Was trinken Mücken, wenn es trocken ist? Noch mehr Blut!
AUDIO: Warum das Gelbfieber zurück in Brasiliens Städte kehrte (1 Min)
Gelbfieber-Ausbruch 2017 in Brasilien
Wie Dürre eine von Mücken übertragene Krankheit ausbrechen ließ
Stand: 16.08.2026 05:00 Uhr
Dürren bedrohen nicht nur Ernten und Schifffahrt, sie könnten dafür sorgen, dass Krankheiten dahin zurückkehren, wo sie lange nicht mehr waren. So wie etwa vor ein paar Jahren in Südamerika, wie eine Studie aus den USA zeigt. Trockenheit wirkte sich auf Insekten aus, die das Gelbfieber zurück in die Städte brachten.
von MDR WISSEN
Um sich fortzupflanzen, brauchen Mücken Wasser. Daher gibt es während Dürrephasen weniger Blutsauger als in feuchten Jahren. Etwas, das wir auch in Mitteldeutschland in diesem Sommer erleben. Dennoch brach in Brasilien 2017 mitten in einer Trockenperiode das Gelbfieber im Südosten des Landes aus und damit eine Krankheit, die von Mücken übertragen wird. Ein Kuriosum, zumindest auf den ersten Blick.
Trockenheit in den Wäldern treibt Tier in urbane Gegenden
Forscher aus Princeton und Stanford haben Modellrechnungen erstellt, um die Ursache des Ausbruchs zu finden. Und stellten dabei fest, dass das Virus erst in Folge der Dürre in die Städte der Provinz Minas Gerais gekommen war. Damals brach das Gelbfieber erstmals nach 100 Jahren wieder in urbanen Regionen des südamerikanischen Landes aus.
Der Wassermangel in den Wäldern führte durstige Primaten und Insekten in die Städte. Infizierte Brüll- und Krallenaffen dienten als Relais-Stationen für die Waldmücken (Haemagogus), die das Virus an den Menschen weitergaben. Doch die Nähe der wassersuchenden Tiere zum Menschen war nicht der einzige Grund.
Wassermangel lässt Mücken öfter stechen
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Trockenheit die Waldmücken dazu veranlasste, häufiger als sonst zu stechen. Damit konnten die Insekten mehr Flüssigkeit aufnehmen und so dem Austrocknen vorbeugen. Die Leidtragenden waren die Menschen, die sich mit dem Fieber ansteckten, weit über Belo Horizonte, die Hauptstadt der Region, hinaus.
Die beiden Verhaltensänderungen der Waldmücke zusammen erklärten die zeitliche Abfolge und das Auftreten des Ausbruchs in den neuen Modellen aus den USA am besten. Damit sich ein solches Szenario nicht wiederholt, brauche es neben flächendeckender Impfung gegen das Gelbfieber auch Naturschutzmaßnahmen. Ein "One Health"-Ansatz, der den Schutz von Land und Gewässern mit der frühzeitigen Erkennung von Ausbrüchen und Impfmaßnahmen verbindet, könnte dazu beitragen, Ausbrüche zu verhindern oder einzudämmen.
Die Abholzung der Wälder, umherstreifende Primaten, eine ausbaufähige Impfquote und Dürre betreffen in Südamerika auch andere Länder als Brasilien, etwa Peru oder Bolivien. Da Trockenphasen im Zuge der Erderwärmung zunehmen, brauche es solche Ansätze zum Schutz vor Infektionskrankheiten.
jar/pm
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