Unter Windows 11: LG-Changelog bestätigt Bloatware in Monitor-App
• LG-App installiert sich automatisch.
• Das Changelog bestätigt Werbung.
• Die Sperre kann Nebenwirkungen haben.
Wer seinen Monitor an einen PC anschließt, erwartet in der Regel nur, dass Windows einen passenden Treiber zieht. Aber offenbar ist das nicht immer der Fall, denn bei einigen LG-Modellen soll zusätzlich der LG Monitor App Installer eingerichtet werden. Das ist eine Anwendung, die automatisch über Windows Updates den Microsoft Store auf dem Rechner laden kann. Besonders ärgerlich: Es braucht dafür keine gesonderte Zustimmung und es gibt auch nicht immer einen Installationshinweis.
Neu ist die ganze Thematik nicht, denn Berichte über solche Vorgänge hat es bereits 2024 gegeben, doch wegen eines Tests seitens Gamers Nexus erhält das Thema noch einmal Aufwind. Getestet wurde unter anderem ein LG Ultragear 34GX900A-B und nach dem Anschließen soll Windows zunächst die Treiberkomponenten geladen haben. Nach rund einer Minute sei aber eben auch der LG Monitor App Installer im Menü erschienen.
McAfee offiziell als zusätzliche Anwendung aufgeführt
Der LG Monitor App Installer soll eigentlich weitere Programme für unterstützte Monitore bereitstellen. Dazu gehören beispielsweise LG Switch, Dual Controller, Onscreen Control und LG Calibration Studio. Mit McAfee führt LG inzwischen allerdings auch eine Anwendung auf, die keinen direkten Bezug zur Steuerung oder Kalibrierung eines Monitors besitzt.
Im Changelog wird McAfee ausdrücklich als "Additional App" genannt. Gleichzeitig bewirbt die Anwendung einen kostenlosen Testzeitraum von 30 Tagen. Damit handelt es sich bei den angezeigten Hinweisen offenbar nicht um eine fehlerhafte oder ungewollte Einblendung, sondern um einen vorgesehenen Bestandteil der Software.
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Wer nun von einem Zufall ausgeht, hat sich offenbar geschnitten, denn Gamers Nexus hat nach eigenen Angaben den Test-PC insgesamt 32 Mal neu gestartet. Bei 31 dieser Starts habe der LG Monitor App Installer ein McAfee-Pop-up angezeigt. Nur einmal wurde stattdessen eine andere LG-Anwendung empfohlen. Die Software startet dabei zusammen mit Windows und kann deshalb nach jeder Anmeldung erneut auf dem Desktop erscheinen.
Windows installiert Geräte-Apps ohne Hinweis
Möglich wird die automatische Einrichtung durch eine Windows-Funktion für sogenannte Geräte-Apps. Hersteller können eine Anwendung aus dem Microsoft Store mit den Metadaten eines Peripheriegeräts verknüpfen. Sobald Windows das Gerät erkennt, lädt das Betriebssystem die dazugehörigen Metadaten, Treiber und gegebenenfalls die hinterlegte App.
Microsoft beschreibt selbst, dass diese automatische Installation ohne Benachrichtigung erfolgen kann. Voraussetzung sind unter anderem eine Internetverbindung, eine Anmeldung im Microsoft Store und die bei der Windows-Einrichtung aktivierten empfohlenen Einstellungen. Die Funktion ist bereits seit Windows 8 vorhanden, soll laut Microsoft aber künftig durch ein anderes Metadatenverfahren ersetzt werden.
Solche automatisch installierten Herstellerprogramme gibt es auch bei anderen Geräten. Genannt werden unter anderem Alienware-Monitore sowie Peripherie von Razer. Im Fall von LG fällt allerdings auf, dass die Anwendung nicht nur Werkzeuge für den verbundenen Monitor anbietet, sondern regelmäßig ein kostenpflichtiges Drittanbieterprodukt bewirbt.
Automatische Geräte-Apps dauerhaft blockieren
Wer Windows 11 Pro verwendet, kann die automatische Installation solcher Anwendungen über eine Gruppenrichtlinie verhindern. Nach dem Aufruf von "gpedit.msc" führt der Pfad über Computerkonfiguration, Administrative Vorlagen und System zum Bereich Geräteinstallation. Dort kann die Richtlinie zum Verhindern des automatischen Downloads von Anwendungen aktiviert werden, die mit Gerätemetadaten verknüpft sind.
- Windows 11 Pro: gpedit.msc öffnen.
- Zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → System → Geräteinstallation wechseln.
- Die Richtlinie zum Verhindern des automatischen Downloads von Anwendungen mit Gerätemetadaten aktivieren.
Die Änderung betrifft nicht ausschließlich LG. Auch nützliche Begleitprogramme anderer Gerätehersteller können danach möglicherweise nicht mehr automatisch eingerichtet werden. Benötigte Treiber sollten weiterhin über Windows Update erhältlich sein, während zusätzliche Geräte-Apps gegebenenfalls manuell installiert werden müssen.
Bei Windows 11 Home steht der Gruppenrichtlinien-Editor standardmäßig nicht zur Verfügung. Als weniger weitreichende Maßnahme kann der LG Monitor App Installer im Autostart deaktiviert und über die installierten Apps entfernt werden, sofern Windows die Deinstallation anbietet. Das vollständige Abschalten des Microsoft Stores wäre zwar ebenfalls möglich, dürfte für die meisten Systeme aber unverhältnismäßig sein.
LG hat damit zwar nicht eingeräumt, Schadsoftware zu verteilen. Das Changelog bestätigt jedoch, dass die McAfee-Empfehlung absichtlich in die Monitor-App aufgenommen wurde. Kritisch bleibt vor allem der Installationsweg: Windows richtet die Anwendung im Hintergrund ein, obwohl sie für die grundlegende Bildausgabe des Monitors nicht erforderlich ist.
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Quelle: Windows Latest, Gamers Nexus, Microsoft Learn [1], [2]