Mecklenburg-Vorpommern Wahl aktuell: Neue Umfrage – SPD überholt AfD


Leonhard Rosenauer

Neue Umfrage: Schwesigs SPD überholt AfD

Drei Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD einer ZDF-Umfrage zufolge die AfD überholt. Die Kanzlerpartei CDU rutscht in dem am Abend veröffentlichten "Politbarometer Extra" hingegen weiter ab und kommt der Fünf-Prozent-Hürde bedrohlich nah.

Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt nach den von der Forschungsgruppe Wahlen erhobenen Zahlen auf 37 Prozent, 3 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die AfD mit Herausforderer Leif-Erik Holm büßt einen Punkt auf 36 Prozent ein. Über lange Zeit hatte die SPD in Umfragen hinter der AfD gelegen.

Die CDU verliert einen Punkt und kommt nur noch auf 6 Prozent. Auch die mit der SPD regierende Linke büßt einen Punkt ein und erreicht 9 Prozent. Die Grünen müssen mit unverändert 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verfehlt laut Umfragen diesen mit 4 Prozent.

Könnten die Menschen den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin direkt wählen, läge Amtsinhaberin Schwesig unangefochten mit 61 Prozent vorn. Ihren Herausforderer Holm bevorzugen 30 Prozent. 79 Prozent sind laut Forschungsgruppe Wahlen sicher, wen sie am Sonntag wählen. 21 Prozent sind noch unsicher.

Martin Nefzger

Martin Nefzger

BSW rechnet in Mecklenburg-Vorpommern mit "sechs bis acht Prozent"

Trotz schwacher Umfragewerte rechnet das Bündnis Sahra Wagenknecht bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag mit sechs bis acht Prozent der Stimmen. Dies sagte Spitzenkandidatin Sabine Firnhaber bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rostock. Die jüngsten Umfragen sahen das BSW im Land meist bei drei bis vier Prozent, nur das Institut Pollytix ermittelte vor etwa zehn Tagen fünf Prozent. Demnach ist unsicher, ob die 2024 gegründete Partei in den Schweriner Landtag einzieht.

Firnhaber begründete ihre Prognose im Gespräch mit dpa damit, dass die Wahl in Sachsen-Anhalt auch besser als erwartet ausgegangen sei. Dort habe es auch eine Drei-Prozent-Umfrage kurz vor der Wahl gegeben, doch habe das BSW 5,3 Prozent erreicht. "Ich denke, dass wir wirklich mit einem deutlichen Ergebnis in den Landtag einziehen werden", sagte die BSW-Politikerin.

Leonhard Rosenauer

Bankräuber als Kandidat der AfD? Das steckt hinter dem Vorwurf

Im TV-Duell am Mittwochabend hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erneut über einen vermeintlich Kriminellen in den Reihen der AfD gesprochen. Dabei geht es um den Direktkandidaten Sascha Gläser und seine Vergangenheit. Lesen Sie hier, was hinter dem Vorwurf steckt:

Leonhard Rosenauer

Ehemaliges CDU‑Mitglied Friedman wirbt für die Grünen

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der frühere CDU-Politiker Michel Friedman um Stimmen für die Grünen geworben. Er selbst sei kein Grüner, sagte Friedmann bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rostock. Doch seien bei den Grünen Menschen, die sich für die Demokratie "den Hintern aufrissen". "Ich bin hier, dass auch die Grünen es schaffen."

Die Partei lag in jüngsten Umfragen vor der Wahl am Sonntag bei etwa fünf Prozent. Ihr Einzug in den Schweriner Landtag steht damit auf der Kippe.

Friedman, Sohn einer Familie von Holocaust-Überlebenden, war jahrzehntelang Mitglied der CDU, bevor er 2025 aus Verärgerung aus der Partei austrat. Auslöser war eine Abstimmung im Bundestag, bei der ein von Friedrich Merz vorgelegter Fünf-Punkte-Plan für eine schärfere Migrationspolitik auch mit Stimmen der AfD beschlossen wurde – erstmals verschaffte die AfD dabei der Union im Bundestag einer Mehrheit. Friedman trat seitdem bereits mehrfach bei Grünen-Veranstaltungen als Redner auf.

"Die Situation in unserem Land ist schwer, sie ist ernst, und was die Demokratie angeht, hochgefährdet", sagte Friedman. Jede Landtagswahl sei Seismograph und Thermometer für die Bundestagswahl 2029. 

Leonhard Rosenauer

Vereine und Initiativen bitten vor der Wahl um Unterstützung

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern hat wenige Tage vor der Landtagswahl Unterstützung für Vereine und Initiativen gefordert. Für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft stehe bei der Wahl am Sonntag viel auf dem Spiel, erklärte das Netzwerk laut Mitteilung am Donnerstag. Themen wie Vielfalt, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit stünden zunehmend infrage, sowohl im Wahlkampf wie in gesellschaftlichen Debatten. Umso deutlicher werde, wie wichtig das Engagement vieler Menschen in Vereinen, Initiativen und Verbänden für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in MV sei.

Das Netzwerk beobachte mit Sorge politische Bestrebungen, die sich gegen zivilgesellschaftliche Organisationen und ihre öffentliche Förderung richteten. „Viele der kleinen Vereine und Initiativen, die wir als Dachverband vertreten, leisten tagtäglich wichtige Arbeit. Sie informieren über globale Zusammenhänge, engagieren sich gegen Rassismus und Diskriminierung, setzen sich für Menschenrechte ein und bringen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie brauchen Anerkennung und verlässliche Rahmenbedingungen, keine weiteren Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden“, sagte Netzwerk-Geschäftsführerin Jessica Weiß.

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