Unterhosen, Buh-Rufe, Aussetzer und leere Sitze: Pannen und Kuriositäten bei Trumps Republikaner-Parteitag


Unterhosen, Buh-Rufe und leere Sitze: So lief der erste Tag von Trumps Republikaner-Parteitag

Stand: 10.09.2026, 18:22 Uhr

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Die große Trump-Show ist der Parteitag der Republikaner im texanischen Dallas. Neben dem US-Präsidenten gibt es auch leere Sitze und nackte Männer zu sehen.

Dallas, TX – Ein 5000-Dollar-Wählerversprechen, die Ansage, dass man „den Rest der Welt im Staub zurücklassen“ werde, und ganz viele Angriffe auf die Demokraten: Der erste Tag des republikanischen Parteitages in Texas lieferte viel von dem, was man aus dem Weißen Haus unter US-Präsident Donald Trump gewohnt ist. Kein Wunder, soll die erstmals durchgeführte, zweitägige Veranstaltung doch dafür sorgen, die schwindende Wählerschaft vor den wegweisenden Zwischenwahlen noch einmal anzuheizen. Doch nicht alles lief nach Plan – vor allem bei einem ewigen wunden Nerv von Donald Trump.

Republikaner-Parteitag vor Zwischenwahlen in USA

Bei ihrem Parteitag in Texas porträtieren Republikaner die Demokraten als eine radikal linke Bedrohung für die USA. © Alex Brandon/AP/dpa

Denn wenn etwas Donald Trumps Ego kitzelt, dann sind es die Auftritte vor den ganz großen Massen. Immer wieder fiel er in der Vergangenheit damit auf, dass er trotz offensichtlicher visueller Gegenbeweise die Publikumsgrößen bei seinen Events maßlos aufblähte. Das wohl bekannteste Beispiel und Objekt monatelanger Streitigkeiten: Bei seiner Vereidigung 2017 sei „die größte Menschenmenge” aller Zeiten bei einer Amtseinführung dabei gewesen, behauptete Trump. Doch Experten werteten Luftbilder aus und kamen auf eine Zahl von 300.000 bis 600.000 Besucherinnen und Besucher für Trump. Das ist deutlich weniger als die geschätzten 1,8 Millionen Menschen, die 2009 live dabei zuschauten, als Barack Obama der erste Schwarze Präsident der Vereinigten Staaten wurde.

Donald Trump peitscht Wähler vor Midterms ein – doch Parteitag der Republikaner mit vielen leeren Sitzen

In solchen Größenordnungen bewegt sich der republikanische Parteitag im texanischen Dallas nicht. Doch auch hier preiste Trump einen Tag vorher noch das „heiße” Event an, das ohnehin schon „komplett ausverkauft” sei. „Jeder will dabei sein!”, schrieb der US-Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Doch nur einen Tag vorher hatten die republikanischen Ausrichter noch Werbetexte mit dem Angebot von kostenlosen Tickets verschickt, wie The Daily Beast berichtet. Auch während der Veranstaltung zeigten Fernsehbilder immer wieder viele leere Sitze und Stühle.

Im Interview mit dem Fernsehsender Newsmax sprach einer der führenden Republikaner, Mike Johnson, von einer „bis zum Dach” vollgepackten 20.000-Zuschauer-Arena, während im Hintergrund deutlich das Gegenteil zu sehen war. Auf die Anfrage von The Daily Beast, wie ganze Sitzreihen leer bleiben könnten in einer ausverkauften Arena, antwortete eine Parteisprecherin nur: „Die Arena ist bis auf den letzten Platz mit Patrioten gefüllt, die der Ansprache des Präsidenten voller elektrisierender Vorfreude entgegenfiebern.”

US-Präsident vor flackerndem Bildschirm und ohne First Lady – Buh-Rufe für Trump-Verbündeten

Auch sonst lief nicht alles rund beim Auftakt des republikanischen Parteitages. Ausgerechnet zum Beginn seiner Rede flimmerte die große Videowand hinter Donald Trump nach einem technischen Defekt plötzlich frenetisch mit Bildern der Vorredner auf. Später kam es zu einem seltenen Konflikt zwischen Trump und dem Publikum, als der US-Präsident den Senator aus dem Bundesstaat South Dakota, John Thune, erwähnte.

Bei der Nennung des Namens explodierte die Halle mit Buh-Rufen – womöglich, weil Thune in der Vergangenheit öfter Reibungen mit Trump hatte, etwa bei der Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg. Trump ließ es sich dann nicht nehmen, den Senator zu verteidigen, wie ein Newsweek-Reporter berichtet: „Nein, nein, John arbeitet hart. Er hat starke Gegner; er arbeitet sehr hart. Er wird viel Erfolg haben, passt auf.“ Nach vorherigem Widerstand hatte Thune die Vorhaben des US-Präsidenten in der jüngeren Vergangenheit ausnahmslos unterstützt.

Leere Sitze gab es zudem nicht nur auf der Zuschauerseite, sondern auch auf der Bühne. Einige der bei den Zwischenwahlen im November antretenden Republikaner hatten sich im Vorfeld entschlossen, die Veranstaltung nicht zu besuchen und stattdessen in ihren Bezirken Wahlkampf zu betreiben. Ebenfalls auffällig abwesend: Donald Trumps Ehefrau Melania Trump. Beim Parteitag 2024 trat die First Lady immerhin noch am abschließenden Abend auf. Nun fehlte sie nach längerer Abwesenheit in der Öffentlichkeit auch beim Auftakt der Zwischenwahlen-Veranstaltung. USA Today berichtet, ein Besuch stehe auch am finalen, zweiten Abend nicht auf dem Plan.

Republikaner schießen sich bei Parteitag auf Demokraten ein – mit Unterwäsche-Foto?

Und schließlich gab es noch das nach Trumps Übernahme der republikanischen Partei fast zur Normalität gewordene Kuriositätenkabinett. Die größten Kopfkratzer rief wohl das Einblenden eines Unterwäschefotos hervor – auch beim abgebildeten Mann. So wurde Hasan Piker, der als linker politischer Kommentator über Streamingplattformen hunderttausende Menschen erreicht, für mehrere Sekunden nur in einer Unterhose bekleidet in einem Beitrag auf dem großen Videowürfel über die „extreme Linke” in den USA abgebildet. 

Darauf aufmerksam gemacht, reagierte Piker fassungslos, aber nicht ohne Humor. „Zeig so etwas doch nicht den Barbaras und Debras der Republikanischen Partei. Die sehen sowas und fangen plötzlich an, anders zu denken“, flachste er. Immerhin, stellte die Internetpersönlichkeit erfreut fest: „Sie haben meinen Penis verpixelt.”

Republikanischer Parteitag in Dallas: Abschluss mit Reden von Vance und Trump

Am zweiten Tag des republikanischen Parteitages in Dallas erwartet die Zuschauer ab 15 Uhr Ortszeit ein Programm mit einer ganzen Reihe weiterer Vorträge zu innenpolitischen Themen wie Steuerfreiheit, Förderung kleiner Unternehmen oder Arzneimittelpreise. Immer wieder treten zahlreiche Politiker auf, die sich am 3. November für den Senat oder das Repräsentantenhaus wählen oder bestätigen lassen wollen. Den großen Abschluss – nach einer Rede des Vizepräsidenten J.D. Vance – bildet erneut eine Ansprache von Donald Trump. (Quellen: Deutsche Presse-Agentur, USA Today, Fox News, The Daily Beast, Mediaite, Newsweek, Instagram/hasandpiker, PBS News) (stma)