Verkehrssicherheit in Freising: Hyänen sollen Raser bremsen – und ein Übungsplatz die Jüngsten schulen


Stand: 23.09.2026, 19:00 Uhr

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Oberbürgermeisterin Monika Schwind dreht vor der Eröffnung schon einmal ein paar Runden auf dem Übungsplatz

Von höchster Stelle getestet: Oberbürgermeisterin Monika Schwind dreht vor der Eröffnung schon einmal ein paar Runden. Ab 1. Oktober ist der Übungsplatz öffentlich nutzbar. © Mann

Freising startet zwei neue Projekte für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Auf der Luitpoldanlage entsteht ein Verkehrsübungsplatz für Kinder – und Wimmelbilder in der Innenstadt richten sich an alle.

Freising – Noch ist das große Festzelt nicht vollständig abgebaut und erinnert die Besucher der Luitpoldanlage an das erst kürzlich zu Ende gegangene Freisinger Volksfest. Doch schon steht die nächste Aktion in den Startlöchern – und sie ist gekommen, um zu bleiben.

Verkehrserzieherinnen der Polizei auf dem Freisinger Verkehrsübungsplatz

Freuen sich über den neuen Verkehrsübungsplatz: Verkehrserzieherinnen Theresa Fersch (Polizeiinspektion Neufahrn; l.), und Michaela Zapf (Polizeiinspektion Moosburg). © Mann

„Ich finde das super“, sagt Oberbürgermeisterin Monika Schwind und deutet auf die zahlreichen Schilder, Linien und Kreuzungen, die sich am Rand des großen Platzes der Anlage verteilen. Passend dazu ist Schwind selbst mit dem Rad gekommen, denn darum geht es auf dem neuen Verkehrsübungsplatz: Grundschulkinder sollen hier ihren Fahrradführerschein machen und auf ihre Teilnahme im Verkehr vorbereitet werden. Auch für die Öffentlichkeit ist der Platz ab dem 1. Oktober nutzbar.

„Vorher hatten wir nur die Pausenhöfe der Schulen zur Verfügung, und jetzt gibt es einen öffentlich zugänglichen Platz, der ideal gelegen ist“, zeigt sich die Oberbürgermeisterin beeindruckt. Dem kann Polizeidienststellenleiter Andreas Wegmaier nur zustimmen, der mit Kolleginnen und Kollegen bei der offiziellen Vorstellung dabei ist: „So ein geschützter Raum ist wirklich ideal, um die Kinder auf Verkehrssituationen vorzubereiten.“

Kreisverkehr als besonderes Highlight

Auch seine Kolleginnen von der Verkehrserziehung zeigen sich angetan von den neuen Möglichkeiten, die der Übungsplatz bereithält. Insbesondere der Kreisverkehr sei etwas, das man auf den Pausenhöfen selten üben könne. „Ich freue mich richtig drauf“, sagt Polizeihauptmeisterin Michaela Zapf aus Moosburg.

Schwind betont noch einmal die Wichtigkeit, junge Menschen für den Verkehr fit zu machen. „Wir möchten alle, dass die Kinder später umsichtige Verkehrsteilnehmer werden. Hier haben sie den Raum dazu, Fehler zu machen und in Ruhe dazuzulernen.“ Von der Qualität des Platzes überzeugt sich die Oberbürgermeisterin gleich selbst und dreht einige Runden.

Verantwortliche von Stadt Freising und Polizei präsentieren Wimmelbild zur Verkehrserziehung

Sind stolz auf die Kampagne: (v. l.) Florian Rüger (Stadtplanungsamt), Dominik Fuchs (Mobilitätsbeauftragter), Max-Josef Kirchmaier (Aktive City e.V.), Gero Engeser (Illustrator), OB Monika Schwind, Ralf Schmidt und Andreas Wegmaier (Polizeiinspektion Freising). © Mann

Mit einem Spaziergang in Richtung Innenstadt geht es weiter, denn die Kampagne der Stadt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist noch nicht zu Ende. Unter dem Motto „Tierisch viel los... in der Stadt“ stehen nun mehrere Tafeln in der Bahnhofstraße, den beiden Hauptstraßen und ab Anfang Oktober dann auch am Marienplatz. Im Stile eines Wimmelbilds hat der Künstler Gero Engeser darauf die Innenstadt in einen Zoo verwandelt. Affen, Hyänen, Bisons und Co. veranstalten ordentlich Chaos – und zeigen, wie es nicht gehen soll. „Ich finde das eine super nette Idee, weil wir die Kinder damit ansprechen“, sagt Max-Josef Kirchmaier vom Verein Aktive City e.V.. „Und die Kinder sind die besten Erzieher ihrer Eltern.“

Gegenseitiges Verständnis erreichen

Denn neben jedem tierischen Fehlverhalten steht eine Botschaft an die menschlichen Passanten, etwa: „Nur Hyänen heizen durch die Stadt! Bitte fahren Sie langsam.“ Polizeioberrat Wegmaier findet die Aktion auch deshalb so gelungen, weil sie auf zugängliche Art Regelbewusstsein schaffe: „Gegenseitiger Respekt ist mir ein ganz großes Anliegen, weil ich gar nicht will, dass wir den Freisinger Bürger drangsalieren und mit Sanktionen überziehen.“ Ihm sei es wichtiger, ein kollektives Verständnis zu erreichen, „wie wir in der Innenstadt miteinander umgehen“.

Auch der Künstler selbst zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich bin dankbar für die Möglichkeit und hatte sehr viel Spaß dabei“, sagt Engeser. „Wenn es dann noch dazu beiträgt, dass sich die Leute in der Innenstadt umsichtiger verhalten, freut es mich natürlich umso mehr.“ Abgerundet wird die Aktion in Zusammenarbeit mit der Aktiven City durch ein Memory-Spiel mit den verwendeten Tiermotiven. Diese sind ab Ende September bei teilnehmenden Geschäften erhältlich.