„Verkauf“ um 2 Euro beschlossen: Brunnalm bekommt neue Betreiber


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Eine Weiterführung ihrer Freizeitbetriebe Veitsch wäre für die Gemeinde St. Barbara nicht möglich gewesen. Nun hat man im Gemeinderat beschlossen: Das Skigebiet wird zwei Privatpersonen übertragen.

© KK

Der Skibetrieb auf der Veitsch soll damit gesichert sein

Markus Lösel

Markus Lösel

vor 60 Minuten16. Oktober 2026 um 18:00

Eine Gemeinde, die sich den Betrieb eines Skigebietes leistet. Was heute, ob den finanziellen Schieflagen landauf, landab beinahe wie Satire klingt, war in St. Barbara im Mürztal die letzten Jahre Realität. Sorgen, wie und ob die Kommune die hohen Kosten stemmen kann, begleiteten sie dabei über die letzten Jahre permanent.

Vor der vergangenen Skisaison hatte die Brunnalm noch eine – möglicherweise letzte – ordentliche Finanzspritze vom Land Steiermark bekommen. Diesen Sommer stand Bürgermeister Arno Russ (ÖVP) somit vor einen zukunftsweisenden Aufgabe: Entweder man kann die defizitären, gemeindeeigenen Freizeitbetriebe Veitsch verkaufen oder man meldet Insolvenz an und der Skibetrieb auf der Brunnalm ist Geschichte.

Symbolischer Kaufpreis

Mit dem klaren Ziel vor Augen – die Gemeinde von den finanziellen Zwängen zu lösen und gleichzeitig den Skibetrieb zu sichern – klapperte Russ also mögliche neue Eigentümer ab – in aktuellen Zeiten ein denkbar schweres Unterfangen. Interesse gab es schließlich von der Neuberger Unternehmerin Magret Kraischek und dem Gemeindemitarbeiter Michael Stoppacher.

Die neuen Eigentümer haben vertraglich festgehaltene Verpflichtungen, die sie mit dem Kauf eingehen.

— Arno Russ, Bürgermeister St. Barbara

Bei einer einberufenen Sondersitzung legte man deswegen am Freitagabend den mit beiden bereits ausverhandelten Vertrag, der unter anderem die Weiterführung des Betriebs für zumindest drei Jahre vorsieht, dem Gemeinderat vor. Neben der Bürgermeister-Partei ÖVP und dem Koalitionspartner FPÖ stimmte auch die oppositionelle SPÖ für die Übertragung der Freizeitbetriebe. Beim Stimmverhalten der SPÖ hatte Russ im Vorhinein noch ein wenig Unsicherheit geäußert. Es wurde schließlich aber ein einstimmiger Beschluss.

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150 Besucherinnen und Besucher schauten sich die öffentliche Gemeinderatssitzung an

Der symbolische Kaufpreis für die Übernahme des Skigebietes beträgt zwei Euro. „Damit möchten wir den neuen Eigentümern einen guten Start ermöglichen, denn trotz ,Schenkung‘ warten auf sie zum Beginn hohe Kosten“, ordnet Russ das auf den ersten Blick kuriose Angebot ein. Er erklärt außerdem: „Die neuen Eigentümer haben vertraglich festgehaltene Verpflichtungen, die sie mit dem Kauf eingehen. Das gemeinsame Ziel ist die Weiterführung des Schibetriebs auf der Brunnalm.“

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Bürgermeister Arno Russ

Land greift Gemeinde noch einmal unter die Arme

Die vorhandenen Schulden werden dabei nicht vom neuen Eigentümerduo übernommen. „Es handelt sich um rund 4,5 Millionen Euro, diese werden wir als Gemeinde mit großer Unterstützung des Landes Steiermark übernehmen“, erklärt Russ. Auch die Bank wird der Gemeinde einen Teil des laufenden Kredites nachlassen.

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Vom Land soll eine letzte Unterstützung kommen, damit die Gemeinde den für die Brunnalm aufgenommenen Kredit abbezahlen kann

Bestätigung dafür gibt es aus dem Büro von Landeshauptmannstellvertreterin Manuela Khom. Für die aufsichtsbehördliche Genehmigung benötigt es jedenfalls noch einen Beschluss der Landesregierung, dieser ist in der kommenden Woche geplant.

Bereit für die Brunnalm

„Wir sind in den Startlöchern. Jetzt gilt es schnell alles für den Winter vorzubereiten“, sagt Kraischek. Dazu zählt etwa auch die Servicierung der Liftanlagen. Sie hält außerdem: „Eines kann ich garantieren, ich würde es nicht machen, wenn ich nicht daran glauben würde.“ Alm-Camping, Radstrecken und Angebote für Wallfahrer sind Überlegungen des neuen Eigentümerduos. Mehr Details und nähere Informationen sollen folgen.

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