Parteitag: Voigt als Thüringer CDU-Chef wiedergewählt


Mario Voigt (CDU, l), Ministerpräsident von Thüringen, winkt nach seiner Wiederwahl zum Landesvorsitzenden der CDU Thüringen mit einem Blumenstrauß

Stand: 22.08.2026 • 15:42 Uhr

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt ist auf dem CDU-Landesparteitag als Parteichef wiedergewählt worden. Der 49-Jährige steht nach der Aberkennung seines Doktortitels politisch unter Druck und muss sich kommende Woche einem Misstrauensvotum der AfD im Landtag stellen.

Von MDR THÜRINGEN

Die Thüringer CDU hat Mario Voigt auf dem CDU-Landesparteitag in Eisenach als Parteichef wiedergewählt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Der 49-Jährige, der nach der Aberkennung seines Doktortitels politisch unter Druck steht, bekam 84 Prozent der Delegiertenstimmen: 122 Delgierte haben mit Ja gestimmt, 23 mit Nein und drei enthielten sich.

Voigt erleichtert

Damit fiel sein Ergebnis schlechter aus als vor zwei Jahren. Bei der Wahl kurz nach seiner Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten im Landtag 2024 hatte Voigt fast 89 Prozent erreicht. Trotzdem zeigte sich der alte und neue CDU-Landeschef erleichtert - alles über 80 Prozent sei für ihn ein gutes Ergebnis, sagte er MDR THÜRINGEN.

Ich weiß, dass euch das beschäftigt.

Mario Voigt zur Aberkennung seines Doktortitels

In seiner Rede vor dem Parteitag in Eisenach hatte sich Voigt noch einmal gegen die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Promotion gewandt. "Ich weiß, dass euch das beschäftigt", sagte Voigt zur Aberkennung seines Doktortitels - auch sein Widerspruch dagegen war kürzlich von der TU Chemnitz zurückgewiesen worden.

Er stecke in einem innerlichen Dilemma: Einerseits wolle er seine wissenschaftliche Arbeit verteidigen, andererseits wisse er, dass das von politischen Gegnern für Angriffe genutzt werde, sagte Voigt. Diese Angriffe seien nicht gerechtfertigt und persönlich belastend, aber durch den positiven Zuspruch aus seinem Umfeld zu ertragen. "Lasst uns ein Zeichen der Gemeinsamkeit aussenden", forderte Voigt die Delegierten vor der Abstimmung auf.

Mario Voigt bekam 84 Prozent der Delegiertenstimmen auf dem CDU-Landesparteitag in Eisenach und ist damit als Parteichef wiedergewählt.

Die Wahl galt auch als Stimmungstest, wie viel Rückhalt der Thüringer Regierungschef in seiner Partei hat. Verschiedene Redner, unter anderem CDU-Fraktionschef Andreas Bühl, hatten Voigt zuvor ihre Unterstützung zugesichert.

Sie spendeten Voigt nach seiner Rede, in der er seine Regierung als Problemlöser und die CDU als konstruktive Kraft beschrieb, minutenlangen Applaus. "Wir lassen nicht zu, dass Thüringen ins Chaos gerät", sagte Voigt in Richtung AfD.

Misstrauensantrag der AfD-Fraktion gegen Voigt

Voigt muss sich am kommenden Freitag im Landtag einem Misstrauensantrag der AfD-Fraktion stellen, dem zweiten in diesem Jahr. AfD-Fraktionschef Björn Höcke wirft Voigt in der Debatte um seinen Doktortitel "fehlende moralische Integrität" vor. Höcke, der als AfD-Rechtsaußen gilt, wird bei dem Misstrauensvotum nach Angaben seiner Fraktion selbst für das Ministerpräsidentenamt kandidieren.

Voigt seit 2022 CDU-Landeschef

Voigt führt eine Koalition aus CDU, BSW und SPD, die wegen eines Richtungskampfes im BSW zwischen Bundes- und Landesverband derzeit eine schwierige Zeit erlebt. Er ist seit 2022 CDU-Landeschef in Thüringen und seit 2024 Ministerpräsident. Seine sogenannte Brombeer-Koalition hat im Landtag keine Mehrheit, sondern nur 44 von 88 Stimmen. Um das Patt aufzulösen, muss sie Kompromisse mit der oppositionellen Linken schließen.

Die Thüringer CDU hat auf dem Parteitag den ehemaligen Parteichef und Ministerpräsidenten Dieter Althaus zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Zudem hat die Thüringer CDU auf dem Parteitag den ehemaligen Parteichef und Ministerpräsidenten Dieter Althaus zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Die Entscheidung fiel einstimmig auf Vorschlag von Mario Voigt. Althaus war von 2003 bis 2009 Thüringer Ministerpräsident sowie langjähriger Parteichef, als Nachfolger von Bernhard Vogel.

In seiner Dankesrede forderte Althaus die Thüringer CDU auf, mutige Entscheidungen zu treffen und das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen. Vertrauen in den Staat sei eine der wichtigesten Voraussetzungen für ein demokratisches Miteinander.

MDR dpa/(usb/caf)