USA: Deutscher Unternehmer in New York wegen mutmaßlichen Betrugs angeklagt
KI-Stimme. Info
Der deutsche Unternehmer Wanja Oberhof ist in New York (USA) wegen mutmaßlichen Betrugs angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York wirft dem früheren Chef des Wellness-Start-ups „The Healing Company“ vor, einen Investor um 2,5 Millionen US-Dollar (rund 2,1 Millionen Euro) gebracht zu haben. Nach Angaben der US-Behörden soll Oberhof einen Großteil des Geldes für eigene Zwecke verwendet und anschließend Unterlagen manipuliert haben, um dies zu verschleiern. Zuerst berichtete die „Bild“.

Die Anklage wurde am Montag, 14. September, von der U.S. Attorney’s Office for the Southern District of New York und dem FBI bekannt gegeben. Oberhof wurde demnach noch am selben Tag der zuständigen Bundesrichterin Ona T. Wang vorgeführt. Er ist wegen eines Falls von Überweisungsbetrug angeklagt. Darauf stehen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Die mögliche Höchststrafe sei lediglich eine gesetzliche Vorgabe; über das tatsächliche Strafmaß entscheide im Fall einer Verurteilung ein Richter, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Investor soll 2,5 Millionen Dollar überwiesen haben
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft war „The Healing Company“ ein Start-up, das unter anderem Beteiligungen an Unternehmen aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich erwerben wollte. Oberhof habe einen Geschäftsmann dazu gebracht, 2,5 Millionen Dollar in eine Tochtergesellschaft des Unternehmens zu investieren.
Dem Investor sei demnach zugesichert worden, dass ein großer Teil des Geldes zur Tilgung von Schulden eingesetzt werde, die auf einem wertvollen Vermögenswert des Unternehmens lägen. Stattdessen soll Oberhof den Großteil der Summe anderweitig verwendet haben. Die Staatsanwaltschaft führt unter anderem rund 25.000 Dollar für die Miete seiner Wohnung in Manhattan und mehr als 57.000 Dollar zur Rückzahlung eines privaten Darlehens auf. Rund 1,8 Millionen Dollar seien schließlich auf ein von Oberhof kontrolliertes Konto im Ausland geflossen.
Um die tatsächliche Verwendung des Geldes zu verschleiern, soll Oberhof nach Darstellung der Ermittler Unterlagen über die Investition verändert und diese anschließend dem Investor und weiteren Personen vorgelegt haben. Die manipulierten Dokumente hätten demnach den tatsächlichen Verbleib des Geldes verdecken sollen.
Staatsanwalt: Geld für persönliche Ausgaben verwendet
Der US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York, Jamie McDonald, erklärte: „Investoren haben ein Anrecht darauf zu erfahren, dass ihr Geld für die ihnen zugesagten Zwecke verwendet und nicht für die persönlichen Ausgaben eines Managers abgezweigt wird.“ Auch das FBI äußerte sich zu dem Fall. James C. Barnacle Jr., Leiter des New Yorker FBI-Büros, sagte, das FBI werde gemeinsam mit seinen Partnern weiter gegen mutmaßlich betrügerisch handelnde Personen ermitteln.
Oberhof ist deutscher Staatsangehöriger. Die Ermittlungen werden von der Abteilung für komplexe Betrugsfälle und Cyberkriminalität der New Yorker Staatsanwaltschaft geführt.
Die US-Staatsanwaltschaft betont ausdrücklich, dass es sich bei den Vorwürfen lediglich um Anschuldigungen handelt. Oberhof gilt bis zu einem rechtskräftigen Beweis seiner Schuld als unschuldig. Oberhof war zuvor unter anderem Mitgründer und Chef der „Healing Company“. In Deutschland ist er zudem als Unternehmer und Investor bekannt. Er war unter anderem Vorstandschef der Social Chain AG.