(+) Dieser Wanderweg überrascht selbst Hamburg-Kenner


Hamburg

Viel Grün und historische Entdeckungen: Dieser Wanderweg  überrascht sogar Kenner!

Brücken, Wasser und ganz viel Grün: Spazierweg entlang des Eilbekkanals.
Anke Geffers

Mitten in der Stadt und trotzdem ganz schön grün: Dieser Spaziergang immer am Wasser entlang überrascht auch Hamburg-Kenner.

Richtung Osten und dann immer geradeaus: Wer eine Abwechslung zur üblichen Alsterrunde sucht, biegt einfach mal in Höhe Schwanenwik in die Armgartstraße ab und spaziert am Kanal entlang in Richtung Eilbek. Je weiter der Weg nach Osten führt, desto ruhiger und grüner wird es. Am Wegesrand hat die MOPO einige sehenswerte Entdeckungen gemacht.

Vom Kanal zum Fluss

Der Mundsburger Kanal mündet noch an der Grenze zwischen den Stadtteilen Uhlenhorst und Hohenfelde in den Kuhmühlenteich. Bis 1874 stand hier eine Wassermühle. Hinter der Wartenaubrücke heißt das Gewässer dann Eilbekkanal. Stadtvillen aus der Gründerzeit säumen die Straße Eilenau – und so langsam wird die Umgebung immer grüner.

Historische Backsteinkirche mit spitzem Turm, Bäumen und Autos an einer Stadtstraße
Die mehr als 100 Jahre alte Versöhnungskirche liegt direkt am Weg.
Anke Geffers

Wasser-Weg

Die Bänke am Kanal sind beliebte Sitzplätze für alle, die gern aufs Wasser gucken, lesen oder eine kleine Pause vom Spazierengehen einlegen möchten. Mal kommen Kanufahrer vorbei, mal Stand-up-Paddler, mal nur ein paar Enten. Von hier ist auch der Kirchturm der Versöhnungskirche in Eilbek zu sehen, die im Jahr 1921 eingeweiht wurde. Als eines der wenigen Gebäude in der Umgebung wurde sie im Zweiten Weltkrieg von den Bomben weitgehend verschont.

Von Park zu Park

Pink blühende Rosen vor einer weitläufigen Gartenanlage mit Rasen, Bäumen und blauem Himmel
Der Friedrichsberger Park gehörte früher zu einer Klinik.
Anke Geffers

Durch den Friedrichsberger Park, der teilweise zu Eilbek, teilweise zu Barmbek-Süd gehört, fließt die Wandse, wie der Eilbekkanal ab der Friedrichsberger Straße heißt. Noch blühen die Rosen im Park. Im 19. Jahrhundert gehörte die Grünanlage zur früheren Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, eine Klinik zur Betreuung psychisch Kranker. In eines der ehemaligen Krankenhausgebäude ist das Café „Schmidtchen Barmbek“ (täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet) eingezogen. Wer noch weiter in Richtung Osten wandern möchte, kann – immer an der Wandse entlang – von einem Park zum nächsten bis nach Rahlstedt gehen. Oder von hier aus den Rückweg antreten.

Wohnen auf Booten

Über die Von-Essen-Straße, vorbei an der vor zwei Jahren eröffneten Fanny-Hensel-Grundschule, geht es entlang der Uferstraße auf der anderen Kanalseite zurück. Die Hausboote auf dem Eilbekkanal sind zum größten Teil feste Wohnsitze, einige können aber auch als exklusives Ferienhaus gebucht werden. Vor zwanzig Jahren wurden zehn Liegeplätze am Kanal vergeben, für neue freie Plätze gibt es aktuell keine Chance.

Weißes schwimmendes Gebäude an einem ruhigen Wasserlauf inmitten üppiger grüner Vegetation
Einige der Hausboote am Eilbekkanal können als schwimmendes Ferienhaus gemietet werden.
Anke Geffers

Medizin und Medien

Am Weg liegt auch der Kunst- und Mediencampus. Das erste Gebäude auf dem Gelände entstand zwischen 1911 und 1914 nach Plänen des Architekten Fritz Schumacher. Im dominanten Backsteinbau war bis vor 26 Jahren die Frauenklinik Finkenau, zeitweise die größte Geburtsklinik Westeuropas, untergebracht. Hier kam auch Altkanzler Helmut Schmidt zur Welt. Seit 2010 ist das ehemalige Klinikgelände Standort für fünf große Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Medien.

Ornamentierte historische Grabmale stehen zwischen Bäumen auf einem parkähnlichen Friedhof.
Acht Obelisken stehen rund um die Luthereiche auf dem St. Gertrud-Kirchhof.
Anke Geffers

Acht Obelisken

Letzte Station, bevor es wieder zurück an die Alster geht, ist die Kirche St. Gertrud. Westlich der Kirche steht eine „Luthereiche“, die 1883 zum 400. Geburtstags Martin Luthers gepflanzt wurde. Um die Eiche herum wurde 1889 ein auch als „Reformationszirkel“ bezeichneter Kreis von acht Sandstein-Obelisken angeordnet. Jeder symbolisiert eines der althamburgischen Kirchspiele.

Lange hielt man diesen Ort für den geographischen Mittelpunkt Hamburgs. Nach neuen Berechnungen befindet der sich jedoch in der Nähe auf dem Schulhof des Gymnasiums Lerchenfeld.