Wiedererwachter Krater befeuert aktuellen Ätna-Ausbruch – „Wir jahrelange Folgen haben“


Vulkanologe erklärt Ätna-Ausbruch: „Das Erwachen des Voragine-Kraters wird Jahre Folgen haben“

Stand: 12.08.2026, 14:57 Uhr

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Vulkanologe Viccaro erklärt, was im Inneren des Ätna passiert – und warum das Erwachen des Voragine-Kraters noch Jahre Folgen haben wird.

Der Ausbruch hält mit unverminderter Intensität an und zeigt Auswirkungen, die auch für Laien erkennbar sind. Doch was geschieht tatsächlich im Inneren des Ätna? Marco Viccaro, Vulkanologe, der in den renommiertesten internationalen Fachzeitschriften publiziert, erläutert die laufenden Veränderungen in den inneren Dynamiken des größten aktiven Vulkans Europas und kündigt neue Studien an, die bereits in Arbeit sind.

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Dieser Artikel von Salvo Fallica entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Viccaro, ordentlicher Professor für Geochemie und Vulkanologie an der Universität Catania und Präsident der italienischen Vulkanologie-Vereinigung, erklärt: „Das Erwachen des Voragine-Kraters führt zu erheblichen Veränderungen in der strukturellen Konfiguration des Vulkans und kann das Eruptionsverhalten über mehrere Jahre hinweg beeinflussen. Die derzeitige Aktivität ist daher im Rahmen einer wesentlich komplexeren und umfassenderen Dynamik einzuordnen, als wir sie in den vergangenen Jahrzehnten im Gipfelbereich des Ätna beobachtet haben, Jahren, in denen die Bühne vom Südostkrater dominiert wurde.“

Sizilien - Vulkan Ätna hochaktiv

Der Ätna liefert spektakuläre Bilder – ein Vulkanologe erklärt, was im Inneren des Vulkans passiert. (Symboldbild) © Simone Genovese/AP/dpa

Marco Viccaro beschreibt einen bedeutenden Wandel in der Eruptionsdynamik: „Der deutliche Paradigmenwechsel ist vor zwei Jahren einzuordnen, mit der Abfolge von sechs paroxysmalen Episoden, die am Voragine stattfanden. Seither fungiert der Voragine bei allen nachfolgenden Eruptionen als struktureller Knotenpunkt. Laufende Studien zeigen, dass auch die Wiederaktivierung des Nordostkraters Ende 2025 und die anschließende effusive Aktivität Anfang 2026 mit der aktiven Rolle des zentralen Fördersystems des Vulkans zusammenhängen, das genau im Voragine-Krater kulminiert.“

Ein zentrales Fördersystem mit Zugang zu tieferen Magmareserven

„Dieses Fördersystem ist in der Lage, Magma aus tiefer gelegenen Bereichen des Versorgungsnetzes des Ätna zu fördern und weist eine hohe Transportkapazität auf, sowohl in Bezug auf die förderbaren Volumina als auch hinsichtlich der dafür benötigten Zeiten“, führt der Wissenschaftler aus. Die vorläufig vorliegenden Daten zeigten eine Phase der Zufuhr von tiefer liegendem und weniger entgastem Magma, das zunächst in der Lage gewesen sei, die bescheidene effusive Aktivität Ende Juni zu speisen, indem es passiv bereits in den Fördersystemen vorhandenes, entgastes Magma einbezog.

Anschließend habe dieses Magma die zwei schrittweise energiereicheren eruptiven Episoden gespeist, die sich Anfang Juli und dann zwischen Ende Juli und Anfang August ereignet hätten. „Die am 6. August einsetzende Aktivität, die im Vergleich zu den vorangegangenen Episoden noch energiereicher ist, setzt sich relativ kontinuierlich fort und deutet nun auf eine aktive Rolle des tiefer liegenden, gasreichen Magmas hin, das somit im Fragmentierungsprozess und in der daraus resultierenden Ascheproduktion weitaus wirksamer ist.“