.2026, 18:00 Uhr

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OLYMPICS - Olympic Summer Games 2024 PARIS,FRANCE,04.AUG.24 - OLYMPICS, CANOE - Olympic Summer Games Paris 2024, men. Image shows Felix Oschmautz AUT, Stefan Hengst GER and Grzegorz Hedwig POL. PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxSWE GEPAxpictures/xPatrickxSteiner

Bei der WM in Oklahoma freut sich der Heessener Stefan Hengst (roter Helm) vor allem auf die Rennen in seiner Spezialdisziplin Kayak Cross. © Imago/gepa Pictures/ Patrick Steiner/IMAGO/GEPA pictures

In Oklahoma City kämpft Stefan Hengst bei der Kanuslalom-WM gleich in drei Wettbewerben. Die Olympia-Strecke von 2028 macht die Titelkämpfe besonders.

Hamm – 2016 in Bratislava hatte Stefan Hengst das erste Mal an einer Kanuslalom-Weltmeisterschaft teilgenommen. Seitdem hat er bei diesen Titelkämpfen zweimal Gold im Cross (2019 in Prag) und mit der Mannschaft (2022 in Augsburg) sowie einmal Bronze im Cross (ebenfalls 2022 in Augsburg) gewonnen. Doch die WM 2026 in Oklahoma City, die am Samstag eröffnet und bei der der 32 Jahre alte gebürtige Heessener am Montag das erste Mal auf die Strecke gehen wird, ist für ihn eine ganz besondere.

Denn die Wildwasseranlage Riversport Rapids im Boathouse District, die zu den weltweit modernsten Slalomstrecken gehört, ist zugleich Wettkampfstätte der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Und da möchte Hengst nach seinem Start 2024 in Paris nur zu gerne wieder dabei sein. „Ich kann mich jetzt schon ein wenig an Olympia herantasten und Olympia schon mal fühlen“, sagt er und weiter: „Hier ist so viel Beton. Und das bei 35 Grad. Das ist unfassbar heiß. Und dann dieser Wechsel zwischen den klimatisierten Räumen drinnen und den Temperaturen draußen. Da muss ich mich beim nächsten Mal besser vorbereiten.“

Als einziger deutscher Kayak-Fahrer wird Hengst an allen drei Wettbewerben teilnehmen. Das erste Mal ist er am Montag gefordert, wenn die Zeitläufe in seiner Spezialdisziplin Cross auf dem Programm stehen. Da will er sich einen der 42 Plätze für die K.-o.-Phase, die am Samstag kommender Woche ausgetragen wird, sichern. „Beim Cross ist alles drin, da kann man keine Prognosen abgeben“, erklärt er. „Aber ich werde Vollgas geben und will so weit wie möglich kommen.“

Dass das Wasser auf der Olympiastrecke schwierig zu berechnen ist, hat er bereits in den vergangenen Tagen erleben müssen. Seit dem 8. Juli befindet sich das deutsche Team in Oklahoma City. „Das Wasser läuft nicht konstant. Dadurch kann man sich nicht so gut auf die Wellen verlassen. Die sind bei jedem Heat anders. Daher kann man seinen Lauf nur schwer planen“, sagt er – und hofft, dass ihm die vielen Testläufe helfen, das Unkontrollierbare etwas kontrollierbarer zu machen.

Das wäre am Dienstag wichtig, wenn Hengst gleich zweimal gefordert ist. Zuerst will er sich in der Einzelkonkurrenz einen der 30 Plätze für das Halbfinale ergattern, das genauso wie der Endlauf am Donnerstag stattfindet. „In diesem Qualilauf am Dienstag möchte ich möglichst gut ankommen. Da muss man nicht auf Sieg fahren, man darf den Lauf aber auch nicht wegschmeißen, sondern man muss, um weiterzukommen, ein gutes Mittelmaß finden“, erläutert er.

Stefan Hengst startet bei WM auf Olympia-Strecke 2028

Am selben Tag noch steht der Mannschaftswettbewerb an. Mit Christian Stanzel ist anstelle von Routinier Hannes Aigner zwar ein neuer Mann neben Hengst und Noah Hegge im Team, der Heessener ist unabhängig von dieser Personalie zuversichtlich, dass in dieser Disziplin die Chancen auf eine Medaille am besten stehen. 2022 war er mit dem deutschen Team Weltmeister geworden, im vergangenen Jahr in Vaires-sur-Marne Europameister. „Wir haben die Tschechen im Training gesehen, die sind schon sehr stark. Aber wir haben hier trotzdem die Möglichkeit, was mitzunehmen“, betont Hengst. „Und wenn wir da was holen, wäre das ein toller Start für uns und würde mir viel Selbstvertrauen für die beiden Einzelwettbewerbe geben.“

Den freien Mittwoch will das deutsche Team nutzen, um ein wenig zu regenerieren. Auf einem See in der Nähe, den Hengst und seine Teamkollegen aufgrund der hohen Wassertemperatur von 30 Grad als Badewanne bezeichnen, soll ein lockeres Training mit ein paar Sprints stattfinden – „damit wir an dem Tag nicht auf der faulen Haut liegen“. Und damit Hengst für die entscheidenden Rennen, bei denen er unbedingt dabei sein will und vielleicht um einen Treppchenplatz kämpfen kann, möglichst fit ist.