Wie gut kennt Amazon seine Kunden? Diese kuriosen Dinge verrät die App


In Deutschland ist Amazon aus dem Online-Handel nicht mehr wegzudenken. Einer Studie zufolge kaufen 97 Prozent der Menschen, die im Internet shoppen, wenigstens gelegentlich bei Amazon. Das facht nicht nur den Umsatz an, der Konzern bekommt auch Zugriff auf jede Menge persönliche Daten. Und aus denen lassen sich Vorlieben ableiten, wie eine Threads-Nutzerin mit dem Kontonamen „fangirlinmegan“ festgestellt hat. Sie stieß in der App des Versandhändlers auf ein mehr oder weniger gut verstecktes Menü in den Einkaufseinstellungen. Dort hat Amazon abgebildet, was das Unternehmen aus den Einkaufsgewohnheiten der Kundin ableitet.

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Flaches Gesäß und Kindle-Bücher unter der Dusche

„Besitzt einen Kindle Paperwhite“ ist dabei noch eine der harmloseren Angaben, die die Kundin in dem Menü vorfand. Das Lesegerät dürfte sie direkt beim Hersteller, also Amazon, erstanden haben. Die App listet außerdem auf, dass sie gerne Mottopartys veranstaltet, ständig eine Haarball-Behandlung für Katzen einkauft, eine Geburtstagsfeier mit dem Motto des Comic-Hundes Bluey vorbereitet habe, „wahrscheinlich“ einen Shark-Saugroboter besitze und „ein flaches Gesäß“ habe. Vor allem der letzte Punkt veranlasste die Kundin zu einem Posting auf der Meta-Plattform Threads.

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„Ich meine, das ist nicht falsch, aber verdammt, warum musst du das so zur Schau stellen“, fügt fangirlinmegan in einem zweiten Posting hinzu. Gefolgt von einer Anleitung, wie man selbst herausfindet, welche Daten Amazon über einen gesammelt hat. Was die Kundin zu dem Zeitpunkt offenbar nicht ahnte: Der Beitrag gewann schnell an Traktion. Andere Amazon-Kunden sprangen auf und teilten Screenshots aus ihren eigenen Apps.

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„Beides zutreffend und direkt von einer Bewertung“, schreibt eine weitere Kundin, der Amazon zuschreibt, sie würde „alles von Allison Saft“ lesen und die Netflix-Serie Das Damengambit zu ihren Lieblingsserien zählen. „Liest ausgiebig romantische Fantasy-Geschichten“, erfährt ein Nutzer über sich. „Will keine Weihnachtsmusik auf der Playlist“, schreibt Amazon dem nächsten Kunden zu, obwohl dieser von sich aus sagt, das treffe nur auf zehn Monate im Jahr zu.

Bei anderen erkennt Amazon, dass sie „wilde Vögel“ regelmäßig füttern, die Pflanzensammlung regelmäßig erweitern, ihr Smartphone unter der Dusche nutzen, um Kindle-Bücher zu lesen, oder glauben, dass es nicht seltsam sei, sich mit einem Eichhörnchen anzufreunden. Den vielleicht besten Beitrag zeigt der Account „rosewrecker„. „Ist zu klein, um in einen 40 Zoll (101,6 Zentimeter) tiefen Karton zu greifen“, „Ist kein großer Spongebob-Fan“ und „Kann echte Pflanzen nicht am Leben erhalten“, steht dort.

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Weiß Amazon zu viel?

Und so geht es viele Beiträge lang weiter. Die meisten Nutzer nehmen die Fundstücke in der Amazon-App mit Humor. Sie zeigen aber gleichzeitig auch, dass das Unternehmen seine Kund:innen sehr gut kennenlernt. Nicht wenige der über 7.000 Antwortenden schreiben schließlich dazu, dass die gefundenen Angaben grundsätzlich korrekt sind.

Die Daten sammelt das Unternehmen nach eigenen Angaben aus der Einkaufs-Historie, Unterhaltungen mit der Shopping-Funktion von Alexa, Bewertungen, erstellten Listen und Suchanfragen. „Um Ihnen hochwertige und relevante Empfehlungen anbieten zu können, ist es unerlässlich, Ihre Vorlieben zu kennen“, schreibt das Unternehmen dazu. Immerhin kann man diese Vorlieben nicht nur einsehen, sondern auch anpassen.

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In Deutschland gibt es diese Über-dich-Seite übrigens nicht. Um sie zu finden, müsste man in der App den eigenen Account aufrufen, die Einkaufseinstellungen öffnen und hier auf die „Über dich“-Seite tippen. Hierzulande lassen sich Vorlieben lediglich händisch eintippen. Das verringert den Cringe-Faktor. Die Daten dürfte Amazon aber trotzdem sammeln.

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