HSV-Leader wackeln: Wer zieht das Team jetzt hoch?


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Was ist mit den Führungsspielern los? Neues Rätsel beim HSV

Auch Jordan Torunarigha (M.), Albert Sambi Lokonga (2.v.r.) und Nicolai Remberg (r.) erwischten beim HSV-Spiel in Leipzig keinen guten Tag.
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Nach dem 0:5 in Leipzig stehen auch HSV-Kapitän Nicolai Remberg, Nicolás Capaldo und weitere Routiniers im Fokus. Warum die Leader nun besonders gefragt sind.

Nicolai Rembergs Kopf war ausnahmsweise etwas nach unten gesenkt, als er in der Mixed Zone der Red Bull Arena auf die wartenden Journalisten zuschritt. Aber der HSV-Kapitän machte klar, dass das nicht lange so bleiben wird. „Jetzt mich hierhin zu stellen und zu sagen, der Kopf bleibt unten, ist der völlig falsche Ehrgeiz“, sagte er und versprach: „Wir werden uns da herauskämpfen.“ Die Führungsspieler um Remberg sollten damit anfangen.

Weder Claus Costa noch Merlin Polzin hatten nach dem 0:5 in Leipzig Muße, eine detaillierte Einzelkritik vorzunehmen. „Es ist ein Mannschaftssport“, sagte der Sportdirektor. „Da geht es darum, dass ein Rädchen ins andere greift. Da haben wir aktuell noch Nachholbedarf.“ Der Trainer widersprach dem nicht und räumte ein, dass auch mehrere seiner Leader derzeit ihrer Form hinterherlaufen. Definitiv nicht das einzige, aber ein neues Beispiel: Nicolás Capaldo.

Auch die HSV-Leader patzten in Leipzig

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Der Argentinier holte sich gegen RB früh Gelb, nahm sich danach zwar nicht in den Zweikämpfen zurück und stand auch nicht unmittelbar vor einem Platzverweis – er war aber bei mehreren Gegentoren (0:1, 0:3 und 0:4) mit Aktien beteiligt. An Energie mangelt es dem Vizekapitän nicht. Er startete aber deutlich fehleranfälliger in die neue Saison, als man es von ihm gewohnt war. In Leipzig musste er auf der anderen, der linken Seite der Dreierkette ran und wirkte in Abwesenheit von Sebastiaan Bornauw nicht als Stabilisator.

Nicolas Capaldo und Nicolai Remberg kämpfen im Bundesliga-Spiel Leipzig gegen den HSV um den Ball.
Nicolás Capaldo (l.), Nicolai Remberg und viele andere HSV-Profis sind derzeit auf Formsuche.
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Jordan Torunarigha bemühte sich als zentraler Abwehrmann um Ordnung, übersah vor dem 0:1 Tidiam Gomis, ließ sich ansonsten nichts Gravierendes zuschulden kommen. Bei dem 29-Jährigen, der zuletzt viel Kritik einstecken musste und seinen Instagram-Account löschte, kommt aber auch die mentale Komponente hinzu. Angesichts seiner Erfahrung aus 100 Bundesligaspielen sollte er seine Kollegen führen, was als Nicht-Lautsprecher auch mit konstanter Leistung möglich ist.

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HSV-Kapitän Remberg: „Kaputt kriegt man uns nicht“

Beim 0:5 gegen Mainz hatte Albert Sambi Lokonga als Strukturgeber gefehlt. Gegen RB war das bewährte Mittelfeld-Duo, bestehend aus dem Belgier und Remberg, wieder vereint und strahlte viel, aber nicht durchgehend Ballsicherheit aus. Wenn das Zentrum schnell überspielt wird, wenn ein Team wie Leipzig über schnelle Kombinationen in Richtung HSV-Strafraum kommt, ist das nicht nur auf die Abwehrspieler zurückzuführen. Remberg hatte beim ersten von zwei Debakeln binnen einer Woche ebenfalls vor einem Gegentreffer gepatzt – per Fehlpass.

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Neil El Aynaoui und Yussuf Poulsen kämpfen in Leipzig um den Ball.
HSV-Stürmer Yussuf Poulsen (r.) konnte gegen seinen Ex-Klub nur wenige Akzente setzen.
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Die Führungsspieler-Diskussion schiebt der Ex-Kieler nicht beiseite, weil er sich aus der Verantwortung ziehen will, sondern weil er die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. „Kaputt kriegt man uns nicht“, betonte Remberg und sprach bewusst in der Wir-Form: „Wir müssen da sein, wir müssen abgeklärter sein. Das werden wir auch einfordern. Aber wir lassen uns nicht hängen.“ Die Leader sind nun mitverantwortlich dafür, dass das nicht passiert.

Auch Poulsen: Die Anführer im Team sind gefragt

Helfen soll dabei auch Yussuf Poulsen, der gegen seinen Ex-Klub in die Startelf zurückkehrte, sich aufrieb und 45 Minuten durchhielt. Von der Bank sah er danach drei weitere Gegentore, aber zuvor ein zwischendurch klar verbessertes HSV‑Spiel. „Wir haben unsere Umschaltszenen gehabt und die Möglichkeit, auf 2:1 zu stellen“, sagte Poulsen bei DAZN zum Auftakt in die zweite Hälfte. Die Qualität der Leipziger habe dann aber den Unterschied ausgemacht.

„Wir waren phasenweise nicht griffig genug und haben keine guten Entscheidungen getroffen“, gestand der Stürmer und meinte: „Es kann passieren. Wir haben viele junge Spieler.“ Die entscheidenden Fehler begingen am Sonntag aber auch die kriselnden Routiniers. Sie sorgen dieser Tage für ein neues HSV‑Rätsel. Daniel Heuer Fernandes, noch ein Anführer, unterstrich, was ihm jetzt Hoffnung macht: „Die Mannschaft. Ich weiß, was wir für Stärken haben. Es liegt in unserer Verantwortung, das dann auch auf dem Platz umzusetzen.“

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