„Völlig dubiose Umstände“ – Rätsel um Leiche am Sylvenstein: Wer war der Tote und wie kam er dorthin?
Stand: 24.08.2026, 19:58 Uhr
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Der Leichenfund von Sonntag hält die Kriminalpolizei auf Trab. Noch immer tappen die Ermittler im Dunkeln, wer der Verstorbene war. Auch sind die Hintergründe zu der Auffindesituation dubios und bislang nicht nachvollziehbar. Die Polizei bittet um Hinweise.
Lenggries – Ein Leichenfund hielt die Polizei in der Nacht zum Sonntag im Gemeindegebiet von Lenggries in Atem (wir haben berichtet). Zeugen entdeckten gegen 1.25 Uhr einen leblosen Mann im Freien auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 307 nahe der Faller-Klammbrücke und alarmierten den Notruf. Die am Einsatzort eingetroffenen Beamten sperrten das Areal am Sylvensteinspeicher sofort weiträumig ab, woraufhin der Kriminaldauerdienst aus Weilheim noch in den Nachtstunden die ersten Untersuchungen zur Spurensicherung einleitete. Inzwischen liegt die Federführung für den Fall beim zuständigen Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim, das unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II agiert. Zur Klärung der Todesursache wurde der Leichnam in das Institut für Rechtsmedizin überführt.
Nach Leichenfund am Sylvenstein: Identität des Toten noch immer unklar
Auf Nachfrage unserer Zeitung bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern erklärte Daniel Katz am Sonntagmorgen zunächst: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Am späten Nachmittag folgte eine erste vorsichtige Entwarnung: „Die gerichtsmedizinische Untersuchung des Toten wurde durchgeführt. Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keinerlei Hinweise auf einen gewaltsamen Tod vor.“ Die Identität des Verstorbenen ist indessen weiterhin ungeklärt. Sein Alter wird auf 60 bis 80 Jahre geschätzt.
Zuvor war das Gelände rund um die Fundstelle über mehrere Stunden hinweg großflächig nach Beweismitteln abgesucht worden. Wie der stellvertretende Dienststellenleiter der Kriminalpolizei Weilheim, Christian Kulhanek, unserer Zeitung direkt am Einsatzort erläuterte, befand sich am Vormittag ein Großaufgebot von rund 30 Polizisten im Einsatz. „Die Kollegen durchkämmten das umliegende Areal sowohl bergseitig als auch unmittelbar am Ufer des Sylvensteinsees.“ Für die polizeilichen Spurenarbeiten musste die B307 bis zum Mittag zeitweise ein- und zweispurig gesperrt werden, was im Bereich des Speichers zu leichten Rückstaus führte. Ab circa 12 Uhr rückten die Einsatzkräfte sukzessive ab, woraufhin die Verkehrssperren vollständig aufgehoben wurden.
Polizei sucht dringend nach Zeugen oder Hinweisen zum Verstrobenen
Zentrale Fragen zu dem Vorfall bleiben dennoch offen. „Die Ermittlungen zur Identität des Toten sowie zu den Hintergründen der Auffindesituation sind weiter Gegenstand der andauernden Ermittlungen“, hieß es in der jüngsten Pressemitteilung. Nach wie vor gäbe es viele Ungereimtheiten in dem Fall. „Bis dato sind es absolut dubiose Umstände“, so Michael Spessa, Pressesprecher des Präsidiums Oberbayern Süd. „Es gibt eben nichts, was es nicht gibt.“ Bisher kam auch nach dem öffentlichen Zeugenaufruf kein „heißer“ Hinweis, sagt er auf Nachfrage. „Wir sind nach wie vor auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.“ In diesem Zusammenhang bittet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd dringend um Zeugenhinweise. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08 81/64 00 mit der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. Im Fokus der polizeilichen Ermittlungsarbeit steht die Klärung der Fragen, wer der Verstorbene ist und vor allem, wie er an den Parkplatz nahe der Faller-Klammbrücke gekommen ist.