Wahlkrimi um absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt: Schafft die AfD die 42 Sitze? Der BSW-Einzug könnte am Ende entscheidend sein


Den ersten Hochrechnungen zufolge hat die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit der Stimmen knapp verpasst. Sowohl laut Infratest dimap als auch der Forschungsgruppe Wahlen kommt die AfD nicht auf die dafür notwendigen 42 Sitze.

Welche Koalitionen sind in Sachsen-Anhalt möglich?

Rechnerisch mögliche Koalitionen laut Hochrechnung. Parteien auswählen, um Koalition zusammenzustellen

Eine Koalition ohne die AfD ist laut Forschungsgruppe Wahlen aktuell rechnerisch nur durch ein Vier-Parteien-Bündnis möglich, also unter Beteiligung von CDU, Linkspartei, SPD und Grünen. Realistischer dürfte aber eine Minderheitsregierung sein, die die Linke toleriert. Aber selbst dieses Modell ist in der CDU heftig umstritten.

Sollte das BSW den Sprung über die Fünfprozenthürde schaffen – aktuelle Hochrechnungen sehen das BSW bei 5,0 bzw. 5,1 Prozent –, würde das Bündnis aus CDU, Linken, SPD und Grünen dagegen keine Mehrheit mehr haben. Dann würde es für eine Zwei-Parteien-Koalition aus AfD und BSW oder für eine Minderheitsregierung der AfD unter Duldung des BSW reichen. In den Tagen vor der Wahl und am Wahlabend haben sich BSW-Vertreter für eine Zusammenarbeit mit der AfD offen gezeigt.

AfD-Spitzenkandidat Siegmund wiederum lehnt eine solche Konstellation bisher mit dem Argument ab, sie sei zu instabil.

Noch ist aber keineswegs ausgemacht, dass die AfD die absolute Mehrheit tatsächlich verpasst. Wenn das BSW den Einzug verpassen sollte, würde es knapp. Laut aktueller Hochrechnung der ARD von 20:27 Uhr liegt die AfD bei 44,2 Prozent, die anderen dann im Landtag vertretenen Parteien in Summe bei 44,6 Prozent. In der Hochrechnung des ZDF von 21:00 Uhr ist es genauso knapp: 44,0 Prozent für die AfD, 44,4 Prozent für die anderen im Landtag vertretenen Parteien. Die 0,4 Prozentpunkte, die sie trennen, entsprechen nur rund 5000 Stimmen.

Die genaue Sitzverteilung im Landtag dürfte außerdem von der Verteilung der Direktmandate und der dadurch möglicherweise entstehenden Überhang- und Ausgleichsmandate abhängen. (mit fki)