Inflationssorgen: Angriffe in Nahost treiben Ölpreise kräftig an
Der Ölpreis ist nach erneuten Angriffen auf Saudi-Arabien und auf Schiffe im Persischen Golf um mehr als drei Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,1 Prozent auf 107,84 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 2,8 Prozent auf 102,85 Dollar.
In Saudi-Arabien zeigten staatliche Medien am Sonntag Videoaufnahmen von Schäden an Häusern und einer Moschee, die demnach von einem Angriff der Huthi-Rebellen auf die südliche Provinz Dschasan stammten. Die Huthi erklärten zudem, sie hätten einen saudischen Militärstützpunkt in einer benachbarten Provinz angegriffen. Zudem wurde ein Schiff in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Dies löste einen Brand aus, woraufhin die Besatzung das Schiff verlassen musste, wie die britische Seefahrtsicherheitsbehörde UKMTO am Sonntag mitteilte. Der Iran teilte mit, eine Person sei getötet und vier Besatzungsmitglieder seien an Bord eines iranischen Handelsschiffs vor der Küste des Landes verwundet worden.
Die Ölpreise waren bereits im Steigen begriffen, da die Ost-West-Ölpipeline des weltgrößten Ölexporteurs Saudi-Arabien vergangene Woche nach einem Drohnenangriff aus dem Irak geschlossen worden war. Ein für Montag geplantes Treffen zwischen den Golfstaaten und dem Iran im Oman, bei dem über die Lage in der Straße von Hormus beraten werden sollte, wurde zudem verschoben.
Die Entwicklung facht die Inflationssorgen weiter an und erhöht den Druck auf die Notenbanken. Nach unerwartet hohen US-Verbraucherpreisdaten vom Freitag gehen die Märkte von einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed am Mittwoch aus. „Wir erwarten nun, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr zweimal anhebt, im September und im Dezember“, sagte Michael Feroli, Chefvolkswirt für die USA bei JPMorgan. Die Fed könne ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, wenn sie ihren Worten keine Taten folgen lasse.