Wie teuer ist eine KI-Anfrage wirklich? Ein Experte klärt auf
Publiziert19. Juli 2026, 04:22
In Rappen und FrankenVom Einkaufszettel bis zum KI-Bild – so viel kostet dein Prompt
Die meisten bezahlen für KI ein Monatsabo. Im Hintergrund kostet aber jede Anfrage Geld. Ein KI-Experte erklärt, wie teuer typische Anwendungen tatsächlich sind.

Darum gehts
- KI-Experte Roger Basler de Roca erklärt, wie viel typische KI-Anfragen wirklich kosten.
- Einfache Textanfragen kosten oft weniger als einen Rappen – ein fertiger KI-Werbespot kann 20 bis 40 Franken kosten.
- Für Privatnutzer sind die Einzelkosten kaum spürbar, da meist ein Gratisangebot oder Monatsabo genutzt wird.
Gerade sprechen viele Firmen über Token-Maxxing – also darüber, möglichst viel aus ihrem KI-Kontingent herauszuholen. Dahinter steckt die Frage, wie viel künstliche Intelligenz (KI) tatsächlich kostet.
Die meisten Menschen nutzen ChatGPT, Claude oder Gemini täglich – ohne zu wissen, was eine einzelne Anfrage eigentlich kostet. Das liegt daran, dass sie meist ein Gratisangebot oder ein Monatsabo nutzen. Im Hintergrund verursacht jedoch jede Anfrage Rechenkosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt vor allem von der Aufgabe ab, wie KI-Experte Roger Basler de Roca gegenüber 20 Minuten erklärt.
Was kostet eine KI-Anfrage?
Die Grafik zeigt: Die meisten KI-Anwendungen im Alltag sind überraschend günstig. «Eine E-Mail oder eine Übersetzung kostet oft weniger als einen Rappen», erklärt KI-Experte Roger Basler de Roca. Für einen Franken sind – je nach Modell – sogar mehrere Hundert bis mehrere Tausend Textanfragen möglich.
Auch typische Alltagsaufgaben wie eine Google-Suche mit KI, eine Rezept- oder Geschenkidee oder das Diktieren einer Einkaufsliste bewegen sich meist nur im Rappenbereich. Selbst einfache Bildanwendungen wie eine Geburtstagskarte mit KI oder das Bearbeiten eines Instagram-Fotos kosten oft nur wenige Rappen.
Bilder und Videos sind teurer
Deutlich teurer wird es erst bei aufwendigeren Anwendungen. «Bild-, Video- oder KI-Agenten-Anwendungen benötigen wesentlich mehr Rechenleistung und können vor allem bei mehreren Bearbeitungsschritten schnell mehrere Franken kosten», sagt Basler de Roca.
Eine Wohnungsvisualisierung mit mehreren Bildvarianten oder das Formatieren einer Bachelorarbeit kostet deshalb deutlich mehr als eine einfache Textanfrage. Ein fertiges KI-Video oder ein Werbespot kann je nach Umfang und Nachbearbeitung sogar 10 bis 40 Franken kosten.
Mehr dazu: Was ist ein Token?
Ein Token ist die kleinste Recheneinheit eines KI-Modells. Gezählt werden sowohl die Eingabe (Prompt, Dokumente oder Bilder) als auch die Antwort der KI. Je mehr Tokens verarbeitet werden, desto höher sind in der Regel Rechenaufwand und Kosten.
Warum sprechen plötzlich alle Firmen über «Token-Maxxing»? Und weshalb ist ein hoher Tokenverbrauch kein Zeichen für mehr Produktivität? Das liest du in diesem Artikel.

Preis unterscheidet sich je nach Arbeitsaufwand
Eine KI-Anfrage bleibt selten beim ersten Entwurf. Entscheidend ist nicht der erste Entwurf, sondern der gesamte Arbeitsprozess. Ein einzelnes KI-Bild kostet häufig nur wenige Rappen. «In der Praxis werden Bilder jedoch oft mehrfach überarbeitet, vergrössert oder in verschiedenen Varianten erstellt. Jede zusätzliche Bearbeitung löst neue Berechnungen aus und erhöht die Kosten», erklärt der KI-Experte.
Noch deutlicher wird dieser Unterschied bei Videos. «Einen kurzen Baum zu animieren, kostet nur wenige Rappen bis Franken. Ein fertiger Werbespot mit mehreren Szenen, Musik und zahlreichen Korrekturen kann dagegen schnell 20 bis 40 Franken kosten», so Basler de Roca.
So viele Tokens verbrauchen typische Aufgaben
- E-Mail (rund 200 Wörter) verfassen = ca. 450 Tokens
- Kurze ChatGPT-Diskussion = ca. 750 Tokens
- 100-seitiges PDF analysieren = ca. 85'000 Tokens
- Excel-Datei mit 100'000 Zeilen analysieren = bis 1 Million
- KI-Agent für einen ganzen Arbeitsalltag = bis 20 Millionen
Wann wird KI teuer?
Hohe Kosten entstehen vor allem dann, wenn KI grosse Datenmengen gleichzeitig verarbeiten oder Aufgaben selbstständig erledigen muss. Dazu gehören beispielsweise umfangreiche PDF-Analysen, grosse Recherchen, Wohnungsvisualisierungen, Softwareentwicklung («Vibe Coding») oder KI-Agenten, die während Stunden eigenständig arbeiten. Hier summieren sich Millionen Tokens und zahlreiche Rechenschritte.
Warum merken die meisten Nutzer davon kaum etwas?
Die meisten Privatpersonen bezahlen diese Einzelkosten gar nicht direkt. KI-Experte Basler de Roca erklärt: «Der Durchschnittsnutzer bezahlt ChatGPT, Claude oder Gemini über ein Gratisangebot oder ein Monatsabo. Erst Unternehmen und Entwickler, die KI über eine Programmierschnittstelle (API) direkt in ihre Software integrieren, rechnen jede Anfrage einzeln ab.» Für sie werden Rechenleistung und Token zu einem echten Kostenfaktor.
Eine API (Application Programming Interface) ist eine Programmierschnittstelle, über die Unternehmen KI direkt in ihre eigene Software einbinden. Anders als bei einem normalen ChatGPT-Abo werden die Anfragen dort meist einzeln nach Nutzung verrechnet.
Wofür nutzt du KI am häufigsten im Alltag?
Für Textaufgaben wie E-Mails schreiben oder Übersetzungen.
Für kreative Dinge wie Bilder oder Videos generieren.
Für Recherchen oder komplexe Analysen.
Ich experimentiere noch und nutze sie für Verschiedenes.
Ich nutze KI nur selten oder gar nicht.
Ich nutze KI beruflich, aber nicht privat.
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Martine Anastasiou (man), Jahrgang 2001, arbeitet seit 2025 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Lifestyle
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