Warnlampe leuchtet auf: So weit kommen Verbrenner und E-Autos noch mit „leerem Tank“
Warnung im Cockpit: Wie weit kommen Verbrenner und E-Autos noch mit „leerem Tank“?
Stand: 13.07.2026, 14:00 Uhr
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Reicht es noch bis zur nächsten Tankstelle oder Ladesäule? So weit kommen Verbrenner auf „Reserve“ – und E-Autos mit 0 Prozent noch.
München – Seit dem Ende des Tankrabatts sind Kraftstoffpreise vielerorts wieder deutlich gestiegen – und dass Sprit an Autobahntankstellen besonders teuer ist, hat gerade erst wieder die Auswertung eines Automobilclubs gezeigt. Auf dem Weg in den Urlaub kann deshalb die Versuchung wachsen, den Tank möglichst weit „bis zur nächsten günstigeren Station“ auszureizen. Vielleicht ist es hinter der Grenze billiger – oder eben an der kommenden Raststätte. Die entscheidende Frage bleibt: Wie weit kommt ein Auto noch, wenn die Reserveleuchte angeht? Und beim Elektroauto: Ist bei 0 Prozent sofort Stillstand angesagt?

Bei Benzinern und Dieseln gibt es eine grobe Faustregel: Ab Reserve sind zumeist noch rund 50 Kilometer möglich. Verbindlich ist das jedoch nicht. Viele moderne Fahrzeuge zeigen zwar eine Restreichweite im Display an – trotzdem ist Vorsicht geboten. Denn Faktoren wie Fahrstil, Geschwindigkeit, Steigungen, Stop-and-go, Gegenwind oder zusätzliche Zuladung (Stichwort: Urlaubsgepäck) können den Verbrauch deutlich erhöhen und die letzten Liter schneller aufbrauchen als erwartet.
Restreichweite im Bordcomputer: Kann man sich darauf verlassen?
Ein umfangreicher ADAC-Test mit Fahrzeugen von fünf Herstellern (Modelljahr 2019) liefert dazu einen interessanten Befund: Keine der getesteten Anzeigen versprach mehr Reichweite, als real noch möglich war. Im Gegenteil: Die Testautos fuhren teils acht bis 60 Kilometer weiter, als der Bordcomputer zuvor prognostiziert hatte.
Liegenbleiben mit leerem Tank: Das droht Autofahrern
Wer dennoch auf der Autobahn liegen bleibt, hat nicht nur Ärger und Stress, sondern riskiert auch ein Bußgeld: Ein stehen gebliebenes Fahrzeug auf Schnellstraßen wird schnell als vermeidbare Gefährdung gewertet. Möglich sind 70 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Ein weiterer Grund, spätestens bei aufleuchtender Reserveanzeige die nächste Tankstelle anzusteuern: Nicht jedes Auto startet problemlos, wenn es komplett leergefahren wurde. Je nach Alter und Technik können zudem Schäden am Fahrzeug auftreten, wenn das Kraftstoffsystem „trocken“ läuft.
E-Auto zeigt 0 Prozent an: Bleibt es sofort stehen?
Und wie sieht es bei Elektroautos aus, wenn die Prozentanzeige Richtung Null sinkt – gibt es eine Art „Notreserve“? Bei vielen Modellen ist tatsächlich ein Batteriepuffer hinterlegt: 0 Prozent bedeutet dann nicht zwingend, dass der Wagen im selben Moment stehen bleibt. In einem Test, den das Tech‑Magazin c’t gemeinsam mit ADAC-Experten auf einem Testgelände durchgeführt hat, kamen mehrere E‑Modelle nach der Anzeige von 0 Prozent noch einige Kilometer weiter – häufig insgesamt etwa 15 bis 20 Kilometer. Teilweise allerdings mit spürbaren Einschränkungen wie reduzierter Leistung. Einzelne Fahrzeuge schafften sogar bis zu 30 Kilometer, bevor endgültig Schluss war.
Elektroauto komplett leerfahren – deshalb ist es nicht ratsam
Trotzdem gilt – ähnlich wie beim Verbrenner – auch beim E‑Auto: Die Reserve sollte man nicht bis zum Letzten ausreizen. Die Tester raten, spätestens bei 0 Prozent zeitnah zu laden. Denn bei manchen Fahrzeugen ging die Energie nicht schrittweise aus, sondern die Fahrt endete vergleichsweise abrupt. Zudem können die Werte aus dem Testalltag deutlich abweichen: Steile Anstiege, starke Kälte oder ein gealterter Akku können dazu führen, dass die mögliche Zusatzstrecke nach Erreichen von 0 Prozent spürbar kürzer ausfällt als im Versuch. (Quellen: ADAC, c’t, eigene Recherche) (sop)