„Unzumutbar“: Bahnübergang in Stadt drei Monate dicht – Massiver Ärger im Stadtrat
Stand: 17.10.2026, 06:30 Uhr
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Der Bahnübergang in Unterhausen soll umgebaut werden – doch eine monatelange Vollsperrung und offene Kostenfragen sorgen für massiven Ärger im Weilheimer Stadtrat.
Weilheim – In Unterhausen bei Weilheim steht ein größerer Umbau am Bahnübergang an der Raistinger Straße bevor. Wie Merkur-Reporterin Katrin Kleinschmidt berichtet, sorgen dabei eine geplante dreimonatige Vollsperrung und ungeklärte Kostenfragen für erheblichen Unmut im Weilheimer Stadtrat. Sowohl die Verwaltung als auch die Lokalpolitiker fühlen sich von der Bahn übergangen – und stellen Bedingungen.
- Die Bahn will den Bahnübergang an der Raistinger Straße in Unterhausen aus Sicherheitsgründen umbauen, geplant ist der Baubeginn für 2028.
- Während der rund dreimonatigen Bauzeit soll der Übergang komplett gesperrt werden, was der Stadtrat als unzumutbar ablehnt.
- Auch die Übernahme von Kosten für den betroffenen Spielplatz war zunächst ungeklärt – die Bahn sichert dies nun zu.

Weilheimer Stadtrat stellt Bedingungen für Bahnübergang-Umbau
Die Außenstelle München des Eisenbahn-Bundesamtes hatte die Stadt im August über das laufende Planfeststellungsverfahren informiert. Der Umbau selbst war schon länger bekannt und grundsätzlich nicht strittig. Zwei Punkte sorgten allerdings für heftige Diskussionen: die komplette Sperrung des Übergangs während der Bauarbeiten und die Kostenfrage rund um den betroffenen Spielplatz des SV Unterhausen. Bauamtsmitarbeiter Manfred Stork wies im Bauausschuss darauf hin, dass es in unmittelbarer Nähe keine alternative Querungsmöglichkeit der Schienen gebe. Für Anwohner westlich der Bahnlinie bedeute die Sperrung weite Umwege. „Unzumutbar“, nannte es unter anderem Susann Enders (Freie Wähler) im Stadtrat.
Unterhausen ist ein Ortsteil der Kreisstadt Weilheim in Oberbayern im Landkreis Weilheim-Schongau.
Bürgermeister Tillman Wahlefeld (BFW) machte deutlich: „Wir müssen uns nicht gefallen lassen, dass man uns nicht wahrnimmt.“ Der Stadtrat beschloss gegen die Stimmen der SPD, dem Vorhaben nur zuzustimmen, wenn der Übergang während der Bauphase einspurig offen bleibt und die Bahn die Kosten für den Spielplatz-Umbau übernimmt. Bauamtsmitarbeiter Stork dämpfte jedoch die Erwartungen: „Ich gehe davon aus, dass sich die Bahn über die Stadt hinwegsetzt. Sie werden den Übergang für die Baumaßnahme sperren.“ SPD-Stadtrat Norbert Moy, zugleich Vorsitzender von Pro Bahn Oberbayern, warnte davor, das Projekt zu blockieren: „Man muss schon sehen, die Maßnahme trägt zur Sicherheit bei. Es geht nicht um ,Schöner Wohnen' für die Eisenbahn. Es wird fast eine Million dort investiert.“
Bahn äußert sich zu Sperrung und Spielplatz in Unterhausen
Gegenüber der Heimatzeitung erklärte eine Bahnsprecherin, dass die Straße am Übergang verbreitert und um rund acht Meter nach Süden versetzt werden soll. Halbseitige Sperrungen seien am Bahnübergang „nicht zulässig“, eine Vollsperrung daher unvermeidlich. Die Umleitung soll über Wielenbach führen, der Zugverkehr könne planmäßig weiterlaufen. Bei den Spielplatzflächen lenkte die Bahn ein: „Mögliche Folgekosten werden als Zusammenhangsmaßnahme durch das Projekt übernommen.“ Der Umbau ist derzeit für 2028 vorgesehen, die geschätzte Bauzeit beträgt etwa drei Monate. „Dabei sind wir bestrebt, den Zeitraum so kurz wie möglich zu halten“, so die Sprecherin.