„Wie Halluzinationen“: US-Denkfabrik deckt Putins Front-Lügen auf und meldet russische Geländeverluste


US-Denkfabrik demontiert Putin: Seine Frontberichte „muten wie Halluzinationen an“

Stand: 04.10.2026, 07:33 Uhr

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Ukraine-Krieg: eine ukrainische HIMARS-Besatzung im Einsatz in der Ostukraine (August 2026)

Ukraine-Krieg: eine ukrainische HIMARS-Besatzung im Einsatz in der Ostukraine (August 2026) © Dan Bashakov/dpa

Laut US-Experten hat Russland in der Ukraine zuletzt 81 Quadratkilometer besetztes Gebiet eingebüßt. Putin spricht aber ganz anders.

Washington, D.C./Kiew – Kremlchef Wladimir Putin spricht immer wieder von Geländegewinnen an der Front – eine US-Denkfabrik hat jetzt ein anderes Ergebnis präsentiert: Russland hat laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) im September mehr Gelände in der Ukraine verloren als gewonnen.

Der Verlust betrage rund 81 Quadratkilometer, teilte das Institut auf der Plattform X mit. Die Behauptungen Putins über russische Geländegewinne an der Front im September seien so weit von der Realität entfernt, „dass sie wie Halluzinationen anmuten“.

Das ISW könne nicht beurteilen, ob Putin wisse, dass die von ihm präsentierten Zahlen falsch seien, hieß es weiter. Es könne auch sein, dass er „fiktive Angaben zur Lage an der Front“ übernehme. Die „Kultur des Lügens“ sei in der russischen Militärführung tief verwurzelt. Putin behauptete demnach, die russischen Streitkräfte hätten im September mehr als 1.300 Quadratkilometer erobert.

ISW: Frontlinie im Ukraine-Krieg seit Monaten weitgehend unverändert

Vor wenigen Tagen hatte Putin die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren angekündigt. Er gehe davon aus, dass dies angesichts des Vormarsches der russischen Truppen viel früher geschehen werde. Die Frontlinie ist allerdings an vielen Abschnitten seit mehreren Monaten weitgehend unverändert.

In den vergangenen Wochen hat das russische Militär die Angriffe gegen ukrainische Städte verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen. 

Russland warnt Ausländer vor Kiew – ausgerechnet jetzt hält sich Merz dort auf

Parallel zu den Frontentwicklungen hat das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten eindringlich davor gewarnt, sich in Kiew aufzuhalten. Wer dennoch in der ukrainischen Hauptstadt bleibe, müsse sich unbedingt von Regierungsgebäuden und militärischen Objekten fernhalten, da man sich dort durch russische Angriffe tödlichen Gefahren aussetze. Aktuell hält sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) in Kiew auf.

Moskau rechtfertigt diese systematischen Schläge gegen Kiew und andere Städte als direkte „Reaktion auf die terroristischen Aktionen“ der ukrainischen Seite.

Dabei handelt es sich bereits um die zweite explizite Warnung dieser Art, nachdem Russland schon im Mai alle Ausländer vor einem Aufenthalt in Kiew gewarnt hatte. Das russische Außenamt betonte, dass die alleinige Verantwortung für „mögliche negative Folgen“ bei den Personen liege, die diesen Aufruf ignorieren.

Die genauen Zahlen des ISW bezüglich der Geländeverluste stellen aktuell noch eine Einzelquelle dar und konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden. (Quellen: dpa, ISW) (frs)