Neue Woche, neue Favoriten: Vier Bücher, die jetzt alle lesen – hier die Gründe


Vier neue Bücher, die diese Woche alle lesen – Neueinsteiger in der Spiegel-Bestsellerliste

Stand: 28.09.2026, 08:16 Uhr

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Von Devney Perry bis Jan Weiler: Vier sehr unterschiedliche Bücher steigen neu in die Spiegel-Bestsellerliste ein – und alle haben gute Gründe dafür.

Berlin – Ein Herbst, der es in sich hat. Vier neue Bücher stehen in dieser Woche auf der Spiegel-Bestsellerliste – und wer glaubt, nach dem Sommer käme jetzt eine ruhige Lesezeit, der irrt gewaltig. Da ist der Abschlussband einer Romantasy-Trilogie, der direkt auf Platz 1 der Paperback-Belletristik einsteigt. Da ist ein Psychiater, der mit freundlichem Schaudern auf die Weltpolitik blickt und dabei seinen Hund Churchill ins Spiel bringt. Da ist ein Schauspieler und Bestsellerautor, der in seine Heimat zurückkehrt und vor einem Haus steht, das er längst vergessen glaubte. Und da ist eine Prinzessin, die durch ein verfluchtes Königreich reist – und dabei etwas findet, das sie nicht gesucht hat.

EIn Bücherstapel auf der Leipziger Buchmesse.

Romantasy, Psychologie, Heimat: Die heißesten Neueinsteiger der Bestsellerliste. © Chris Emil Janssen/imago/Symbolbild

Die Spiegel-Bestsellerliste zeigt, was der Buchhandel im Herbst 2026 besonders gut kann: eine Bandbreite, die von der großen Romantasy bis zum pointierten Sachbuch reicht, ohne dass eines dieser Bücher das andere verdrängt. Devney Perry landet mit „Rites of the Starling“ auf Platz 4 der Hardcover-Belletristik, Jan Weiler mit „Das Vogelhaus“ auf Platz 5 direkt dahinter. Manfred Lütz steigt mit „Churchills Augen“ auf Platz 2 der Hardcover-Sachbücher ein, Lena Kiefer mit „Royal Lies“ direkt auf Platz 1 der Paperback-Belletristik. Vier sehr unterschiedliche Bücher – und vier sehr gute Gründe, in dieser Woche eine Buchhandlung aufzusuchen.

Devney Perry: „Rites of the Starling“ – Platz 4, Hardcover Belletristik

Worum geht es im Buch? Die fünf Königreiche Calandras stehen am Abgrund. Die Wanderung der Crux hat begonnen, und beim ersten verheerenden Angriff verlieren viele ihr Leben. „Rites of the Starling“ ist der zweite Band der „Shield of Sparrows“-Reihe: Eine Prinzessin bricht auf, um das Geheimnis ihrer Familie zu ergründen – und stößt dabei auf einen lange verschollenen Krieger, dessen Schicksal untrennbar mit ihrem eigenen verknüpft ist. Liebe, Gefahr und Magie treffen in einer Welt aufeinander, in der Feinde zu Geliebten werden und Monster Kronen tragen.

Warum sollte man es lesen? Devney Perry ist keine Unbekannte: Mit dem ersten Band „Shield of Sparrows“ stieg sie direkt auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Verfilmung durch Amazon MGM Studios ist bereits in Arbeit. „Rites of the Starling“ setzt genau dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat – mit einer neuen Perspektive, die zunächst irritiert, dann aber das gesamte Konstrukt der Geschichte auf eine neue Ebene hebt. Wer Romantasy nicht nur als Eskapismus versteht, sondern als episches Erzählformat mit echten Konsequenzen, findet hier 672 Seiten, die man nicht so leicht weglegt.

Devney Perry „Rites of the Starling“

► Übersetzt von Michelle Go und Kerstin Fricke

► 2026 Heyne, ISBN-13 978-3-453-27573-7

► Preis: Hardcover 24 €, 672 Seiten

Jan Weiler: „Das Vogelhaus“ – Platz 5, Hardcover Belletristik

Worum geht es im Buch? Leonard Beck hat seinen Job am großstädtischen Theater verloren. Eigentlich kein Grund, nach Hause zu fahren – aber ein Brief seiner Mutter tut es trotzdem. Am Niederrhein, in der piefigen Vorstadt, steht ein Haus zum Verkauf: das sogenannte Vogelhaus. Ein Haus, das Leonard längst vergessen glaubte, das er aber, wie sich herausstellt, nie wirklich losgelassen hat. Zwischen Erinnerungen an seine Jugend und den Ereignissen der Gegenwart entwickelt sich eine Geschichte über verdrängte Erlebnisse, alte Beziehungen und die Frage, welche Wahrheiten wir manchmal erst viele Jahre später erkennen können.

Warum sollte man es lesen? Jan Weiler ist ein feinfühliger Beobachter von Menschen und Milieus – das hat er von „Das Pubertier“ bis „Der Markisenmann“ bewiesen. „Das Vogelhaus“ ist vielleicht sein reifster Roman: kein Buch, das laut schreit, sondern eines, das leise fragt. Fragen nach Schuld und Identität, nach dem, was wir von uns selbst wissen wollen – und was wir lieber nicht wissen. Weiler hat einen untrüglichen Blick für Charaktere, und die Figuren in diesem Buch sind so lebendig und schrullig, dass man über sie noch lange nachdenkt. Ein Buch, dessen volle Wirkung sich erst entfaltet, wenn man es kurz zur Seite legt.

Jan Weiler „Das Vogelhaus“

► 2026 Heyne, ISBN-13 978-3-453-44371-6

► Preis: gebunden 24 €, 352 Seiten

Manfred Lütz: „Churchills Augen“ – Platz 2, Hardcover Sachbuch

Worum geht es im Buch? Ist verrückt das neue Normal? Manfred Lütz, Psychiater, Psychotherapeut und Theologe, ist der Auffassung, dass Psychologie über unsere Zukunft entscheiden wird. In „Churchills Augen – Psychologische Lichtblicke in irren Zeiten“ zeigt er Auswege aus dem allgemeinen Wahnsinn: Sternstunden der Psychotherapie, Geschichten aus dem Irrenhaus, Lebenshilfe für den Alltag – und einen nüchternen Blick auf Trump, Putin und all die anderen. Der Titel geht übrigens auf Lütz‘ Bassett-Hund Churchill zurück, der sich blendend darauf versteht, ein schlechtes Gewissen vorzuschützen.

Warum sollte man es lesen? Manfred Lütz ist einer der wenigen Autoren, die über komplizierte und oft sehr ernste Dinge mit kluger, gelassener Heiterkeit schreiben können. Er erklärt, warum viele der gegenwärtigen Herrscher der Welt zwar merkwürdig und charakterlich problematisch sind – aber eben nicht psychisch krank. Das ist eine wichtige Unterscheidung, und Lütz trifft sie ohne Belehrung. Wer in diesen Zeiten Orientierung sucht, ohne sich dabei in Apokalypse-Rhetorik zu verlieren, ist hier genau richtig. Kurzweilig, pointiert und mit echtem Erkenntnisgewinn.

Manfred Lütz „Churchills Augen“

► 2026 Kösel, ISBN-13 978-3-466-34833-6

► Preis: gebunden 22 €, 224 Seiten

Lena Kiefer: „Royal Lies“ – Platz 1, Paperback Belletristik

Worum geht es im Buch? „Du kannst nicht für mich alles aufgeben, Tristan.“ Mit diesem Satz ist eigentlich alles gesagt – und doch ist es erst der Anfang. „Royal Lies“ ist der Abschlussband der „Royal Heist“-Trilogie von Lena Kiefer: Royals, Rache, verbotene Gefühle. Das große Finale einer Reihe, die ihre Leserinnen von Anfang an mit Cliffhangern und emotionaler Wucht an sich gebunden hat. 512 Seiten, in denen sich entscheidet, was aus den Figuren wird, die man über zwei Bände hinweg begleitet hat.

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Warum sollte man es lesen? Lena Kiefer ist nicht umsonst die „Königin der Cliffhanger“ – sie versteht es wie kaum eine andere deutschsprachige Autorin, Spannung aufzubauen und emotional zu investieren. „Royal Lies“ ist kein Einstieg in die Reihe, das muss klar sein: Wer die ersten beiden Bände nicht kennt, sollte dort anfangen. Wer sie kennt, braucht diesen dritten Band ohnehin nicht empfohlen zu bekommen. Und wer noch gar nichts von Lena Kiefer gelesen hat, findet hier einen guten Anlass, das zu ändern – am besten von vorn.

Lena Kiefer „Royal Lies“

► 2026 Lyx, ISBN-13 978-3-7363-2601-9

► Preis: Paperback 16,90 €, 512 Seiten

Auch die Titel vom Literarischen Quartett im Oktober versprechen spannende Unterhaltung. Wie Bestsellerautoren, darunter Ewald Arenz oder Nele Neuhaus auf ihre Ideen kommen, lesen Sie hier in den Interviews. Übrigens: Bleiben Sie auf dem Laufenden zu Buchtipps und Neuigkeiten aus der Buchwelt mit unserem Newsletter. Hier abonnieren. (str)